Kosten des Rauchens « Nie wieder Tabak

Pfandsystem für Zigarettenstummel

Einen interessanten Ansatz verfolgt das Projekt http://www.penny-for-butt.de/ von Helmut Pieper. In diesem Projekt, das aktuell über ein Mikroinvestmentprojekt finanziert werden könnte, soll ein Pfandsystem für Zigarettenstummel eingeführt werden – es ist technisch sehr anspruchsvoll und könnte Raucher dazu animieren die 4,5 Billionen pro Jahr gerauchten Zigaretten künftig nach Gebrauch nicht einfach in die Natur zu werfen sondern in einer kleinen Box zu sammeln und hinterher Geld für diese zu erhalten.

Funktionieren kann ein solches System aber nur, wenn es:

  • einen gesellschaftlichen Druck auf die Raucher gibt, weil die Folgen für Mitmenschen, Natur und Umwelt bekannt sind und auch wahrgenommen und kommuniziert werden
  • oder ein politischer Wille dies als Zwang einführt und der Kostendruck hoch ist (sprich ein hohes Pfand für die Filter erhoben wird)

Aktuell kann ich keine der beiden Voraussetzungen erkennen, es fehlt selbst der Wille zum endgültigen Verbot von Werbung für das tödlichste frei verkäufliche Produkt. Und schlichtweg wäre es besser, das Rauchen zu reglementieren und weniger Kippen zu erzeugen, als diese hinterher auf- oder zumindest zu sammeln.

Trotzdem ist das Projekt ein richtiger Schritt – es zeigt, dass kluge Menschen sich damit beschäftigen, dass Zigarettenstummel ein Problem sind und nach Lösungen suchen. Das geht in Richtung meines oben angedachten Systemwandels in den Köpfen und damit zu einem höheren sozialen Druck auf den einzelnen, seine Kippen ordentlich zu entsorgen und nicht einfach in den Rinnstein zu werfen. Wie gefährlich Zigarettenstummel sind, haben wir hier schon ausführlich augezeigt: Zigarettenfilter sind Umweltverschmutzung

Feb
26

80 Milliarden Zigaretten

Obwohl das Rauchen in Deutschland lange nicht mehr so selbstverständlich ist, wie es noch 1991 war, wurden im vergangenen Jahr 2014 noch immer 80 Milliarden Zigaretten in Deutschland versteuert und unzählig unversteuert bzw. in anderen Ländern versteuert eingeführt. 1991 verkauften die Zigarettenhändler in Deutschland noch fast 150 Milliarden Kippen. Das Statistische Bundesamt zählt ein knappes Prozent Umsatzrückgang mit in Deutschland versteuerten Zigaretten im verleich zu 2013 und führt dies u. a. auf die Steuererhöhung zum 1. Januar 2014 zurück.

zigarettenkonsum-tabaksteuer1906-2014-deutschland

Da Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak nicht von steuerlichen Veränderungen betroffen waren, ist der Absatz bei den beiden erstgenannten um 8,4% und beim Tabak für Pfeifen sogar um 13,2% gestiegen. Beim Feinschnitt zum Selbstdrehen sank die Verkaufsmenge, allerdings nur minimal um 0,1%.

Nach den Statistikexperten landeten von den Verkaufserlösen an Tabaksteuer 14,3 Milliarden Euro im Staatshaushalt. Dies ist zwar ein Anstieg von 1.6% gegenüber den Steuererlösen von 2013, aber man darf annehmen trotzdem deutlich weniger als die volkswirtschaftlichen Kosten z. B. für Erkrankungen der Raucher (von häufigeren Erkältungen bis zum Lungenkrebs) im gleichen Zeitraum verursachten.

Q: DeStatis

Jan
19

23 Milliarden Dollar für Lungenkrebs

Der amerikanische Tabakkonzern R. J. Reynolds Tobacco Company, der unter anderem die Marke Camel vertreibt, wirde von einem US-Gericht zur Zahlung von 23 Milliarden US-$ verklagt. Die Witwe des mit 36 Jahren an Lungenkrebs verstorbenen Michael Johnson, der bereits 1996 verstarb, meinte erst es gehe um Millonen …

Selbstverständlich wird der Konzern das Urteil anfechten. Ausschlaggebend für die hohe Entschädigungszahlung sind Interviews aus dem Jahr 1994, in dem Tabakmanager Rauchen als nicht gesundheitsschädlich bezeichneten, interne Dokumente jedoch belegen, dass bereits 60 Jahre vorher die schädliche Wirkung bekannt war.

