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Riskanter Ersatz: E-Zigaretten

Ist der Nebel genauso gefährlich wie sein Vorgänger. Raucher hatten gehofft in den sogenannten E-Zigaretten eine schadlose Alternative zu den bekanntermaßen gefährlichen Tabakzigaretten gefunden zu haben. In den mit Batterien betriebenen Zigaretten-, Zigarillo- und Zigarrenimmitaten werden spezielle Flüssigkeiten aufgeheizt und zu einem heißen Nebel verdampft, den man inhaliert.

Forscher der FDA, der US-Amerikanischen Aufsichtsbehörde für Nahrungs- und Arzneimittel, fanden in einigen dieser Lösungen tabakspezifische Nitrosamine und erklärten, diese seien auch in geringen Mengen krebserregend. Wegen der bislang unklaren chemischen Inhaltsstoffe der Verdampferflüssigkeiten und im entstehenden Dampf  geben Krebsforscher wie Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg kein grünes Licht für den Rauchersatz. Man könne nicht davon ausgehen, dass diese gesundheitlich unbedenklich seien.

Das DKFZ empfliehlt den Verkauf dieser Rauchersatzprodukte einzuschränken und auch den Konsum, ähnlich wie Tabakprodukte, zu reglementieren. Wie das Institut mitteilt gibt es begründete Verdachtsmomente das der beim Rauchen der elektronischen Zigaretten entstehende Dampf Innenräume belasten würde.

Quelle: http://www.ftd.de/wissen/leben/:keine-entwarnung-elektrische-zigaretten-sind-risikoreich/60136400.html

*** UPDATE VOM 07.12.2011 ***

Die Firma Red-Kiwi, nach eigenen Aussagen der führende Vermarkter von e-Zigaretten in Deutschland, ließ von einem Hamburger Labor die Aroma-Flüssigkeiten und den daraus erzeugten Nebel untersuchen und zweifelt mit dem Ergebnis dieser Laboranalyse die Ergebnisse der FDA an. Laut den Ergebnissen läge die Menge an Nitrosaminen in beiden Zuständen „unterhalb der Nachweisgrenze“, lässt in ihrem online veröffentlichten Beitrag aber trotz Kritik an den unvollständigen Zahlen der FDA nicht bekannt werden, ab welcher Konzentration diese Nachweisgrenze liegt.

Dass die Firma den gleichen Weg beschreitet, wie große Tabakkonzerne bereits vor Jahren, zeigt ein Veröffentlichtes Zitat des Geschäftsführeres der red kiwi GmbH, Sven Heeder: „Die e-Zigarette ist kein Gesundheitsartikel. Auch eignet sie sich nicht zur Rauchentwöhnung. Aber die mittlerweile 1,2 Millionen Umsteiger von der Tabak- auf die e-Zigarette haben aus den genannten Gründen verstanden, warum die elektronische Variante so viel besser für sie ist als der Tabak-Glimmstengel.“ Im Endeffekt geht es hier sicher um eine Absicherung vor Schadensersatz- und Haftpflichtforderungen gegenüber des Inverkehrbringers von gesundheitlich eventuell bedenklichen aber sogenannten Genußmitteln.

Der direkt darunter angebrachte Sicherheits und Gesundheitshinweis liest sich ebenso:

„Der erzeugte Nebel der elektrischen Zigarette kann Nikotin enthalten, wenn Sie Aromadepots mit Nikotin verwenden.
Die esmoker elektrische Zigarette ist in diesem Fall wie alle nikotinhaltigen Produkte nicht für Personen unter 18 Jahren, Nichtraucher, Schwangere, stillende Mütter und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (kardiovaskuläre Erkrankungen) geeignet!
Benutzen Sie das Produkt nur mit äusserster Vorsicht, wenn Sie an einer Lungenerkrankung (z.B. Asthma, COPD, Bronchitis, Lungenentzündung) leiden. Der freigesetzte Nebel kann bei vorgeschädigter Lunge unter Umständen einen Asthmaanfall, Luftnot und Hustenanfälle auslösen. Verwenden Sie das Produkt nicht, wenn eines dieser Symptome bei Ihnen auftritt!
Falls Sie allergisch auf einen der Inhaltssoffe reagieren, dürfen Sie das Produkt nicht benutzen. Die von uns verwendeten Depots enthalten als potentielle Allergene Propylenglykol (PG) und Linalool.
Elektrische Zigaretten sind kein Spielzeug! Bewahren Sie daher das Gerät und die Depotkapseln absolut unzugänglich für Kinder auf!“

Unabhängig von unseren Bedenken gegenüber allen Nikotinprodukten ist die e-Zigarette aber ein erster (vielleicht aber noch nicht der richtige) Schritt zum tabakrauch-freien Miteinander.

