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Tabak tötet nicht nur Raucher

(c) careylj / sxc.hu

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Dass Tabak-Rauch schädlich für aktive und passive Raucher ist, weiß jeder. Dass aber auch Menschen in Fernen Ländern und die Umwelt in den Entwicklungsländern massiv unter dem Tabakkonsum leiden ist kaum jemandem bewusst. Tatsächlich ist Tabakanbau so lukrativ, dass dafür weltweit Menschen ausgebeutet werden. Häufig arbeiten auf den Plantagen in Asien, Lateinamerika und Afrika Kinder. Unfairtobacco.com berichtet von knapp 80.000 Kindern allein in Malawi und prangert Tabakkonzernen und Großhändlern an, die die Bauern mit Knebelverträgen in die Schuldknechtschaft zwingen.

Malawi ist, wie viele andere Entwicklungsländer, vom Rohstoff-Export abhängig. Anstatt Lebensmittel anzubauen und unabhängig von Nahrungsmittel-Importen zu werden exportieren diese Länder unfair produzierten Tabak – in Malawi machten die Tabakexporte zwischen 2000 und 2010 50% der gesamten Exporterlöse aus. Die Ernährungsunsicherheit erschwert die Lebensbedingungen der Bevölkerung und gleichzeitig schreitet die Zerstörung von Tropen-, Regen- und anderen Wäldern voran.

Möglich wird das durch politische Einflussnahme, Lobbyarbeit und den Druck des Geldes: Uganda versucht in der UTCB (Uganda Tobacco Controll Bill 2014) Herstellung, Verkauf, Werbung, Verbreitung, Sponsoring und öffentlichen Konsum von Tabak zu reglementieren. Ziele sind u. a. der Gesundheitsschutz der Bevölkerung, Schutz der Jugend, Information über die Risiken des Tabakkonsums, Regulierung der am Markt verfügbaren Tabakprodukte, Schutz der Umwelt vor den Folgen des Tabakanbaus sowie der Schutz der Bauern und Förderung alternativer Einkommensmöglichkeiten. Daraufhin kündigte British American Tobacco Uganda (BAT) an, künftig keinen Ugandischen Rohtabak mehr zu kaufen – bislang ist BAT mit über 85% der marktbeherrschende Abnehmer. Dr. Chris Baryomunsi, Mitinitator der Gesetzesvorlage nennt dieses Verhalten Erpressung. Gleichzeitig unterstützt BAT unterschiedliche Frontgruppen und Wortführer um den Eindruck zu Erzielen, die Mehrheit der Bauern stünde hinter den Gegnern des UTCB.

Nicht ohne Grund gibt es keinen FAIR gehandelten Tabak. Fairtrade schreibt dazu: „Tabak kann weder aus sozialer noch aus gesundheitlicher oder ökologischer Sicht als ethisch vertretbares Produkt bezeichnet werden und kommt deshalb für Fairtrade grundsätzlich nicht in Frage. “

Q: http://www.unfairtobacco.org, http://www.fairtrade-deutschland.de/top/faq/

 

Categories: Politik
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Okt
07

Die Nebenwirkungen: Zerstörung der Natur

Unter dem Titel „Kahlschlag für den blauen Dunst“ zeigt ZDFdoku, wie für den Milliardengewinn von Multinationalen Konzernen die Menschen in den Plantagenregionen der sogenannten Dritten Welt (z. B. in Afrika Tansania, Malawi und Simbabwe)  und deren Länder leiden. Der Tabakanbau verhindert dabei die Produktion von dringend benötigten Lebensmitteln. Der größte Trockenwald zwischen Angola im Westen und Tansania im Osten ist bedroht: in den vergangenen 50 Jahren hat sich allein in Tansania der Waldbestand halbiert. Auch für ein unnötiges Produkt wie Tabak für die reichen Industrieländer und die Gier von wenigen. Der Wald wird völlig unnötig vernichtet um die geernteten Tabakblätter zu trocknen und haltbar für die Produktion von Zigaretten zu machen.

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