gefahr « Nie wieder Tabak

Meine Oma hat mit 90 noch geraucht und war nie krank …

Kennen Sie diese Beispiele auch? Helmut Schmidt ist eines dieser „Rauchen kann ja gar nicht so schlimm sein“-Beispiele. Denn: Rauchen führt a) nicht unweigerlich zu einem schmerzhaften und langwierigen Tod sondern nur mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit und b) nicht unmittelbar. Und genau hier liegt für den Menschen das Problem: die Hoffnung spielt laut Psychologen eine entscheidende Rolle. Psychologe Gerd Gigerenzer sagt: „Wir fürchten uns oft vor den falschen Dingen: vor denen, die uns wahrscheinlich nicht umbringen. […] Nehmen wir den deutschen Grünen, der Kettenraucher ist, aber sich vor genetisch modifiziertem Mais fürchtet, weil es krebserregend sein könnte. Da stimmt etwas nicht.“

Um die „Furcht“ vor Tabakprodukten bzw. besser vor deren Auswirkungen auf ein neues Niveau zu heben, plädieren er und andere dafür, bereits bei Kindern den Respekt (bzw. besser die Angst) vor Krebs zu festigen um künftige Gesellschaftsgenerationen gesünder zu machen.  Er sagt: „Wenn man die Hälfte des Geldes, das man heute im Kampf gegen Krebs ausgibt, darauf verwenden würde, junge Menschen vor der Pubertät risikokompetent zu machen, dann würden wir mehr Leben vorm Krebstod bewahren, als wenn man das gleiche Geld ausgibt, um die nächste Generation von Krebsmedikamenten zu entwickeln.“

Richtig ist aber vermutlich ein Schritt weiter: wenn weniger Menschen rauchen, erkranken künftig weniger Menschen an Krebs; dadurch sinken die Gesundheitskosten und das eingesparte Geld kann dann für die Krebsforschung investiert werden, so dass den Menschen besser geholfen werden kann, die trotzdem erkranken. Da der Mensch Entscheidungen nicht nur intellektuell sondern immer auch emotional trifft, muss der bisherige Weg der Information und Aufklärung zwar weiter beschritten werden, es muss aber auch wie in den USA eine „Bauchkomponente“ dazu kommen. Dort wird die Anti-Tabak-Werbung inzwischen emotionalisiert – wieso nicht den gleichen Weg wählen, wie die Tabakkonzerne? Plakate von zwei Cowboys im Gegenlicht eines Sonnenuntergangs und der Slogan „Bob, I’ve got cancer.“ (Bob, ich habe Krebs.) führen mit wenigen Worten auf Großleinwänden zu deutlichen Impressionen beim Werbekonsumenten … die sachliche Erklärung: „Auch das Rauchen einer Marke, die angeblich Freiheit und Männlichkeit verspricht, wird über kurz oder lang mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu Einschränkungen der Lungenfunktion, einem Anstieg der freien Radikale im Körper und damit einer beschleunigten Zellalterung, einer statistisch signifikanten Wahrscheinlichkeit zur Erkrankung an Lungenkrebs, vielen anderen Krebsarten oder anderen Atemwegsbeschwerden führen.“ dagegen führt dazu dass kaum jemand die Botschaft aufnimmt und dazu dass vermutlich niemand seine Entscheidung zu Rauchen in Frage stellt.

Wer in eine laufende Kettensäge langt, wird unmittelbar „belohnt“ und diese unmittelbare Gefahr ist uns deutlich präsent. Dagegen herrscht die Hoffnung, dass auch wenn man viel Alkohol trinkt, raucht und ungesund isst man nicht unbedingt erkranken muss. Rudolf Kaas, Krebsforscher am DKFZ (Deutsches Krebsforschungs-Zentrum) sagt: „Diese Hoffnung treibt einen dazu, eine Verhaltensweise nicht gleich aufzugeben.“ Aber das schöne ist, dass es auch eine andere Hoffnung gibt: seit Einführung der Rauchverbote in der Gastronomie hat sich der Gesundheitszustand der Deutschen signifikant verbessert: in einer Fünfjahres-Studie hat die DAK mit den Daten Ihrer 3,7 Millionen Versicherten sage und schreibe acht Prozent weniger Krankenhauseinweisungen wegen Herzinfarkt und 13% weniger stationäre Behandlungen mit Angina Pectoris (Herzenge) verzeichnen können. Ein Schritt in die richtige Richtung. Vor diesem Hintergrund wird auch klar, dass Menschen manchmal zu ihrem Glück (in diesem Fall zu Ihrer eigenen Gesundheit) gezwungen werden müssen. Ob durch Nichtraucherschutzgesetze (auch ein Raucher ist ein potentieller Nicht(mehr)raucher) oder durch werbevermittelte Emotionen die einen Rauchstopp im Kopf veranlassen.