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/gerichtsurteil-camel-hersteller-soll-raucher-witwe-23-milliarden-dollar-zahlen-13055114.html

 

Jul
20

Deutschland ist abhängig.

Wer innerfamiliär oder im Bekanntenkreis mit Suchterkrankungen konfrontiert ist und sich um die Bekämpfung der Sucht oder besser um die Befreiung des Menschen bemüht, merkt schnell, wie schwierig der Kampf gegen Drogen des Kopfes und des Körpers im Kleinen ist. Wie gelingt es aber im Großen, Süchte zu verhindern, zu Bekämpfen und vielen hundert, vielen tausend Menschen ein selbstbestimmtes und freies Leben zu ermöglichen.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS) analysiert im „Jahrbuch Sucht“ die gefährlichsten Süchte der Deutschen und gibt Handlungsanweisungen vor allem für die Politik. Im Jahrbuch Sucht 2014 kommt die DHS zu dem Schluss, dass Rauchen und Trinken die höchsten Risikopotentiale und Hauptursache für den verfrühten Tod der Menschen in Deutschland sind:  „Tabak ist nach wie vor die Ursache Nr. 1 für vorzeitiges Sterben, Alkohol auf Platz 3 steht dem kaum nach – und auch Bluthochdruck (Platz 2) ist eng verbunden mit dem Konsum der beiden legalen Drogen.“ Die Warnung ist eindeutig, „noch immer rauchen 34% der 18- bis 64-jährigen Männer und 26,2% der 18- bis 64-jährigen Frauen. 42% der Männer und 26% der Frauen sind mindestens einmal pro Woche Passivrauch ausgesetzt. Risikofreie Konsummengen gibt es weder für Alkohol noch für Tabak. Es gilt die einfache Regel: Je mehr konsumiert wird, desto höher steigt das individuelle Risiko, zu erkranken oder vorzeitig zu sterben.“

die DHS bietet aber direkt einen Lösungsweg an, der von allen namhaften Krebsforschern, Nichtraucherschützern und Ärzten so oder so ähnlich schon seit Jahren gefordert wird: „Es gibt effektive und kostengünstige Präventionsmaßnahmen, die Gesundheit und Leben hunderttausender Menschen schützen können. Deren Umsetzung lässt allerdings weiterhin auf sich warten, wie die traurige Platzierung Deutschlands in der aktuellen Tabak-Kontroll-Skala zeigt: Platz 33 unter 34 Ländern (OECD 2014). Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen fordert seit langem eine umfassende Präventionsstrategie ähnlich der Internationalen Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle übrigens ein Dokument, das Deutschland unterzeichnet hat und dessen vollständige Umsetzung noch immer auf sich warten lässt. Wesentliche Bestandteile einer wirkungsvollen Prävention sind:

  • Preisanhebung durch Steuererhöhungen
  • Zeitliche Begrenzung des Verkaufs
  • Effektive gesetzliche Regulierungen der Werbung
  • Zufallskontrollen der Promille im Straßenverkehr
  • Maßnahmen zur Früherkennung und Frühinterventionen in der Gesundheitsversorgung

Nun könnte man sich fragen, was man selbst als Nichtraucher und Nichttrinker damit zu tun hat. Nun ja, jeder Geldbeutel ist betroffen. Jeder Mensch subventioniert die Sucht der anderen mit nicht unerheblichen Mitteln, bezahlt einen Teil jeder Zigarette, jedes Schnapses mit: „33,6 Mrd. Euro volkswirtschaftlichen Folgekosten des Tabakkonsums stehen 14,1 Mrd. Euro Einnahmen aus Tabaksteuern gegenüber“ – gleichzeitig wird dadurch deutlich, dass das Märchen von den sprudelnden Tabaksteuern genau das ist und bleiben wird: ein Märchen. Ähnlich beim Alkohl: „Volkswirtschaftlichen Folgekosten von 26,7 Mrd. Euro stehen 3,28 Mrd. Euro Einnahmen aus Alkoholsteuern gegenüber“.