Quelle: http://www.red-kiwi.de/cms/index.php/news-topmenu-19/199-hamburger-labor-bestaetigt-e-zigaretten-sind-frei-von-nitrosaminen

Dez
01

Zahl des Tages: 860 Millionen

Ja, das ist eine Zahl, die sogar uns überraschte. Laut einem Bericht des österreichischen Standards habe eine Studie des Magistrats von Wien in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur gezeigt, dass allein in der Landeshauptstadt 860 Millionen Zigarettenstummel jährlich auf die Straßen und Wege geworfen würden. Durch diese Verschmutzungen verursachte Kosten für Reinigung wie Kehrmaschinen usw. trugen bisher alle Bürger gemeinschaftlich. Einen Teil der Kosten holt sich die Stadt jetzt aber direkt von den Verursachern.

Mitarbeiter der städtischen Aufsichtstruppe „Waste-Watchers“, die sich vorwiegend mit illegaler Hausmüllentsorgung, unrechtmäßigem Sperrmüllabstellung und Hundekot-Vergehen beschäftigt, haben inzwischen gegen 450 Raucher wegen weggeworfener Zigarettenstummel eingeleitet. Im Fall einer Niederösterreicherin, die gegen das Reinhaltegesetzt verstieß als sie einen Glimmstängel aus dem Auto warf, macht das 75€ Strafgebühr.

In vielen deutschen Städten gibt es ähnliche Verordnungen, wir haben aber bisher nur von Gebühren zwischen 10 und 25 € gehört und vielerorts wird bislang kaum vollstreckt sondern, sehr vernünftig, der Müllsünder höflich auf sein Vergehen hingewiesen und um eigene Beseitigung gebeten.

Quelle: http://derstandard.at/1313024556679/Waste-Watcher-Hohe-Strafen-fuer-weggeworfene-Zigaretten-in-Wien

Aug
18

Anti-Rauch Kampagnen zeigen Wirkung

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Berlin teilt mit: immer weniger Jugendliche greifen zu Zigaretten. Gemäß einer aktuellen bundesweiten Studie gilt Rauchen unter Jugendlichen nicht mehr als „cool oder erwachsen“ sondern vielmehr als „out“. „Der Gruppenzwang ist zurückgegangen. […] Man muss nicht mehr Rauchen, um dazuzugehören.“, bringt es der Profzheimer Stadtjugendring-Chef Hartmut Wagner auf den Punkt.

Laut der Studie greifen noch 13 % der Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren zur Zigarette – der niedrigste Stand seit 30 Jahren. Der Anteil der rauchenden jungen Menschen habe sich seit 2001 bis heute mehr als halbiert. Damals gab es noch 28 % jugendliche Raucher. Das Geschlechter-Gleichgewicht ist dabei leicht gekippt – vor zwei Jahren waren noch 16 % der Mädchen und 15 % der Jungen Raucher, heute sind es zwölf Prozent zu 14 %, also mehr männliche Raucher. Das Rauchverhalten der Jugendlichen lässt sich aber durchaus differenzieren. So rauchen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten deutlich weniger als Schüllerinnen und Schüler in Haupt-, Real- oder Gesamtschulen.

In der nächsten Altersgruppe – bei den 18- bis 25-Jährigen rauchen leider noch immer 38 %, auch wenn das einen Rückgang um fünf Prozent seit 2008 bedeuted. Die erste Zigarette rauchen Jungs und Mädchen durchschnittlich mit 14 Jahren. Der etwas nach hinten verschobene Rauchbeginn wird von der BZgA als Erfolg der eigenen Aufklärungsarbeit und Prävention gewertet. Aber auch der Bewusstseinswandel in der Gesellschaft wird als Grund gewertet.