Quellen: http://www.dw.de/meine-tante-hat-auch-geraucht-und-ist-100-geworden/a-17384376, http://www.tophotel.de/news/1349-rauchverbot-bewaehrt-sich-auch-in-der-gastronomie.html

Feb
06

Risiko: die umstrittene E-Zigarette

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) kommt in seiner Einschätzung der E-Zigarette und der enthaltenen und freigesetzten Inhaltsstoffe der sogenannten Liquids zu keinem überraschenden Ergebnis: „Die Dämpfe dieser Substanzen können die Gesundheit von E-Rauchern beeinträchtigen. Gefahren für Dritte sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht auszuschließen.“

Zu dieser Stellungnahme kommt das BfR nicht zuletzt weil das bereits große und immer noch wachsende Angebot dazu führt, dass völlig unklar ist WAS der E-Raucher denn eigentlich inhaliert und durch ausatmen an seine Mitmenschen weitergibt. Noch undurchschaubarer wird dies duch nachfüllbare Kartuschen – beinahe alles kann damit verdampft und inhaliert werden. Das Bundesamt empfiehlt deshalb zum Schutz von Unbeteiligten die E-Zigarette in Nichtraucherbereichen wie eine „normale“ Zigarette, also eine Tabakzigarette, zu behandeln. Der Präsident Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel sagt: „So können E-Zigaretten Passivraucher nicht gesundheitlich beeinträchtigen.“

Grund zu Sorge geben den Mitarbeitern des BfR dabei die Inhaltsstoffe der Liquids. Neben dem Verneblungsmittel Propylenglycol und Nikotin geben unterschiedliche Chemikalienzusätze, pharmakologische Inhaltsstoffe und Duftstoffe sowie Aromen aber auch Verunreinigungen Anlass zur Sorge. Es gibt in der einschlägigen Fachliteratur Hinweise darauf, dass bestimmte Fabrikate auch krebserzeugende Aldehyde freisetzen könnten. Deshalb empfiehlt das BfR eine Risikoeinschätzung wie bei Tabakprodukten und auch einen ebenso sensiblen Umgang – besonders bei Kindern, Schwangeren und krankheitsbeding vorgeschädigten Personen; sowohl bei aktiven Rauchern als auch bei passiv dem ausgeatmeten Nebel ausgesetzten Menschen.

Quellen: http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2012/17/e_zigaretten_koennen_auch_zu_gesundheitlichen_gefahren_fuer_passivraucher_fuehren-129587.html, http://www.bfr.bund.de/cm/343/liquids-von-e-zigaretten-koennen-die-gesundheit-beeintraechtigen.pdf

Jun
01

Wenn Schwangere rauchen

Dass Rauchen für den Raucher – und auch für passiv Mitrauchende – schädlich ist, ist hinlänglich bekannt. Dass Rauchen auch durch die Plazentaschranke hinduch das ungeborene Leben einer Schwangeren gefährdet ist ebenfalls seit Jahren anerkannt; nicht ohne Grund mahnen Frauenärzte Ihre Patientinnen auf Rauchverzicht in der Schwangerschaft.

Eine neue australische Studie belegt jetzt, dass werdende Mütter mit dem Rauchen die Gesundheit Ihrer Kinder langfristig gefähren: Verhaltensstörungen und kognitive Schäden (also Intelligenzminderungen und ähnliches) sind ebenso mögliche Folgen wie die höhere Warscheinlichkeit am plötzlichen Kindstod zu sterben. Eine mögliche Konsequenz kann es laut dieser Studie ebenfalls sein, dass Rauchen die Blutfettwerde von Kindern bis mindestens ins Alter von acht Jahren verändert. Der Artikel wurde im Fachblatt „European Heart Journal“ veröffentlicht.

Die Ärzte vom Royal Prince Alfred Hospital in Sydney rund um Julian Ayer untersuchten das Blut von insgesammt 328 Achtjährigen, die an der „Childhood Asthma Prevention Study“ teilgenommen hatten. Bei Raucherkindern war der HDL-Wert, der Blutspiegel des sogenannten „guten“ Cholesterins, signifikant niedriger. Dieser Zusammenhang besteht auch nachdem andere Faktoren wie das Passivrauchen nach der Geburt, körperliche Betätigung und Übergewicht oder Stillzeiten aus den Zahlen herausgerechnet wurden.

