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Wer raucht am meisten?

Unabhängig davon, ob diese Betrachtung Sinn ergibt oder nicht, bin ich verschiedentlich auf (Pseudo-)Statistiken gestoßen, in welchem Land die meisten Menschen zum Rauchen verführt werden konnten / wie viele Zigaretten im Jahr durchschnittlich von jedem Erwachsenem geraucht werden usw.

Es hilft dem einzelnen nicht, diese Fakten hier aufzuzeigen, aber es könnte ein Hinweis auf den Zustand der Wirtschaft in den Ländern, den Status der aktuellen Tabakregulierung und die Macht der Werbung sein.

Gesamtmenge gerauchter Zigaretten

Wir beginnen mit „Top 10 Smoking Nations“ (die Bevölkerungsgröße ist keine relevante größe, nur wie viele Zigaretten in dem Land insgesammt konsumiert wurden):

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Quelle: Webforum

Jährlicher Zigarettenkonsum pro Kopf

Weiter geht es mit der Liste der Länder nach Zigaretten pro Kopf und Jahr (Stand 2007, als Weltkarte):

Quelle: Auf Wikipedia auch als Tabelle mit 185 Ländern einzusehen

Anteil der Raucher in der Bevölkerung

Und hier folgt noch die Liste des Anteils der Raucher in der Bevölkerung im Jahr 2011 in ausgewählten Ländern (zum Vergleich Turkmenistan kommt laut WHO im Jahr 2015 auf 8%):

Statistik: Anteil von Rauchern in der Bevölkerung in ausgewählten Ländern weltweit im Jahr 2011 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Bitte beachten: ich habe keine der Quellen überprüft, ich zeige hier nur die unterschiedlichen Möglichkeiten auf, vorliegende statistische Daten so zu verwende, wie man es eben gerade braucht – egal ob man für oder gegen Tabak argumentieren möchte.

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Jul
24

Wie kann man Raucher beim Ausstieg unterstützen?

Das ist die große Frage, die mich u. a. zu diesem Blog veranlasst, die hunderte Menschen zu ähnlichem antreibt. Die Antwort kann nur sein: mit Informationen. Denn welcher Raucher hat nicht schon versucht, die ungewollte Sucht zu überwinden. Aber auch wenn fast alle Raucher wissen, Rauchen ist schädlich für sie und Menschen in Ihrer Umgebung, Rauchen kostet sie jede Menge Geld und viele Lebensjahre noch dazu, es ist extrem schwierig die psychischen und physischen Abhängigkeiten des Nikotins zu überwinden. Kreative auf der ganzen Welt versuchen deshalb den Raucher in seinem empfänglichsten Moment zu erreichen: er raucht – und will es gar nicht. Hier drei sehr gute Beispiele, gefunden bei boredPanda:

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Aschenbecher mit Lungenröntgen-Bild

 

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So sehen wir Dich, wenn Du rauchst.

 

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Zigarette & Geburtstagskuchen … alles Gute!

 

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Jan
27

.. Millionen Leben

WHO-Direktorin Margaret Chan spricht bei der Eröffnung der FCTC in Moskau und sagt:

„Tabakkontrolle ist unsere beste und sicherste Möglichkeit, Millionen von Leben zu retten.“

Außerdem vergleicht Sie Tabakkonzerne mit Füchsen:

„Giving any tobacco company a place at the negotiations is the same as appointing foxes to take care of your chickens.“
(also in etwa: „Wenn wir zuließen, dass Tabak-Konzerne bei den Verhandlungen zum Nichtraucherschutz mitreden dürfen, wäre das so als ob wir unsere Hühner von Füchsen bewachen ließen.“)

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Okt
14

Nichtraucherschutz in Österreichs Gastronomie

In Österreich wurde die Kinderärztin Sabine Oberhauser zur Gesundheitsministerin uns sagte an ihrem ersten Amtstag in einem Interview mit heute.at:

„Heute“: Wann kommt das komplette Rauchverbot in Lokalen? Wird es Ausgleichszahlungen geben?
Oberhauser: „Ich möchte mit der Wirtschaft reden, ob Ausgleichszahlungen für Wirte wirklich nötig sind oder nicht.