Dazu erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans: „Der weitere Rückgang des Rauchens bei Jugendlichen zeigt, dass es langfristig gelungen ist, Kinder und Jugendliche mit den Maßnahmen der Tabakprävention zu erreichen. Er bestätigt zudem, dass es einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft zum Nichtrauchen gibt. Damit sich der rückläufige Trend weiter festigt und immer weniger Menschen mit dem Rauchen beginnen, müssen wir die präventiven Maßnahmen bei Kindern und Jugendlichen weiter fortsetzen und ausbauen.“

Die BZgA-Direktorin Elisabeth Pott sagt dazu: „Nichtrauchen hat sich in unserer Gesellschaft fest etabiliert.“

Quellen: http://www.bzga.de/presse/pressemitteilungen/?nummer=652, http://www.pz-news.de/Home/Nachrichten/Pforzheim/arid,251816_puid,1_pageid,17.html

Feb
25

Helfen Bupropion und Vareniclin gegen die Nikotinsucht?

Los Angeles/Philadelphia – US-Forscher machen im Gehirn von Rauchern das Craving, das starke Verlangen nach der nächsten Zigarette, sichtbar. Ihre Publikationen zeigen, dass die beiden Antiraucher-Medikamente die unerwünschte Hirnaktivität bremsen.

Der Griff zur Zigarette wird bei den meisten Rauchern durch Schlüsselreize ausgelöst. Dies kann der Blick auf eine Zigarette sein, die Gesellschaft mit anderen Rauchern oder auch nur bestimmte Gefühle oder Situationen, die das Craving auslösen, den unwiderstehlichen Drang, der stärker ist als alle guten Vorsätze.

Werden Raucher mit der funktionellen Magnetresonanztomographie untersucht, wird in diesem Moment gleich an mehreren Orten des Gehirns eine vermehrte Aktivität sichtbar. Dies sind der präfrontale Cortex (Aufmerksamkeit), die Amygdala (Emotion), die Area tegmentalis ventralis (Belohnungssystem) und das Striatum (Motivation). Dies konnte Christopher Culbertson von der Universität von Kalifornien in den Archives of General Psychiatry (2010; doi: 10.1001/archgenpsychiatry.2010.193) an 30 Rauchern zeigen, die sich kurze Videoclips mit den Schlüsselreizen ansahen, während sie gescannt wurden.

Die Untersuchungen fanden vor und nach dem Ende einer achtwöchigen Behandlung mit Bupropion oder Placebo statt. Tatsächlich zeigen die Bilder, dass Bupropion das Aufflammen des Cravings an verschiedenen Stellen des Gehirns hemmt. Die abgeschwächte Aktivierung stimmte auch mit dem verminderten Craving einher, das die Probanden in Fragebögen angaben.

Ähnliche Beobachtungen machte Teresa Franklin von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia an 22 Rauchern, die ihre Sucht über drei Wochen mit Vareniclin oder Placebo bekämpft hatten. Auch in dieser Studie wurden die Probanden mit einem Videoclip auf die Probe gestellt.

Und auch hier wurde das verminderte Craving in einer verminderten Aktivierung der entsprechenden Hirnzentren angezeigt (Archives of General Psychiatry; doi: 10.1001/archgenpsychiatry.2010.190).

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/44138/Rauchen_Wo_Bupropion_und_Vareniclin_im_Gehirn_das_Verlangen_bremsen.htm

Jan
05

Schon einen „Guten Vorsatz“? Rauchstopp kann glücklich machen

Wer mit dem Rauchen aufhört, kann neben seiner körperlichen auch die psychische Gesundheit verbessern. Das hat eine Studie an der Brown University in den USA gezeigt, teilt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) mit.

Viele Raucher befürchten den Experten zufolge fälschlicherweise, dass ein Verzicht auf dem Glimmstängel mit Ängsten und Depressionen verbunden ist. Die Studie belege nun das Gegenteil: Teilnehmer, die mit dem Rauchen aufhörten, fühlten sich besonders glücklich. Ein anderes Bild zeigte sich bei denjenigen, die am Nikotinverzicht scheiterten: Wer den Rauchstopp abbrach und wieder zur Zigarette griff, fühlte sich deprimiert und unglücklich. Alle Teilnehmer erhielten während des Experiments Nikotinpflaster zur Unterstützung.

