lungenkrebsrisiko « Nie wieder Tabak

Wer früher raucht ist früher tot.

So könnte man es kurz zusammenfassen, was eine aktuelle Studie am Penn State College of Medicine in Hershey belegt. Unabhängig von der Anzahl täglich konsumierter Zigaretten und bisherigen Dauer der Nikotinsucht ist der Moment der ersten, morgentlichen Zigarette nicht unerheblich entscheidend für das Risiko an Krebs zu erkranken. Joshua Muscat, der Studienleiter der Studie „Nicotine dependence phenotype and lung cancer risk“ (engl., etwa: „Zusammenhang zwischen Art der Nikotinabhängigkeit und Lungenkrebs-Risiko“) , berichtet von deutlich höherem Risiko an Gehirntumoren, Lungen- und Nackenkrebs zu erkranken, je früher die erste Zigarette nach dem Aufstehen geraucht würde.

In der Studie wurden die Daten von insgesamt 4.775 Krebspatienten und 2.835 zum Zeitpunkt der Studie gesunder Vergleichspatienten aus. Alle untersuchten Studienteilnehmer waren regelmäßige Raucher. Dem Studienergebnis zufolge besteht ein signifikanter Zusammenhang wann die erste Zigarette morgens geraucht wurde und wie häufig die Patienten an Krebs erkrankt waren. Je kürzer der Zeitraum, der morgens nach dem Aufstehen bis zur ersten Zigarette vergeht, desto warscheinlicher ist es, dass die Patienten an Lungenkrebs und anderen Krebsgeschwüren erkrankten.

War die Zeit bei den Patienten kürzer als eine halbe Stunde stieg ihr statistisches Risiko an Lungenkrebs zu erkranken um fast 80% gegenüber dem ohnehin schon stark erhöhten Risiko bei Rauchern, die erst nach über einer Stunde die erste Zigarette anzündeten. Bei den Probanden, deren erster Zug morgens zwischen 30 und 60 Minuten nach dem Aufstehen lag, war es immer noch um 31% höher, so berichten Muscat und Kollegen.

In einer Kontrolluntersuchung von 1.880 Rauchern, darunter 1.055 Patienten mit Gehirntumor oder Nackenkrebs, ergaben sich ähnliche Faktoren: die „frühen Raucher“ hatten ein um 50% erhöhtes Risiko und die in der zweiten Gruppe, also diejenigen, die Ihren Glimmstengel in der zweiten halben Stunde morgens anzündeten, ein um immer noch 42% höheres Gehirntumor- und Nackenkrebsrisiko.

Die Forscher folgern daruas, dass dieser Zeitraum morgens durchaus als Risikoindikator dienen kann. Diejenigen, die morgens früher zur Zigarette greifen, „haben einen höheren Nikotinlevel und möglicherweise auch mehr andere Toxine im Körper, und sie könnten abhängiger sein als Raucher, die es über eine halbe Stunde oder länger am Morgen ohne Zigarette aushalten“. Ein detailierter Zusammenhang lässt sich allerdings nicht festmachen. Als Erklärungsversuch führen Muscat und seine wissenschaflichen Kollegen an, „es könne eine Kombination von genetischen und persönlichen Faktoren sein, die eine höhere Abhängigkeit von Nikotin bewirken“.

Es erscheint den Wissenschaftlern sinnvoll weitere Studien in Richtung Einfluß der zeitlichen Verteilung des Zigarettenkonsums auf die Gesundheit anzustreben, um daraus auch andere, potentiell durch Rauchen verursachte Krankheiten, wie Herz-Kreislauf-Erkankungen, Gefäßleiden, Raucherhusten und COPD, also chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, auf diesen Zusammenhang zu prüfen. Uns erscheint es vor allem sinnvoll, weiter auf die Gefährlichkeit von Nikotinprodukten, allen voran den Rauchwaren hinzuweisen und wie z. B. Island gegen den freien und legalen Konsum vorzugehen.

 

Quelle: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/krebs-zeitpunkt-der-ersten-zigarette-entscheidend-12387.php

Aug
09

Spezielle Form des Lungenkrebs bei Rauchern

Spezielle Form des Lungenkrebs bei Rauchern: Raucher und Nichtraucher leiden an unterschiedlichen Lungenkrebsformen.

Die durch Rauchen verursachte Form des Lungenkrebs unterscheidet sich von der selteneren Tumorvariante, die auch bei Nichtrauchern auftritt. Dies hat ein internationales Forscherteam vom British Columbia Cancer Research Center in Vancouver herausgefunden und schürt damit Hoffnungen auf neue Ansätze in der Diagnose und Behandlung.