„Heute“: Die österreichische Lösung fällt?
Oberhauser: „Ja, als Gesundheitspolitikerin kann man nur für klare Lösungen sein. Auch für die Gastronomen ist es fair, wenn für alle das Gleiche gilt, nämlich dass nirgends geraucht wird.

„Heute“: Ab wann gilt das Rauchverbot?
Oberhauser: „Ich würd’s gern jetzt finalisieren, eine Übergangsfrist vereinbaren und zu einem Stichtag – Horizont: fünf Jahre – das Verbot in Kraft treten lassen.

Die Wiener Zeitung zitiert Oberhauser mit „Auch als ich noch geraucht habe, war ich für ein Verbot in der Gastronomie. Wir haben eine Verantwortung für die Menschen, die dort arbeiten.“

In Österreich gibt es (nach unserer Auffassung) keinen effizienten Nichtraucherschutz in der Gastronomie. Zwar gilt ein Nichtraucherschutz-Gesetzt, dieses hat jedoch drei große Schlupflöcher:

  • Lokale unter 50m² Fläche können sich für oder gegen das Rauchen entscheiden (Kennzeichnung genügt)
  • Lokale mit mehreren Räumen können einen abgetrennten Raucherbereich einführen (>50% der Plätze müssen im Nichtraucher-Bereich liegen)
  • Lokale können so umgebaut werden, dass es zwei getrennte Bereiche gibt

Der Vorgänger von Oberhauser, Alois Stöger, war am Widerstand der Parlamentarier gescheitert, den Nichtraucherschutz in der Gastronomie zu verbessern. Diverse Studien zeigen, dass sich ein „Rauchverbot“ in Gastwirtschaften und Kneipen eklatant positiv auf die Gesundheit der Bürger auswirkt. Der Rückgang von Frühgeburten und akuten Herzinfarkten in Deutschland, Irland und Teilen (!) der Schweiz sei nur beispielhaft genannt.

 

Q: http://www.heute.at/news/politik/art23660,1064240, http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/politik/657131_Die-Qualm-Saga-geht-weiter.html

Sep
03

Marlene Mortler möchte Plakatwerbung verbieten

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, möchte – wie in der vergangenen Legislaturperiode Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (beide CSU) – endlich beim Verbot von Tabakwerbung vorangehen und damit internationale Vereinbarungen umsetzen. Sie möchte wie wir, dass Nichtrauchen zum „Normalfall“ werden soll. Durch die Verhinderung der gezielten Manipulation von Heranwachsenden v. a. durch die Verwendung junger Gesichter auf Tabakwerbung wäre ein großer Schritt in diese Richtung möglich. Sie gibt zu, dass sie gegen Windmühlen kämpft, auch wenn Sie es anders formuliert: sie müsse sich erst „um Mehrheiten bemühen“, kündigt aber noch für dieses Jahr Gespräche mit der Bundesregierung über die Ausweitung des Werbeverbots an:

„Wenn wir glaubhaft bleiben sollen, ist für mich ein Tabakwerbeverbot auf Plakaten überfällig“

Wir werden Sie unterstützen, denn das ist aktuell die Realität auf deutschen Straßen: Luckie Strike, Marlboro, JPS und L&M Werbung – alle im Juni und Juli 2014 in der Metropolregion Nürnberg photographiert.

Mit jungen Gesichtern wird in ganz Deutschland für Zigaretten aller möglichen Marken massiv um Jugendliche und Herandwachsende gebuhlt.

Mit jungen Gesichtern wird in ganz Deutschland für Zigaretten aller möglichen Marken massiv um Jugendliche und Herandwachsende gebuhlt.