Seit Jahren wird ein höherer HDL-Cholesterin-Wert mit einem gewissen Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang gebracht. Beobachtet Veränderungen bei Kindern können Jahrelang erhalten bleiben und noch im Erwachsenenalter z. B. zu einem höheren Herzinfarktrisiko führen, vermuten Wissenschaftler.

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass das Rauchen werdender Mütter den Kindern im Mutterleib eine Reihe ungesunder Eigenschaften mitgibt, die sie später anfälliger für Herz- und Schlaganfälle machen können. […] Diese Prägung scheint für mindestens acht Jahre anzuhalten und vielleicht sogar noch viel länger.“, sagt der an der Studie beteiligte David Celemajer von der University of Sydney. Der beobachtete Unterschied für diese Erkrankungen liegt bei 10 bis 15 Prozent. Eine spätere Verbesserung der Cholesterin-Werte sei nur durch regelmäßige Bewegung und hochspezialisierte und teure Medikamente möglich.

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,769694,00.html

 

Jun
22

Wenig Hoffnung auf Rettung?

Ein düsteres Bild von Zigaretten, den Gewinnen (bis zu 50 % vom Umsatz), Jugendlichen Rauchern und der gesunden Tabakindustrie malt Dr. Thomas Kron auf der Website DocCheck.com.

Gemäß dem Artikel ist der Tabakkonsum eine der großen Gefahren im 21. Jahrhundert. Laut WHO könnten eine Milliarde (1.000.000.000) Menschen an den Folgen des Rauchens sterben, alleine 2011 fünf Millionen (5.000.000)! Momentan gelinge es nur 5% der Männern und Frauen in Deutschland, die das Rauchen aufgeben wollen und ein Jahr abstinent bleiben können. Mit Beratungen läge die Quote bei 10% und mithilfe von Pharmazeutika bei 25%, zitiert die Seite Privatdozent Dr. Nenad Vasic von der Klinik für Psychiatrie und Pschotherapie der Universität Ulm. Ein Vergleich diverser Pharmaprodukte wird angestellt und auch ein Ausblick in die Zukunft der Sucht-Forschung.

Besonders lesenswert sind auch die Kommentare zu dem Artikel.

Quelle: http://news.doccheck.com/de/article/203135-wenig-hoffnung-auf-zigarettung/

Mrz
10

Experten fordern mehr Aufklärung über COPD

Unter der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leiden europaweit mehr als 44 Millionen Menschen, weltweit ist es die vierthäufigste Todesursache. Doch bis zu 75 Prozent der COPD-Patienten werden laut Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gar nicht oder erst sehr spät diagnostiziert.
 
 Aufatmen, die Lunge mit Sauerstoff füllen – für Patienten mit COPD ist das nur eingeschränkt möglich. Deswegen fordern Lungenfachärzte und Patientenorganisationen mehr Aufklärung und klare Vorgaben für die Früherkennung und Behandlung dieser Krankheit.
 
 COPD ist eine chronisch fortschreitende Lungenerkrankung, die das Atmen massiv beeinträchtigt. Hauptursache ist das Rauchen. COPD, umgangssprachlich auch „Raucherlunge“ genannt, verursacht europaweit Kosten von etwa 50 Milliarden Euro im Jahr, Tendenz steigend. Das geht aus einem Bericht der European Respiratory Society und der European Lung Foundation hervor.
 
 Lungentests in den Erstattungskatalog
 
 In erster Linie trifft die Krankheit Menschen zwischen 40 und 65 Jahren, die noch mitten im Beruf stehen. Deswegen sei COPD in Europa zudem für einen jährlichen Produktivitätsverlust von 28,5 Milliarden Euro verantwortlich.
 
 In der Früherkennung und Behandlung der Krankheit gibt es europaweit große regionale Unterschiede. In den Niederlanden ist die Früherkennungsrate besonders hoch, Großbritannien hinkt weit hinterher. Dort, so schätzen Experten, sind zwei der drei Millionen COPD-Patienten gar nicht diagnostiziert. Doch unbehandelt führt die Krankheit durch ihre zunehmende Atemnot zu einer schweren Beeinträchtigung der Lebensqualität. Die Schäden, die COPD an der Lunge anrichtet, lassen sich nicht rückgängig machen.
 
 Professor Klaus Rabe, President Elect der European Respiratory Society, fordert eine verbesserte Früherkennung. „Lungenfunktionsmessungen sollten in allen EU-Ländern in den Rückerstattungskatalog aufgenommen werden. Je früher wir Betroffene diagnostizieren und behandeln, desto besser sind ihre Aussichten und desto geringer sind die psychischen, physischen und finanziellen Belastungen“, sagt er.

Quelle: http://www.gesund-durch.de/gesundheit_a-z/meldungen/15748/

Okt
27