Werbeverbot « Nie wieder Tabak

Nur in Österreich sind Bürger noch schlechter geschützt

Raucher unerwünscht?

In Deutschland und Österreich gilt Rauchen noch immer nicht als gesellschaftlich unerwünscht und ist nur an einzelnen Orten verboten um Nichtraucher zu schützen.

Kaum vorstellbar: Österreich und Deutschland belegen die letzten beiden Plätze im Nichtraucherschutz. Beide Länder gehen sonst häufig in Europa vorweg, sind sogar weltweite Spitze – nur beim Schutz der eigenen Bevölkerung hinkt es. Zu diesem Schluss kommen europäische Krebsforscher in einer aktuellen Studie, der sogenannten TCS (Tabak-Kontroll-Skala). Dieser werden verschiedene Kriterien zu Grunde gelegt, die anzeigen sollen in welchem Maß Nichtraucher vor dem Zigarettenrauch geschützt und Raucher dabei unterstützt werden, die lästige und gefährliche Sucht zu besiegen.

Zu den angelegten Maßstäben zählen Tabakpreis, gesetzliche Regelungen zum Rauchen am Arbeitsplatz und in öffentlichen Einrichtungen, Gesundheitswarnungen, Hilfen zur Entwöhnung, Informationskampagnen und nicht zuletzt Werbeverbote für Tabakprodukte. Stunden Verfügbarkeit (durch Automatenverkauf, Tankstellen usw.) von Tabak und den nach wie vor vergleichsweise niedrigen Preis. Von 100 möglichen Punkten erreicht Deutschland 32.

Am besten werden die Schutzmechanismen von Großbritannien (74/100), Irland, Island, Norwegen und der Türkei bewertet. Gefolgt von Frankreich, Spanien, Malta, Finnland und der Ukraine. Deutschland könnte einen Sprung machen, würde es nur endlich der Werbe- und Tabaklobby nicht länger nachgeben und endlich eine vernünftige Tabakwerbe-Politik machen: flächendeckende Tabakwerbeverbote über alle Medien erlassen – keine Plakatwerbung mehr, keine Kinowerbung mehr!

Quelle: ZDF

Mrz
29

Ist Phillipp Rösler Marionette der Tabak-Lobby?

Der Eindruck der schleppenden Umsetzung eines verstärkten Werbeverbots für Zigaretten geht nach einer Stellungnahme von Bärbel Hähn (Grüne) zum Teil auf die Kosten von Bundeswirtschaftsminister Phillipp Rösler (FDP): „Herr Rösler wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die Umsetzung einer Charta der UN-Gesundheitsorganisation“. Damit ermöglicht er der Tabakindustrie unter anderem weiterhin Außenwerbung auf Plakatwänden. Höhn fordert im Kölner Stadtanzeiger: „Es muss Schluss damit sein, dass Deutschland wegen der schlechten Umfragewerte der FDP im Gesundheitsschutz hinterherhinkt“ und verweist darauf, dass durch Minister Rösler „die Lobbyarbeit für die Tabakindustrie noch einfacher geworden“ ist. „Da gab es zig Treffen. Das Schulterklopfen der Tabaklobby ist Minister Rösler offenbar wichtiger als die Gesundheitsprävention.“

Quelle: http://www.presseportal.de/pm/66749/2390931/koelner-stadt-anzeiger-gruene-grosser-einfluss-der-tabak-lobby-auf-minister-roesler

Jan
07

Kaufanreize durch Zigaretten-Marken

Als eines der ersten Länder weltweit führt Australien ab Dezember 2012 ein neues Gesetz ein, durch das nur noch einfarbig oliv und einheitlich mit kleinem Markennamen-Aufdruck versehene Schachteln in Verkehr gebracht werden dürfen. Zudem wird groß auf die Päckchen einer der Warnhinweise und / oder eines der abschreckenden Fotos gedruckt, die man aus verschiedenen Ländern bereits kennt.

Gegen die restriktive Politik der australischen Regierung, die eine Vorreiterrolle im Kampf gegen die Tabaksucht gilt, laufen die Großkonzerne wie Philip Morris Sturm – gerichtlich auf lokaler Ebene aber auch über internationale Schiedsgerichte: sie plädieren auf Verletzung internationaler Markenrechte und Regelungen über geistiges Eigentum.