Dass Rauchen angstlösend wirkt und antidepressive Eigenschaften hat, ist laut der DGP ein Mythos. Die anfängliche antidepressive Wirkung sei allein auf das im Tabak enthaltene Nikotin zurückzuführen. Bei Gewohnheitsrauchern entfalte sich diese Wirkung aber nicht mehr.

Quelle: http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1089839

Jan
02

USA plant Schockfotos auf Kippenschachteln

Warnungen über Gefahren des Rauchen suchte man in den USA auf Zigarettenpackungen bisher vergeblich. Ab 2012 sollen strenge Vorgaben den bisherigen Vermerk ersetzen, dass Zigarettenrauch Kohlenmonoxid enthält. Die dem US-Gesundheitsministerium unterstellte Food and Drug Administration (FDA) http://www.fda.gov hat soeben Vorschläge für eine Strategie zur Tabakkontrolle präsentiert. Demnach sollen die Amerikaner künftig durch Grafiken und deutliche Warnungen zum Rauchverzicht ermutigt werden. „Es wird die wichtigste Änderung in den Warnungen seit 25 Jahren“, so die Behörde.

Kein Vorreiter, doch Vorbild

„Die USA hat neben Staaten wie Russland und Indonesien das WHO-Rahmenprogramm zur Tabakkontrolle nicht unterschrieben. Dass jetzt dieser Schritt kommt, ist gut – denn die ganze westliche Welt findet toll, was immer die USA macht“, erklärt Reiner Hanewinkel, Leiter des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung http://www.ift-nord.de im pressetext-Interview. Ein Vorreiter ist die USA mit dem geplanten Schritt allerdings nicht – zahlreiche Staaten wie Belgien, Großbritannien, Brasilien, Kanada oder Australien setzen längst auf grafische Warnhinweise auf der Zigarettenpackung, die auch die EU-Kommission empfiehlt.

Wie die Grafiken im Vergleich zum Text wirken, ist kaum nachweisbar. „Zwar gibt es viele Vergleichsstudien, aussagekräftige Experimente sind hier jedoch nicht möglich“, so Hanewinkel. Dass Schockbilder zum Nachdenken bewegen, nimmt der Experte am ehesten bei älteren Menschen mit langer Raucherkarriere an. Ob dies auch für Junge gelte, sei fraglich. „Australien warnt etwa davor, dass Rauchen zu Erektionsstörungen führt, was vom Bild eines schlaffen Penis begleitet wird. Das mag für Menschen mittleren Alters stimmen, 16-Jährige können die Aussage aber leicht selbst widerlegen.“

Einbindung in Maßnahmenpaket

Man dürfe von einer Einzelmaßnahme keinen großen Effekt erhoffen, betont Hanewinkel. „Grafiken sind sinnvoll, brauchen jedoch die Einbindung in weitere Maßnahmen auf vielen Ebenen.“ Dem entsprechend, setzt die USA bereits jetzt ein Paket von Maßnahmen zur Tabakkontrolle und -prävention um (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080731028/ ). Diese erleichtern und bewerben den Zugang zu Vorsorge und Rauchentwöhnung, unterbinden den illegalen Zigarettenhandel und stellen Herstellung, Marketing und Vertrieb von Zigaretten stärker unter Kontrolle der FDA. Zudem wurde die Zigarettensteuer um 62 Cent pro Packung angehoben, was besonders Armen und Jugendlichen den Einstieg erschweren soll.

Konkret umfasst der aktuelle Vorschlag neun Warnungen zu Gesundheitsschäden durch Rauchen, die durch teils schockierende Bilder und Grafiken illustriert werden. Dazu gehören schmerzgezeichnete Kinder, Sterbende oder bereits Verstorbene, ein Bild eines Mundkrebspatienten sowie auch Raucher, die aufgrund ihrer Sucht selbst den Regen nicht scheuen. Die Warnungen sollen am oberen statt am unteren Rand der Zigarettenpackungen abgebildet werden und nach einem Begutachtungs- und Beschlussprozess ab Oktober 2012 in Kraft treten. „Ob die Warnungen in dieser oder in abgeschwächter Form durchgesetzt werden, ist noch abzuwarten“, so Hanewinkel.

Quelle: http://pressetext.com/news/101111028/

Nov
11