Noch nicht überzeugt? Treffend und richtig argumentiert die DHS etwas später im Dokument: „Die Argumentationsstrategien der drei großen Branchen – Tabak, Alkohol und Glücksspiele – ähneln sich stark. Doch stellt sich die Vielzahl der vorgebrachten Argumente als nicht haltbar heraus, wenn sie mit den Befunden der Forschung konfrontiert wird:

  • Die beworbenen Produkte sind weder harmlos noch die problematischen Folgen gering. Zutreffend ist: Kurzfristiger Genuss wird mit langfristigeren Problemen erkauft. Regelmäßige Konsumenten von Suchtgütern sind wesentlich von Suchtproblemen betroffen. Um positive wirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen, sind Anbieter auf suchtkranke Menschen, auf intensiven, schädlichen Konsum angewiesen.
  • Gewinnerzielungsabsicht und Suchtprävention widersprechen sich. Die Anbieter können diesen Konflikt nicht von innen durch Selbstverpflichtungserklärungen lösen. Zutreffend ist: Werbung dient der Gewinnung von Neukunden. Ein hoher Konsumentenanteil an Kindern und Jugendlichen ist wirtschaftlich vorteilhaft für die Suchtgüterindustrie. Heranwachsende werden in ihrer verwundbarsten Lebensphase von der Industrie angesprochen und zum Konsum der gefährlichen Produkte verleitet. Bindende staatliche Regulierungen sind unverzichtbar.
  • Regulierung kostet keine Arbeitsplätze und keine Steuergelder. Zutreffend ist: In der Nettobetrachtung führt ein Marktrückgang im Bereich der Suchtgüter zu keinen Arbeitsplatzverlusten. Das Geld wird an anderer Stelle ausgegeben, so dass dort Arbeitsplätze entstehen. Sinkenden Steuereinnahmen bei einer Begrenzung der Suchtgüterindustrie stehen ungleich höhere Entlastungen der öffentlichen Hand gegenüber, so dass insgesamt für den Einzelnen und den Staat eine Ersparnis zu verzeichnen ist.“

Quelle: http://www.dhs.de/ und dort die Dokumente: http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/2014-04-16_PM_Legale_Suchtmittel.pdf, http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/2014-04-16_PM_Public_Relation.pdf, http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/2014-04-16_PM_Daten_und_Fakten.pdf sowie die Einzelseiten zu den Daten und Fakten zu Tabak, Alkohol usw.

 

Apr
24

Zigarettenschmuggel

Wie lukrativ das Geschäft mit der Tabaksucht ist zeigen nicht nur die enormen und schier unerschöpflichen Werbebudgets der Tabakmultis sondern auch die ausgefeiten Schmuggelmethoden der internationalen Tabakmafia.

Ein Beispiel ist, dass für den kriminellen Schmuggel ausgehölte Holzstämme mit langen Stangenpackungen vollgepackt und kunstvoll wieder verschlossen werden um den illegalen Grenzübertritt zu bewerkstelligen:

In vielen YouTube(R)-Videos werden dreiste Methode gezeigt – z. B. hinter wenigen Flachbildschirmen oder Handtüchern ganze Überseecontainer voll mit unverzollten Zigaretten einzuführen:


Und längst nicht alle Zigaretten werden „legal“ hergestellt. Der WDR berichtet über eine der zehn in Deutschland meistverkauften Marken, die völlig illegal in Russland (Leningrad) gefertigt, nach Deutschland geschmuggelt und hier zu weniger als der Hälfte des regulären Preises verkauft werden. Jin Ling – ob wohl verboten schafft es die Marke in die TOP TEN. Laut Fabrikdirektor liegt der Einkaufspreis der Stange für den Schmuggler bei 1,80 € – pro Stange, nicht pro Schachtel wohlgemerkt!! Ein Milliardengeschäft für die Maffia, die dafür über Leichen geht.

Sep
10

Viel höhere Krankheitskosten durch Rauchen

Das Zigarettenrauchen verursacht viel höhere Kosten durch Krankheiten und Arbeitsausfall als bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München / Neuherberg. Die in der Fachzeitschrift „BMC Health Services Research“ veröffentlichte Studio korrigiert die bisherigen Ansätze bisherige Aussagen zu Versorgungskosten deutlich nach oben. Erstmalig für Deutschland wird als Grundlage zur Berechnung die Auswertung der bevölkerungsbasierten KORA-Studie mit einbezogen.

