E-Rauchen « Nie wieder Tabak

NRW: Land darf nicht vor E-Zigaretten warnen

Trotz fachlicher Einstufung von Lungenfachärzten  der Inhaltsstoffe der sogenannten e-Zigaretten als zumindest bedenklich darf das Land Nordrhein-Westfalen bzw. dessen Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) nicht mehr vor elektronischen Zigaretten warnen. Das OVG (Oberverwaltungsgericht) in Münster untersagte die Einordnung des Landesministeriums als Medizinprodukt oder Arzneimittel – wie wir berichteten ordnete die Ministerin die Kartuschen von nikotinhaltigen Liquids als Medizinprodukt oder Arzneimittel ein, weil die Dosis an Nikotin in den zu verdampfenden Flüssigkeiten sehr hoch sind, und warnet vor dem Konsum weil sie nicht zugelassen seien.

Die Richter befanden in einem nicht anzufechtenden Beschluss, dass nikotinhaltige Liquids nicht die gesetzlichen Grundlagen zur Einstufung als Arzneimittel hätten: sie dienen keinem therapeutischen oder präventivem Zweck und die Entwöhnung von einer Nikotinsucht stehe beim Konsum nicht im Vordergrund. Die Pressemeldung des Ministeriums, die im November 2011 u. a. an alle Apotheken im Bereich der Apothekerkammer Nordrhein ging, würde laut Urteil wie ein „Verbot“ wirken.

Nun bleibt es wieder jedem einzelnen Raucher überlassen, die Risiken des Wechsels auf die E-Dampfer einzuschätzen. Die Gründe für einen Umstieg scheinen verlockend und verharmlosen unseres achtens die zum größten Teil noch nicht erforschten Risiken. Deshalb sollten vor der Verkaufsfreigabe zum Verbraucherschutz zumindest von nikotinhaltigen Liquids eingeschränkt oder aufgehoben werden. Nikotin ist ein hochwirksames Nervengift dessen tödliche Dosis (LD50, also die Quote, bei der 50% der Lebewesen sterben, die dieser Dosis ausgesetzt werden) für den Menschen mit einem Milligramm pro kg Körpergewicht angegeben wird.

Daneben befürchten Forscher vor allem beim Hauptbestandteil und Lösungsmittel Propylenglycol ein nicht zu unterschätzendes Risiko für Menschen – nicht in seiner Verwendung bei normalen Temperaturen aber sowohl als Zusatzstoff zu Zigaretten als auch als Liquid; bei beiden wird die Temperatur hoch erhitzt und dann inhaliert.

Quelle: http://www.justiz.nrw.de/Mitteilungen/pe_ovg_23_04/index.php; http://www.e-zigarette-test.de/index.php/e-zigarette-gefahren-risiken.html

Apr
23

Die E-Zigaretten – Alles nur Fragezeichen?

Die elektrische Zigarette erfreut sich in letzter großer Beliebtheit – nach Unterschiedlichen Angaben gibt es allein in Deutschland zwischenzeitlich zwischen 1,2 und 2 Millionen E-Raucher. Weil die Regierung sie als Arzneimittel eingestuft hat, dürfen sie aber unter Umständen nicht einfach verkauft werden. Der Zoll hat deswegen schon über 45 000 Fläschchen mit dem flüssigen Liquid beschlagnahmt. Sobald diese Nikotin enthalten müssen sie laut Arzneimittelgesetz zugelassen werden und Verkauf und Handel der Qualm- & Dampf-Lieferanten ist bis dahin verboten. Die Gesundheitsministerin von NRW Barbara Steffens hatte bereits Ende 2011 betont, dass keines der derzeit geschätzt mehreren hundert Liquid-Produkte zugelassen sei, der Vertrieb damit illegal.

Der Konsum ist derweilen lang nicht so eindeutig geregelt. Alle Gesetze in den Bundesländern zum Nichtraucherschutz (negativ oft als Rauchverbote bezeichnet) sind auf den Konsum von Tabak ausgerichtet, also das Abbrennen von Zigaretten, Zigarillos, Zigarren und Pfeifentabak. Die kleinen E-Zigaretten-Geräte arbeiten über einen batteriebetriebenen Vernebler oder Verdampfer und benötigen keine Verbrennung und keinen Tabak.