Lungenkrebs bei Rauchern und Nichtrauchern unterschiedlich
Bereits seit Langem ist klar, dass sich das Lungenkrebs-Risiko durch Rauchen erheblich erhöht. So findet sich auch auf Zigarettenschachteln der Hinweis: Rauchen verursacht Krebs. Dass die Form des Lungenkrebs sich bei Nichtrauchern und Rauchern unterscheidet, war dabei bislang jedoch nur eine Hypothese. So hatten Forscher zwar in verschiedenen Studien Hinweise darauf gefunden, dass Lungentumoren bei Nichtrauchern spezielle genetische Merkmale aufweisen, konnten den Unterschied bisher jedoch nicht eindeutig wissenschaftlich belegen. Jetzt ist es den Wissenschaftlern des British Columbia Cancer Research Center`s jedoch gelungen zu beweisen, dass erhebliche Unterschiede der Krebsformen bei Nichtrauchern und Rauchern bestehen.

Veränderte DNA-Abschnitte können Lungenkrebs auslösen
Das internationale Forscherteam hat im Rahmen seiner Studie 83 an Lungenkrebs erkrankte Menschen untersucht, wobei unter den Studienteilnehmern 39 aktuelle Raucher, 14 ehemalige Raucher und 30 lebenslange Nichtraucher waren. Die Wissenschaftler interessierten sich dabei besonderes für die Erbinformationen der Probanden, die im möglichen Zusammenhang mit der Tumorbildung stehen. So verglichen die Forscher die DNA aus den Krebszellen der Patientengruppen einerseits untereinander und anderseits mit den Erbinformationen gesunder Zellen des jeweiligen Teilnehmers. Dabei konnten sie feststellen, dass die Tumorzellen von Nichtrauchern insgesamt deutlich mehr veränderte DNA-Abschnitte aufwiesen als die der Raucher.

Lungenkrebs bei Nichtrauchern separat betrachten
Demnach kommen die Forscher des British Columbia Cancer Research Center´s zu dem Ergebnis, dass für die Entstehung von Lungenkrebs bei Nichtrauchern die Summe vieler verschiedener DNA-Änderungen ausschlaggebend ist. Die Tumorbildung bei Rauchern hingegen wird durch den Kontakt mit krebserregenden Substanzen des Tabakrauchs ausgelöst, wobei der Rauch wenige, aber einschneidende Änderungen hervorruft, die direkt zur Krebserkrankung führen. Daher sollte „Lungenkrebs in Nichtrauchern (…) als separate Gruppe betrachtet werden“, betonte Kelsie Thu bei Vorstellung der Studienergebnisse auf der Jahreskonferenz der Amerikanischen Gesellschaft für Krebsforschung in Philadelphia.

46.000 Neuerkrankungen jährlich in Deutschland
So ist die Hauptursache der jährlich rund 46.000 Neuerkrankungen in Deutschland nach wie vor das inhalative Tabakrauchen. Doch die Untersuchung der Bronchialkarzinomen bei Nichtrauchern hat belegt, dass für bestimmte Formen des Lungenkrebs genetische Faktoren und nicht der Tabakkonsum ausschlaggebend sind. Diese Erkenntnis wollen die Wissenschaftler nutzen, um Lungenkrebs bei Nichtrauchern künftig früher erkennen zu können. Und auch die Entwicklung spezieller Behandlungmethoden für diese Form der Bronchialkarzinome ist ein erklärtes Ziel der Forscher. „Eine genaue Untersuchung der Unterschiede zwischen den beiden Lungenkrebs-Arten könnte dazu führen, molekulare Ansatzpunkte für eine frühe Diagnose und erfolgreiche Behandlung zu finden“, betonte Kelsie Thu. Denn

Bronchialkarzinome eine der häufigsten Krebserkrankungen
Mit 25 Prozent aller bösartigen Tumoren (Malignome) sind Bronchialkarzinome eine der weltweit häufigsten Krebsarten (bei Männern die häufigste). In Deutschland erkranken jährlich rund 46.000 Menschen und etwa 40.000 sterben an den Folgen der Erkrankung. Dabei liegt das Verhältnis von erkrankten Männern zu Frauen bei etwa 3 zu 1, wobei die Bronchialkarzinome nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei Frauen zu 60 Prozent, bei Männern zu 90 Prozent auf aktives Zigarettenrauchen zurückzuführen sind und die genetisch bedingten Tumorbildungen einen entsprechend geringen Anteil unter den Krebserkrankungen ausmachen. Die durchschnittliche 5-Jahres-Überlebensrate (d. h., wie viele Erkrankte nach fünf Jahren noch leben) liegt bei lediglich fünf Prozent. Nur wenn der Lungenkrebs frühzeitig entdeckt wird, ergibt sich laut American Cancer Society eine wesentlich höhere Überlebensrate, die dann bei rund 47 Prozent liegt.

Quelle: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/spezielle-form-des-lungenkrebs-bei-rauchern-27727.php

Nov
16