In der Auswertung kommt das Helmholtz Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (http://www.helmholtz-muenchen.de) zu dem Schluss, dass die Kosten medizinischer Versorgung und von Arbeitsausfällen für Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern um 24% und von Ex-Rauchern, die krankheitsbedingt mit dem Rauchen aufhören müssen, um 35% höher sind. Im Jahr 2008 beliefen sie die durchschnittlich höheren Kosten eines Rauchers auf 700 €, die eines kranken Ex-Rauchers sogar bei 1.100 € pro Jahr. Die genauere Erfassung bzw. Auswertung der Daten ermittelt also einen fast doppelt so hohe Krankheitsmehrkosten wie frühere Berechnungen.

Die KORA-Studien

Die KORA-Studien werden seit über 20 Jahren angefertigt und erfassen die Gesundheit tausender Bürger, die Einflüsse von Umwelt, Verhalten und Genen. Kernthemen der KORA-Studien (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg) sind Fragen zu Entstehung und Verlauf von chronischen Erkrankungen, insbesondere Herzinfarkt und Diabetes mellitus. Hierzu werden Risikofaktoren aus dem Bereich des Gesundheitsverhaltens (u.a. Rauchen, Ernährung, Bewegung), der Umweltfaktoren (u.a. Luftverschmutzung, Lärm) und der Genetik erforscht. Aus Sicht der Versorgungsforschung werden Fragen der Inanspruchnahme und Kosten der Gesundheitsversorgung untersucht.

Prof. Dr. Reiner Leidl, der Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen am Helmholtz Zentrum München  hält die Lage fest indem er sagt: „Die genaue Abschätzung der Krankheitskosten ist eine wesentliche Grundlage der effizienten Prävention.“ Er meint damit, dass auch wenn Rauchern bewusst wäre, dass „Rauchen ist eines der größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken“ ist, immer noch etwa 30% der Deutschen rauchen. Eine erfolgreichere Prävention würde Krankheitskosten vermeiden und wäre auch für die Gesellschaft vorteilhafter als bisher angenommen.

Die Kosten und Folgen des Rauchens

Wir glauben wir Prof. Dr. Leidl, dass eine Prävention Gelder im Gesundheitswesen einspart; sagen aber auch deutlich: hinter Krankheitskosten stehen Krankheiten wie Lungenkrebs, Speiseröhrenkrebs und andere Tumore, hinter Krankheitskosten stehen kranke Menschen und hinter Krankheitskosten verbergen sich tragische Schicksale. Es wäre also der Gesellschaft und dem einzelnen Menschen geholfen, wenn Rauchen Gesellschaftlich geächtet, politisch die Werbung für Tabak verboten und medizinisch alles für Raucher getan werden würde, den Ausstieg zu schaffen bevor der Körper geschädigt und krank ist.

 

Quelle: http://www.pressebox.de/inaktiv/helmholtz-zentrum-muenchen-deutsches-forschungszentrum-fuer-gesundheit-und-umwelt-gmbh/Krankheitskosten-durch-Zigarettenkonsum-deutlich-hoeher-als-bisher-angenommen/boxid/613511

Link zur Fachpublikation: (The association of smoking status with healthcare utilisation, productivity loss and resulting costs: results from the population-based KORA F4 study.
Margarethe Wacker, Rolf Holle, Joachim Heinrich, Karl-Heinz Ladwig, Annette Peters, Reiner Leidl, Petra Menn BMC Health Services Research 2013, 13:278) http://www.biomedcentral.com/1472-6963/13/278/abstract

Jul
25

Wer zahlt Tabaksteuern?

Niemals verzichten Tabak-Konzerne auf einen Teil ihres Gewinns, soviel dürfte jeder noch so passionierte Raucher inzwischen verstanden haben. Dass auch die Erhöhung der Tabaksteuer zum Jahresbeginn auf die Endverbraucher umgelegt hat war deshalb auch nur einen Frage der Zeit. Zur Jahresmitte kündigt der Tabakkonzern Reemtsma nach Philip Morris an, seine Schachteln um rund 20 Cent zu verteuern. Bis 2015 werden weitere Steuererhöhungen folgen so dass die durchschnittliche 19-Stück-Schachtel schlussendlich von 2012 bis 2015 um etwa 40 Cent teurer wird.