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Jul
18

Lesenswertes

Da ich momentan nicht dazu komme, selbst interessantes zu schreiben, hier ein paar sehr lesenswerte Seiten:

Wer nach dem Jahr 2000 geboren ist, soll in England nicht mehr rauchen dürfen: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/aerzte-fordern-rauchverbot-ab-einer-generation-901853445535.php

Die Tabak-Industrie hat Zigaretten tödlicher gemacht, als jemals zuvor: http://www.vox.com/2014/6/23/5835158/tobacco-companies-have-made-cigarettes-deadlier-than-ever

Wer früher raucht ist früher tot. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59132/Fruehe-Zigarette-am-Morgen-verstaerkt-Krebsrisiko?s=rauchen

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Jul
04

So wird die WHO-Tabakkonvention unterlaufen

Wenn es irgendwo Geld zu verdienen gibt, beginnt das Gerangel. Ganz vorne dabei ist die Beeinflussung von öffentlicher Meinung und Politik. Public Relations, Marketing und Werbung führen zur Meinungsbildung und je nach Gewinnmarge wird das mehr oder weniger intensiv ausgebaut. Wenn es wie beim Tabak um Milliarden geht, wird rasch auch die politische Willensbildung mit einbezogen: durch „Berater“ – also Lobbyvertreter.

Da Tabak – wie wir alle wissen – höchst gefährlich ist, wird es für Konzerne immer schwieriger in der westlichen Welt den Markt für sie offen zu halten. Beschränkungen zum Schutz des Bürgers und vor allem von schutzbedürftigen Gruppen (wie Kindern) werden stärker, die Hürden mit dem Rauchen anzufangen werden höher (z. B. Altersnachweis an Automaten) und der Nichtraucherschutz auch an öffentlichen Plätzen nimmt zu. Diesen Strömungen versucht die Tabaklobby entgegen zu wirken. Sei es mit Beilegezettelchen zu Zigarettenschachteln oder durch die direkte oder indirekte Beeinflussung von Politikern. Genau dagegen geht die WHO vor. Auch sie betreibt Meinungsbildung – durch Aufklärung und wissenschaftliche Aufarbeitung der Gesundheitsbeeinflussung. Im Februar 2005 trat die WHO-Tabakkonvention (Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs) in Kraft und wurde weltweit von 168 Staaten unterzeichnet und von insgesamt 171 Staaten ratifiziert – darunter auch die gesamte europäische Gemeinschaft.

Was ist die WHO-Tabakkonvention?

Die Vertragsparteien verpflichten sich unter anderem zu folgenden Maßnahmen um die Zahl der Menschen, die jedes Jahr an tabakbedingten Erkrankungen sterben,  zu senken. Im Jahr 2010 starben weltweit fast fünf Millionen Menschen und allein in Europa etwa 1,2 Mio Menschen – bei anhaltendem Trend werden es bis 2020 gar zehn Millionen weltweit sein.

  • Wirksame Maßnahme zum Schutz vor Passivrauchen am Arbeitsplatz, in geschlossenen Räumen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Einrichtungen und Plätzen
  • Produktdeklaration und Warnhinweise auf allen Tabakprodukten
  • Einschränkungen der Tabakwerbung und des Sponsorings durch der Tabakindustrie
  • Bekämpfung des Tabakschmuggels, der illegalen Herstellung und Fälschung von Tabakprodukten
  • Abgabeverbot von Tabak und Tabakprodukten an Minderjährige

Lobbycontrol.de meldet konform zu den Berichten aus der Zeitung „The Guardian“, dass im Europäischen Parlament die Lobbyarbeit zugunsten von Tabak stark zugenommen hat. Man verlässt sich nun aber nicht mehr nur auf die Arbeit von Industrie-Beratern sondern verlagert sich zunehmend auf Tabakbauern, Zigarettenverkäufer, Kneipenwirte, Gewerkschafter um die eigenen Bedenken über Berufsfreiheit, Existenzsicherung, persönliche Freiheit und Erhalt von Arbeitsplätzen zu äußern. Doch mit hoher Wahrscheinlichkeit sind nicht nur einzelne dieser Auftritte bezahlt.

Diese Art von Lobbying wird auch als „Astroturfing“ bezeichnet. Astroturfing bezeichnet im Englischen eine Massenbewegung, die zentral gesteuert und ausgelöst wird. Sie soll so wirken, als ob die Basis der Bevölkerung selbst sich bewegen würde und eine „Revolution von unten“ entsteht – ihr Vorbild ist „Grassroots Movement“ (im Deutschen die Basisbewegung). D. h. man bezahlt „Demonstranten“ um die Meinung Vieler vorzutäuschen, gleichwohl ist und bleibt es nur die Meinung weniger, nämlich derer, die ordentlich an einer fatalen Abhängigkeit verdienen. Leider fehlen momentan noch Beweise für dieses Vorgehen, von scheinbar unabhängigen und individuellen Äußerungen, hinter denen aber Lobbyunternehmen und dahinter die Tabakindustrie mit ihren Milliardengewinnen steckt.

