Krebsforschung « Nie wieder Tabak

Darmkrebs

Die Felix-Burda-Stiftung wirbt in einem neuen TV-Werbespot für mehr Darmkrebs-Vorsorge. Darmkrebs ist, wenn er im Frühstadion erkannt wird, mit guten Chancen heilbar. Dennoch sterben in Deutschland nach Angaben der Stiftung ca. 26.000 Menschen im Jahr (d. h. ~72 Tote am Tag) an Darmkrebs; und nach neueren Forschungsergebnissen ist Darmkrebs häuft mit verursacht durch die veränderte Bakterienlandschaft in Mund und Darm durch Rauchen.

„Bei bestimmten Darmkrebs-Arten und bei Morbus Crohn wird vermutet, dass sie dadurch mit verursacht werden, dass die Zusammensetzung der Bakterien im Darm anders ist als bei gesunden Menschen.“ Anna Beerlink, DRadio Wissen

Quellen: http://dradiowissen.de/beitrag/rauchen-mehr-bakterien-im-rauchermund, http://www.felix-burda-stiftung.de/node/60

Apr
05

Wird die Tabak-Propaganda gestoppt?

Wissenschaftler, die im Namen der Tabak-Industrie Studien herausgeben, um die Gefährlichkeit von Tabak zu verschleiern, zu leugnen oder sogar einen positiven Effekt in der Verwendung von Zigaretten vorzutäuschen? Vergangenheit. Zumindest für die internationalen medizinischen Fachzeitschriften soll das künftig gelten. Nach dem im letzten Jahr verschiedene wichtige Zeitschriften, darunter das Bitish Medical Journal, bereits angekündigt haben, keine von  der Tabakindustrie (mit-)finanzierten Studien gleich welchen Inhalts veröffentlichen zu wollen, zieht nun auch das European Journal of Public Health nach.

In vielen Beiträgen im Netz sprechen alle möglichen Diskussionsteilnehmer Ihre Freude oder aber offene Kritik gegen diesen Schritt aus. Einige Wissenschaftler betonen, es hätte im Lauf der Zeit auch diverse Studien gegeben, Grundlagenforschung zur Krebsentstehung etwa, die auch durch die Rauchkonzerne finanzier worden wären. Dass dieses Material aber nur gesammelt und ausgewertet wurde, um auszusagen, dass bei Krebs noch längst nicht alles erforscht sei, Rauchen also nur ein kleiner Teilaspekt bei der Entstehung von Krebs sein könne, Rauchen also per se gar nicht so schlimm wäre räumen die Befürworter einer von Tabak-Geld freien Gesundheitsmedizin ein. Sie legen Wert darauf, dass beispielsweise gezielte Desinformation in Artikeln von gekauften Wissenschaftlern gang und gäbe gewesen sei. Ein Beispiel hierfür ist eine Studie zu arbeitsbedingten Herz-Kreislauf-Risiken (Ziel: die negativen Folgen des Rauchens auf Herz und Kreislauf herunterzuspielen).

Auch wenn Autoren ihre Interessenkonflikte (wie z. B. ein Sponsoring durch Tabakkonzerne) offenlegen ist es für andere Mediziner schwierig nachzuweisen, dass der wissenschaftliche Wert solcher Studien Unsinn ist oder noch schlimmer: Lügen verbreitet. Das sogenannte Peer Review, also die Überprüfung der Studienergebnisse, die in den wissenschaftlichen Artikeln publiziert werden, ist gerade im Fall der gezielten Manipulation von Studien sehr schwer nachzuweisen; wissenschaftliche Methoden werden korrekt eingehalten – nur die Ergebnisse weisen gezielt in die falsche Richtung.

Das European Journal of Public Health schreibt: „As the authors of the BMJ and the others journals noted, it is time to cease supporting the now discredited notion that tobacco industry funded research is just like any other research. Refusing to publish research funded by the tobacco industry affirms our fundamental commitment not to allow our journals to be used in the service of an industry that continues to perpetuate the most deadly disease epidemic of our times.“ (Sehr frei und stark verkürzt: Es ist an der Zeit, bezahlte und manipulierte Artikel einer tödlichen Industrie nicht länger zu drucken und damit unsere Glaubwürdigkeit zu wahren.)

Einen Artikel zur Finanzierung der Wissenschaft durch die Tabak-Industrie kann man auch beim Spiegel in der Ausgabe 49/2009 nachlesen.

Hoffentlich kommt es dadurch zu realistischen Einschätzungen der Gefahren von Zigaretten und anderen Rauchartikeln und Tabakprodukten. Dass die wissenschaftliche Arbeit dadurch gefährdet sein soll kann ich nicht erkennen; weder durch das Fehler eines Blickwinkels noch durch die fehlenden Gelder.

 

Quellen: http://eurpub.oxfordjournals.org/content/current, http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2014/04/29/artikel-der-tabakindustrie-unerwuenscht-nun-auch-beim-european-journal-of-public-health/Quell

Mai
02

Tabak als Heilmittel gegen Krebs?

Wie bei jedem Gift entscheidet auch beim Tabak der Einsatz und die Dosis über die Gefährlichkeit. Die Verwendung von Tabak als Rauchtabak, Schnupftabak oder Kautabak (z. B. Snus) führt weltweit zu hundertausenden Krebsfällen und allein in Deutschland zu etwa 300 Toten pro Tag. Es mutet beinahe ironisch an, dass australische Forscher vom La Trobe Institute for Molecular Science jetzt das Protein namens NaD1 in den Blüten bestimmter Tabaksorten entdeckten. Es wirkt nicht nur fungizid (Pilzhemmend) und antibakteriell sondern kann auch bestimmte Krebszellen angreifen ohne gesunde Zellen zu schädigen. Mit zangenähnlichen Strukturen greift das Protein NaD1 besondere Oberflächenausstülpungen auf der Zellmembran von Krebszellen an, schlitzt die Zellen dadurch auf, so dass sie auslaufen und explodieren.  („The defence molecule, called NaD1, works by forming a pincer-like structure that grips onto lipids present in the membrane of cancer cells and rips it open, causing the cell to expel its contents and explode.“).

Durch die Zusammenarbeit des Krebsforschers Dr. Mark Hulett und dem Biologen Dr. Mark Kvansakul von der La Trobe Universität könnte aus dieser Entdeckung durch weitere Forschung in etwa 10 Jahren ein wirksames Mittel zur Bekämpfung von Krebs zur Verfügung stehen.

Quelle: La Trobe University

Categories: Krebsforschung
Apr
07