Wenn man dem Sprecher des Forums rauchfrei, Johannes Spatz, glaubt, ist es trotzallem ein „risikobehaftetes Produkt“ – nicht zuletzt könne hochkonzentriertes Liquid, sozusagen flüssiges Nikotin in den Mund gelangen und verschluckt werden. Davor warnen auch die Hersteller der Verdampfungsgeräte. Die Bundesregierung warnt ebenfalls: „Die Bundesregierung nimmt eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch die seit einigen Jahren auf dem Markt befindlichen E-Zigaretten sehr ernst.“ Der eingeatmete Nebel bestehe zu etwa 90 Prozent aus Propylenglykol, das „akute Reizungen der oberen Atemwege und Augen“ auslösen könne sowie „Beeinträchtigungen der Atemfunktion.“ „Nebenwirkungen wie Verengung der Atemwege konnten in einer aktuellen Studie bei E-Zigarettenrauchern bereits nach fünf Minuten nachgewiesen werden“, belastbare Studien zu Langzeitfolgen des E-Rauchens gibt es bislang aber nicht. Vor allem für Jugendliche sei die E-Zigarette, wie ihr konventioneller Vorgänger, ein Einstiegsprodukt.

Quelle: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12292710/62249/Die-Zahl-der-Tabakkonsumenten-geht-zurueck-aber-die.html, http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article13895751/Fahnder-ziehen-E-Zigaretten-Liquid-aus-dem-Verkehr.html

***

Update 28. März 2012

Im Streit ob die E-Rauchmittel nun Arznei oder Genuß sind, streiten sich nicht nur die Geister – für Unternehmen geht es viel Geld, sie gehen deshalb u. a. in Münster vor Gericht. Vor dem Oberverwaltungsgericht ist ein Verfahren anhängig, das in erster Instanz zugunsten des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium entschieden worden war. Immer noch fordert der Hersteller den freien Verkauf seiner Produkte, nikotinhaltige E-Zigaretten, die das Ministerium zu Medizinprodukten erklärt und damit apothekenpflichtig macht.

 

Mrz
14

Total vernebelt? E-Zigaretten vor dem aus.

Ein Bestseller – zumindestens laut den omnipräsenten Aufstellern, Werbungen, Anzeigen – soll die E-Zigarette sein. Aber wenn man sich die Fakten ansieht, wie es die Gesundheitsministerin von Nordrhein-Westfalen, Barbara Steffens, scheinbar getan hat, gerät der sogenannte Bestseller in gesundheitliche AUS. Steffens ließ verlautbaren, dass, solange die von den Nebelgeräten ausgehenden Gefahren unbekannt sind, von einer Gefährdung für die Gesundheit ausgehen würde, insbesondere bei Verdampferkartuschen mit Nikotin: „[…] nikotinhaltige Liquids dürfen nur mit einer arzneimittelrechtlichen Zulassung in den Verkehr gebracht werden.“

Welche Bestandteile in den Flüssigkeitsdepots, den sogenannten Liquids, stecken würde, wäre weitgehend unbekannt und die Veränderung der Inhaltsstoffe durch die Erhitzung und Verneblung  ist kaum erforscht. Erste Bundesländer haben den Verkauf bereits gestoppt. Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) warnt in diesem Zusammenhang: „Verbraucher sollten sich darauf verlassen können, dass ein Produkt gesundheitlich unbedenklich ist – und das ist bei der E-Zigarette in keinster Weise gegeben“.

Quelle: http://www.welt.de/gesundheit/article13817328/Bestseller-E-Zigarette-steht-vor-dem-Totalverbot.html

Categories: E-Rauchen
Feb
10

Riskanter Ersatz: E-Zigaretten

Ist der Nebel genauso gefährlich wie sein Vorgänger. Raucher hatten gehofft in den sogenannten E-Zigaretten eine schadlose Alternative zu den bekanntermaßen gefährlichen Tabakzigaretten gefunden zu haben. In den mit Batterien betriebenen Zigaretten-, Zigarillo- und Zigarrenimmitaten werden spezielle Flüssigkeiten aufgeheizt und zu einem heißen Nebel verdampft, den man inhaliert.