Eine neue, eigene Lobby für E-Zigaretten

Parallel zu klassischen Tabakkonzernen treten vermehrt auch Herstellung und Vertriebspartner von E-Zigaretten auf dem politischen Feld in Aktion. Um zu verhindern, dass ihre Produkte über deren Gefährlichkeit nur wenig bekannt ist, stärker reguliert werden, wird inzwischen offensichtlich auch hier die Finanzierung und Veröffentlichung von medizinischen Studien betrieben.

 

Quellen: http://www.bag.admin.ch/fctc/04019/04056/index.html?lang=de, https://www.lobbycontrol.de/2013/07/eu-parlament-e-zigarettenlobby-auf-dem-vormarsch/

Sep
16

Russische Filme: bald rauchfrei

Gerade in den stark wachsenden Ländern wie China, Indien, Brasilien und Russland versuchen Tabak-Konzerne die in Westeuropa und Nordamerika sinkenden Raucherzahlen zu kompensieren. In Russland, wo Zigaretten pro Päckchen schon ab 50 Cent zu haben sind, rauchen etwa 40 % der Erwachsenen; dagegen will der Staat (durch seinen Regierungschef Wladimir Putin) nun etwas tun und hat am 14. Dezember in erster Lesung einen Gesetzentwurf angenommen, der die schärfsten Gesetze zur Stärkung der Volksgesundheit durch strengere Reglementierung des Tabakkonsums vorsieht.

Auf seiner Website stellt das russische Gesundheitsministerium einen Stufenplan vor, der die Anzahl der etwa 44 Millionen Raucher reduzieren soll. Hauptgrund für diese Gesetzesinitiative sind 400.000 Tote pro Jahr die im direkten Zusammenhang mit Zigaretten und anderen Tabakprodukten stünden. Um noch mehr Menschen zu bewegen ihre Sucht in die Hand zu nehmen und mit dem Rauchen aufzuhören schlägt der Vize-Chef der Staatsduma Sergej Schelesnjak vor, in „Werbepausen soziale Spots über gesundheitliche Schäden des Rauchens zu zeigen.“

Als ein wichtiger Baustein soll in künftigen Spielfilm- und TV-Serien-Produktionen das Sponsoring durch Tabakfirmen verboten sein, genauso untersagt ist es rauchende Schauspieler zu zeigen. Das Verbot greift nicht für bereits existierende Filme, die weiterhin gezeigt werden dürfen. Ab Mai 2013 wird der Verkauf von Zigaretten in den beliebten Kioskbuden verboten. Zigarettenpackungen sollen künftig mit abschreckenden und warnenden Bildern bedruckt werden. Daneben soll das Rauchen in der Öffentlichkeit stark eingeschränkt werden, so etwa wird es ab Juli 2014 ein Rauchverbot in Fernzügen, auf Flughäfen und  Schiffen geben. Ab 2015 gilt das Verbot auch in Restaurants, Cafés und Diskoteken (andere Quelle: „ein vollständiges Rauchverbot an öffentlichen Aufenthaltsplätzen“).

 

Quellen: http://de.ria.ru/society/20130124/265388324.html, http://www.welt.de/politik/ausland/article13543331/Putin-schockt-Russen-mit-radikalem-Rauchverbot.html

Feb
01

Ende der Tabak-Subventionen 2013

Durch den Abbau von Subventionen gehört künftig auch der Tabakanbau zu den Bereichen, die sich selbst tragen müssen. Der Bundesverband Deutscher Tabakpflanzer / Die Vereinigung der Tabak-Erzeugergemeinschaft e. V.  publizieren auf Ihrer Website http://www.bundesverband-tabak.de/tabak.htm die enormen Kostensprünge zwischen Anbau und Verarbeitung: „Der Blattertrag von 2.500 bis 3000 kg/ha (Hektar)bringt dem Pflanzer ca. 10.000-12.000 Euro/ha. Nach Herstellung von Tabakwaren liegt der Wert bei 360.000 Euro/ha, wovon 270.000 Euro/ha Tabaksteuer dem Staat zufließen.“