Wegen der gesundheitsbewußten Politik ist Australien eines der Länder mit der niedrigsten Quote an Rauchern. Nur etwa 16 % der Männer und 14 % der Frauen konsumieren Tabak regelmäßg – im Vergleich dazu lagen die Zahlen Anfang der 80er Jahr noch bei etwa 40% bzw. 32%. In Australien sterben laut offiziellen Zahlen jedes Jahr mehr als 15.000 Menschen an den Folgen des Rauchens.

Quelle: http://www.focus.de/gesundheit/news/australien-regierung-verbietet-logos-auf-zigarettenschachteln_aid_686662.html

Nov
23

Bunte Zigarettenschachteln verführen zum Tabakkonsum

Zur Bekämpfung des Tabakkonsums haben deutsche Krebsforscher ein Verbot bunter Zigarettenverpackungen gefordert. Einheitliche graubraune Packungen sowie abschreckende Bilder auf den Zigarettenschachteln könnten helfen, dass vor allem weniger Jugendliche mit dem Rauchen anfangen, erklärte Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) heute in Heidelberg.

Das sei eine einfache Strategie gegen die „permanente, unterschwellige Werbung“. Nachdem der Tabakindustrie einige wichtige Werbekanäle wie Fernsehen, Radio und Printmedien wegen des Werbeverbots nicht mehr zur Verfügung stünden, seien die Verpackungen zu einem immer wichtigeren Werbeträger geworden, betonte die Expertin.  

Derzeit sind Tabakverpackungen in Deutschland lediglich mit schriftlichen Warnhinweisen wie „Rauchen kann tödlich sein“ oder „Rauchen lässt Ihre Haut altern“ versehen. Die Wirksamkeit dieser Warnhinweise werde jedoch durch die Werbung und das Design der Zigarettenschachteln erheblich abgeschwächt, erklärte der Rechtsexperte Tobias Effertz von der Universität Hamburg anlässlich einer Konferenz für Tabakkontrolle in Heidelberg.

Er verwies auf Studien, wonach Kinder und Jugendliche eher mit dem Rauchen beginnen und daran festhalten, je mehr sie mit Tabakwerbung in Kontakt kommen. Deshalb sei es dringend nötig, die Tabakwerbung weiter einzuschränken. Im November hatte bereits die britische Regierung ein Verbot bunter Zigarettenschachteln angekündigt.  

Pötschke-Langer forderte zugleich ein EU-weites Verbot der Zusatzstoffe in Zigaretten, wie es beispielsweise bereits in Kanada durchgesetzt worden sei. Frucht- oder Schokoladenaromen machten Zigaretten insbesondere für junge Menschen attraktiver. Andere Substanzen erleichterten das Rauchen, indem sie das unangenehme Kratzen im Hals beim Inhalieren linderten.

Dadurch würden schon Kinder zum Rauchen verführt. Zudem würden Raucher dazu verleitet, den Rauch tiefer zu inhalieren. Es gerieten mehr giftige und krebserregende Substanzen in den Körper, und auch das Suchtpotenzial steige.

Insbesondere Menthol mache den Forschern große Sorgen. Der Rauch werde durch diesen Zusatzstoff besonders tief inhaliert. Zudem stehe Menthol in Verdacht, in Kombination mit Nikotin ebenfalls süchtig zu machen, warnte die Expertin.

Pötschke-Langer zeigte sich optimistisch, dass das Verbot der Zusatzstoffe und die einheitliche Verpackung in den nächsten fünf Jahren EU-weit durchgesetzt werden können. Sie rief die Verbraucher zugleich dazu auf, am öffentlichen Konsultationsverfahren zur künftigen EU-Tabakproduktrichtlinie teilzunehmen, das noch bis zum 17. Dezember läuft.

Das DKFZ warnte zugleich davor, das derzeit in der EU geltende Verbot des schwedischen Tabakprodukts Snus aufzugeben. Snus besteht aus Tabak, dem Aromen, Salze und andere Stoffe zugesetzt werden. Die kleinen Päckchen werden zwischen Lippe und Zahnfleisch geklemmt und gelutscht. Snus sei ein gefährliches Produkt, das genauso abhängig machen könne wie Zigaretten, warnte die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stabsstelle Krebsprävention, Katrin Schaller.

Zudem erhöhe es das Risiko, an Mundhöhlen-, Speiseröhren- oder dem besonders tückischen Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=43842&src=suche&p=rauchen

Jan
05