Forscher der FDA, der US-Amerikanischen Aufsichtsbehörde für Nahrungs- und Arzneimittel, fanden in einigen dieser Lösungen tabakspezifische Nitrosamine und erklärten, diese seien auch in geringen Mengen krebserregend. Wegen der bislang unklaren chemischen Inhaltsstoffe der Verdampferflüssigkeiten und im entstehenden Dampf  geben Krebsforscher wie Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg kein grünes Licht für den Rauchersatz. Man könne nicht davon ausgehen, dass diese gesundheitlich unbedenklich seien.

Das DKFZ empfliehlt den Verkauf dieser Rauchersatzprodukte einzuschränken und auch den Konsum, ähnlich wie Tabakprodukte, zu reglementieren. Wie das Institut mitteilt gibt es begründete Verdachtsmomente das der beim Rauchen der elektronischen Zigaretten entstehende Dampf Innenräume belasten würde.

Quelle: http://www.ftd.de/wissen/leben/:keine-entwarnung-elektrische-zigaretten-sind-risikoreich/60136400.html

*** UPDATE VOM 07.12.2011 ***

Die Firma Red-Kiwi, nach eigenen Aussagen der führende Vermarkter von e-Zigaretten in Deutschland, ließ von einem Hamburger Labor die Aroma-Flüssigkeiten und den daraus erzeugten Nebel untersuchen und zweifelt mit dem Ergebnis dieser Laboranalyse die Ergebnisse der FDA an. Laut den Ergebnissen läge die Menge an Nitrosaminen in beiden Zuständen „unterhalb der Nachweisgrenze“, lässt in ihrem online veröffentlichten Beitrag aber trotz Kritik an den unvollständigen Zahlen der FDA nicht bekannt werden, ab welcher Konzentration diese Nachweisgrenze liegt.

Dass die Firma den gleichen Weg beschreitet, wie große Tabakkonzerne bereits vor Jahren, zeigt ein Veröffentlichtes Zitat des Geschäftsführeres der red kiwi GmbH, Sven Heeder: „Die e-Zigarette ist kein Gesundheitsartikel. Auch eignet sie sich nicht zur Rauchentwöhnung. Aber die mittlerweile 1,2 Millionen Umsteiger von der Tabak- auf die e-Zigarette haben aus den genannten Gründen verstanden, warum die elektronische Variante so viel besser für sie ist als der Tabak-Glimmstengel.“ Im Endeffekt geht es hier sicher um eine Absicherung vor Schadensersatz- und Haftpflichtforderungen gegenüber des Inverkehrbringers von gesundheitlich eventuell bedenklichen aber sogenannten Genußmitteln.

Der direkt darunter angebrachte Sicherheits und Gesundheitshinweis liest sich ebenso:

„Der erzeugte Nebel der elektrischen Zigarette kann Nikotin enthalten, wenn Sie Aromadepots mit Nikotin verwenden.
Die esmoker elektrische Zigarette ist in diesem Fall wie alle nikotinhaltigen Produkte nicht für Personen unter 18 Jahren, Nichtraucher, Schwangere, stillende Mütter und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (kardiovaskuläre Erkrankungen) geeignet!
Benutzen Sie das Produkt nur mit äusserster Vorsicht, wenn Sie an einer Lungenerkrankung (z.B. Asthma, COPD, Bronchitis, Lungenentzündung) leiden. Der freigesetzte Nebel kann bei vorgeschädigter Lunge unter Umständen einen Asthmaanfall, Luftnot und Hustenanfälle auslösen. Verwenden Sie das Produkt nicht, wenn eines dieser Symptome bei Ihnen auftritt!
Falls Sie allergisch auf einen der Inhaltssoffe reagieren, dürfen Sie das Produkt nicht benutzen. Die von uns verwendeten Depots enthalten als potentielle Allergene Propylenglykol (PG) und Linalool.
Elektrische Zigaretten sind kein Spielzeug! Bewahren Sie daher das Gerät und die Depotkapseln absolut unzugänglich für Kinder auf!“

Unabhängig von unseren Bedenken gegenüber allen Nikotinprodukten ist die e-Zigarette aber ein erster (vielleicht aber noch nicht der richtige) Schritt zum tabakrauch-freien Miteinander.

Quelle: http://www.red-kiwi.de/cms/index.php/news-topmenu-19/199-hamburger-labor-bestaetigt-e-zigaretten-sind-frei-von-nitrosaminen

Dez
01