Hart für den Nichtraucher (aber faktisch nicht von der Hand zu weisen) ist die Formulierung: „Positiv stellt sich die Umweltleistung der Tabakpflanze dar. Sie ist eine führende grüne Lunge in der Pflanzenwelt.“ – Tabak als „grüne Lunge“ zu betiteln – das fällt auch nur einer Tabaklobby ein …

Okt
27

Memorandum für ein Leben in rauchfreier Umwelt

Das Memorandum von Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen für Menschen mit Lungen- und Atemwegserkrankungen für ein Leben in rauchfreier Umwelt aus dem April 2010 können wir natürlich nur unterstützen! Hier die Forderungen u. a. von der Asbestose Selbsthilfegruppen, der Deutschen Atemwegsliga, der Deutschen Sarkoidose Vereinigung, der Lungenemphysem-COPD Selbsthilfegruppe und der Patientenliga Atemwegserkrankungen:

Für ein Leben in rauchfreier Umwelt
MEMORANDUM
von Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen für Menschen mit Lungen- und Atemwegserkrankungen

Wir, die unterzeichnenden Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen, stellen fest, dass in Deutschland der gesetzliche Schutz vor dem Passivrauchen unzureichend geregelt ist und die Prävention rauchbedingter Erkrankungen nur mit wenig Nachdruck verfolgt wird.

Wir fordern daher

1. einen umfassenden gesetzlichen Schutz vor dem Passivrauchen.
Dies betrifft insbesondere den Bereich der Gastronomie. Im bundesdeutschen Gastgewerbe wird der Nichtraucherschutz derzeit durch eine Vielzahl von Ausnahmeregelungen untergraben. Menschen mit Lungen- und Atemwegserkrankungen werden dadurch aus einem wichtigen Teil des öffentlichen Lebens ausgegrenzt.

Wir unterstützen daher mit Nachdruck das Volksbegehren für einen konsequenten Nichtraucherschutz in Bayern.

2. einen Ausbau der Beratungs- und Therapieangebote zur Tabakentwöhnung.
Da ein Großteil der Raucherinnen und Raucher die Kriterien einer Tabakabhängigkeit erfüllt, sind zur Beendigung des Tabakkonsums in vielen Fällen unterstützende Maßnahmen notwendig. Das in höchstem Maße gesundheitsschädigende Rauchen darf nicht mehr – wie das in den heute noch geltenden rechtlichen Normen der Fall ist – als reines „Lifestyle“-Phänomen verharmlost werden.

3. die Bereitstellung öffentlicher Mittel für die Tabakprävention.
Die Aufklärung der Öffentlichkeit über die Gesundheitsgefahren des Rauchens und Passivrauchens erfordert den Einsatz beträchtlicher Geldmittel. Wir schließen uns daher der Forderung des AKTIONSBÜNDNISSES NICHTRAUCHEN an, dass für Aufklärungskampagnen 1 % der jährlichen Tabaksteuereinnahmen, also rund 130 Millionen Euro, zur Verfügung gestellt werden sollten.

4. ein vollständiges Verbot der direkten und indirekten Tabakwerbung, der Promotion von Tabakprodukten und des Sponsorings durch die Tabakindustrie.
Wir stellen diese Forderungen für alle, die durch eine Vorerkrankung der Lunge und Atemwege von den bestehenden Missständen bei der Prävention des Rauchens und Passivrauchens besonders betroffen sind. Es ist unser gemeinsames Ziel, dass die Jugend in Deutschland zukünftig in einer rauchfreien Umwelt aufwächst.

Bundesverband der Asbestose Selbsthilfegruppen e.V.
Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V.
Deutsche Atemwegsliga e.V.
Deutsche Lungenstiftung e.V.
Deutsche Sarkoidose-Vereinigung e.V.
Lungenemphysem-COPD Deutschland
Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

V.i.S.d.P. Prof. Dr. Michael Pfeifer
(Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.)

Quelle: http://www.sdgp.de/fileadmin/pneumologie/downloads/Mitteilungen/Memorandum_final.pdf?cntmark

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Okt
18