Unsere Hoffnung ist es, dass durch die Überschreitung der psychologisch offensichtlich wirksamen Schwelle von 5,- € viele Raucher ihr ungesundes Laster (das eigentlich eine von den Profitteuren bewusst herbeigeführte Sucht ist) beenden können. Der Deutsche Zigarettenverband sieht Steuererhöhungen naturgemäß „kritisch“. Allerdings hoffen die Zigarettenlobbyisten darauf, dass durch die vielen, kleineren Steuererhöhungsschritte nicht so viele Raucher abgeschreckt würden wie in den Rot-Grünen Regierungszeiten als 2002 und 2005 die Preise zweimal deutlich angehoben wurden und die Packung insgesamt um fast 2,- € teurer wurden.

Auch ökonomisch spricht alles dafür, Steuererhöhungen so hart wie möglich, sprich auf einmal und in hohen Schritten umzusetzen; zumindest wenn es um Tabaksteuern geht. Laut Ökonom Tobias Effertz vom Institut für Recht der Wirtschaft an der Universität Hamburg entlasten mutige Stuererhöhungen die Krankenkassen und reduziert die Gesundheitsausgaben. Die Folgekosten des Rauchens belaufen sich auf mehr als 30 Milliarden Euro im Jahr und liegen damit deutlich über den Umsätzen der Tabakindustrie, die 2009 knapp 24 Milliarden Euro erreichten:

Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article13793054/Zigaretten-rauchen-fuer-die-Steuerkasse.html

Mai
06

Ausstempeln zum Rauchen

Ungerecht, teuer und schlecht für die Produktivität: das sind Zigarettenpausen. In vielen mittelständischen Betrieben ist deswegen schon lange klar: wer raucht muss ausstempeln. Den rauchenden Kollegen der Stadtwerke Köln ist es ab sofort nur noch in der Frühstücks- und der Mittagspause erlaubt ihre Nikotinsucht mit Zigaretten zu stillen. Und wenn es nach Plänen der EU-Gesundheitsminister geht, soll dies künftig überall gelten. Hinder ihnen wissen sie die Wirtschaftsverbände des Mittelstands; Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft (BVMW): „Raucherpausen kosten die Betriebe bares Geld und stören den Arbeitsablauf“. Außerdem erschleichen sich die Raucher über den Tag 20-30 Minuten zustätzliche Pausen. Das könnte einzelne Nichtraucher dazu verlocken, ebenfalls zum Tabak zu greifen. Ohoven sagt aber auch: „Nichtraucher schalten während der Raucherpausen ihrer Kollegen auch auf >Pausen-Modus<.“

Faktisch gibt es auch kein Recht auf Rauchen oder einen abgetrennten Raucherraum. Über allem steht in Deutschland die Arbeitsstättenverordnung, die allen Beschäftigten einen rauchfreien Arbeitsplatz zusichert. Wenn ein Arbeitgeber das rauchen  – mit oder ohne Ausstempeln – verbietet und Arbeitnehmer dagegen verstoßen drohen Abmahnungen und sogar die fristlose Kündigung bei wiederholten Verstößen (rechtlich: Arbeitszeitbetrug).

Die Universität Hamburg hat berechnet, dass Raucherpausen deutschen Unternehmen hohe Kosten verursachen: mehr als 28 Milliarden Euro (28.000.000.000 €) Produktivitätsverlust sind die Folgen.

Was rauchende Mitarbeiter in Ihren Pausen machen, darauf hat der Arbeitgeber zum Glück keinen Einfluss. Nach Auffassung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung stehen Tätigkeiten rund ums Rauchen aber nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung – d. h. wer in der Pause zum Rauchen vor das Werkstor tritt und dort verunglückt, hat keinen gesetzlichen Unfallschutz. Und die Sicherheit, seinen Körper unnütz mit Nikotin, Asche und hunderten chemischen Verbindungen zu belasten und dadurch seine Gesundheit zu gefährden.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/karriere/rauchverbot-am-arbeitsplatz-gefahr-in-der-zigarettenpause-1.1260717

Mrz
28

Tabaksubventionen sollen wieder kommen

Wußten Sie, dass im Jahr 2010 in Deutschland 6.100 Tonnen Rohtabak auf etwa 2.400 Hektar Agrarfläche angebaut wurden. Noch vor wenigen Jahren waren noch ganz andere Zahle vermeldet werden. Dass Deutscher Tabak nicht konkurrenzfähig ist machen auch die Importquoten deutlich. Im Jahr vorher importierten Takakkonzerne über 175.000 Tonnen Tabak nach Deutschland wohingegen noch auf gut 4.600 ha deutschem Ackerland Tabak angebaut wurde. [1] In Deutschland sind außer den vier Sorten Geudertheimer, Friedrichstaler (beide v. a. für Zigarren), Burley und Virgin (für Zigarettentabak) kaum noch andere Sorten auf Äckern zu finden. Laut wikipedia wird nur noch in Rot-Händle Zigaretten überhaupt deutscher Tabak verarbeitet.

