Wie wäre es mit 250 Röntgenaufnahmen … pro Jahr?

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Vermeiden Sie es auch, oft geröntgt zu werden weil es schädlich ist, sich radioaktiver Strahlung auszusetzen? Teilen Sie die Skepsis daran, daß es gesund (bzw. nicht ungesund) wäre, in der Nähe eines Kernkraftwerks (KKW) zu wohnen? Und trotzdem rauchen Sie immer noch?

 Bereits 1965 forschte C. R. Hill am britischen Krebsforschungzentrum mit Zigarettentabak und fand das radioaktive Isotop Polonium 210. Das chemische Element mit der Ordnungszahl 84 und dem Elementsymbol Po wird der Gruppe der Chalkogene zugeordnet und wurde 1898 von Marie und Pierre Curie entdeckt (http://de.wikipedia.org/wiki/Polonium). Seine Halbwertszeit beträgt 138,4 Tage und es verflüchtigt sich in der brennenden Zigarette bei 600 bis 800 °C.

Zwanzig Jahre später, also 1985 fanden die finnischen Forscher Mussalo-Rauhammaa und Jaakkola zusätzlich Plutonium im Zigarettentabak.

Aber was haben Polonium, Röntgen und Ihre Gesundheit miteinander zu schaffen?

Eine ganze Menge … und dafür müssen Sie noch nicht mal selbst rauchen:

Beim Abrauchen von Zigaretten konnte Hill mit seinen Kollegen messen, daß 10 % des Poloniums einer Zigarette in den Hauptstromrauch, 30 % in den Seitenstromrauch, 40 % in den Stummel und etwa 20 % in die Asche übergehen. Praktisch nichts blieb im Filter hängen. Grob gerechnet fand man etwa 210 bis 1360 Picocurie pro Kilogramm Tabak, sprich 2,4 bis 6 Picocurie je Zigarette – je nach Marke und Herkunft.

Der Alphastrahler Polonium 210 wird also vom Körper über die Lunge aufgenommen. Die Forscher diagnostizierten eine Alpha-Aktivität in den Bronchien der Raucher von 8 Picocurie pro Quadratmeter Oberfläche und das entspricht einer Strahlenbelasten von 40 bis 150 Millirem pro Jahr. 

Ein starker Raucher konsumiert 20 bis 40 Zigaretten täglich und verpasst so seiner Lunge die gleiche Strahlenmenge wie sie bei etwa 250 Röntenaufnahmen der Lunge entstehen würde. Weil etwa 30 – 50 % des Elements Po210 in den inhalierten Rauch gelangen und sich die strahlenden Teilchen in den äußeren Lungengeweben (also v. a. den Schleimhäuten der Bronchien) festsetzen wird dort eine bis zu hundertmal höhere Radioaktivität gemessen als im Rest der Lunge.

Wenn man davon ausgeht, daß Radioaktivität Krebs verursacht bedeutet das: Rauchen verursacht Krebs.

Wie kommt das Zeug überhaupt in die Zigarette?

Verhältnismäßig einfach – es ist u. a. durch Bombenversuche und Satelitenabstürze in der Luft und lagert sich an Partikeln in der Luft mit etwa 0,3 Mikrometern Durchmesser an. Die Blatthaare (Trichome) der Tabakpflanze haben die ideale Struktur die beiden radioaktiven Isotope besonders gut aus der Luft herauszufiltern.

Doch anstelle das entstehende radioaktive Pflanzenmaterial wie strahlenden Sondermüll zu behandeln und einzulagern wird es getrocknet, gehäckselt, mit Geschmacks-, Feuchthalte- und wer weiß was noch für Mitteln versehen, gepresst, gerollt und verkauft. Verkauft – das bedeuted, Sie bezahlen auch noch Geld dafür …

Lösungsmöglichkeiten?

Wäre es nicht viel besser, Tabakpflanzen zur Luftreinigung rund um Atomkraftwerke anzupflanzen, die Ernte zu Biogas vergären zu lassen und den entstehenden „Rest“ enzulagern?

Wer mehr zu diesem Thema lesen möchte ist hier gut aufgehoben:

http://www.rauchstoppzentrum.ch/0189fc92f11229701/0189fc92f511bd214/index.html
http://www.sueddeutsche.de/panorama/597/375406/text/