Deutschland kommt ohne Tabak-Anbau aus. Alternativen zeigte u. a. die Universität Hohenheim bereits 2008: Stevia statt Tabak. [2] Dass Tabaksubventionen ein Irrsinn sind und waren fasst Michael Vaupel in seinem Artikel „Ende eines Bürokratie-Wahnsinns“ sehr schön zusammen. [3]

Dr. Horst Schnellhardt, MdEP, meldet beunruhigenderweise über einen vom Europäischen Parlament angenommenen Antrag, der die bereits 2010 (bzw. unter Berücksichtigung spezieller Übergangshilfen 2013 [2]) abgeschaffte Subventionierung des Tabakanbaus wieder einführen will. [4] Der britische Telegraph berichtet darüber wie schizophren es anmutet, dass Brüssel einerseits die Suchtprävention ausweiten und gleichzeitig die Tabaksubventionen wieder einführen will. [5] und dass von diesen Subventionen vor allem Griechenland, Polen und Bulgarien provitieren würden; die Anbauquoten in diesen Ländern waren besonders stark zurückgegangen als die Förderungen gekürzt worden waren. Besonders kritisch wird die Förderung einer Industrie gesehen, die auch ohne diese Förderung Milliardengewinne abwirft: „Now they may see a return to the subsidising of the multi-billion-pound cigarette industry as well.“.

Quellen: 1: http://www.unfairtobacco.org/atlas/deutschland/#fn-1268-1, 2: http://idw-online.de/pages/de/news262792, 3: http://ef-magazin.de/2010/02/05/1847-eu-tabak-subventionen-ende-eines-buerokratie-wahnsinns, 4: http://www.schnellhardt-europa.de/lokal_1_4_96_Reform-der-EU-Agrarpolitik-noch-nicht-das-Gelbe-vom-Ei.html, 5: http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/9844395/MEPs-plan-tobacco-subsidies-as-Brussels-fights-smoking.html

Mrz
22

Gute Nachrichten: sinkender Zigarettenabsatz

2012 war der Absatz von Zigaretten so niedrig wie zuletzt 1990. Der Staat schafft es etwas besser die Menschen vor schädlichem Tabakkonsum zu schützen; Statistiker sehen vor allem die Steuererhöhungen in Deutschland als Grund warum der Absatz um knapp 6 % im Vergleich zu 2011 zurückgegangen war. Immer noch werden in Deutschland pro Jahr  über 82,4 Milliarden (82.400.000.000) Zigaretten versteuert. Hinzu kommen Zigarren, Zigarillos und Feinschnitt sowie Pfeifentabak. Letzterer wurde als einziger stärker abgesetzt.

Der Trend zum Kauf im Ausland hat sich ebenfalls gewendet. Erstmals ist der Anteil der hier gerauchten aber nicht hier versteuerten Zigaretten, den der Branchenverband („Deutscher Zigarettenverband“) angibt, von 22,1% auf 20,6% gesunden. Das heißt aber gleichzeitig, es wurden nicht nur 82,4 Mrd Zigaretten sondern insgesamt mehr als 100 Milliarden Kippen verbrannt.

Erfreulich ist es aber, dass durch die eingeschränkten Passivrauch-Situationen z. B. in Restaurants und Bars viele Gesundheitsbeeinträchtigungen stark zurückgegangen sind. Wie berichtet ist die Zahl von Herzinfarkten seit Einführung der Nichtraucherschutzgesetze um über 10 % zurückgegangen. Ähnliches wird aus anderen Ländern berichtet (Quelle):

  • Deutschland 10%
  • Frankreich 15 %
  • Italien 11 %
  • Schottland 17% (unter Nichtrauchern sogar um 20%)

 

Jan
24