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Was haben Australier und bald auch Franzosen?

Zigaretten ohne Marken. Frankreichs Gesundheitsministerin Marisol Touraine möchte dem Beispiel Australiens folgen und künftig nur noch einheitliche Zigarettenschachteln zulassen. Statt bunter, großer Firmenlogos & Co sind nur die von der EU vorgeschriebenen Bilder und Warnhinweise (insg. 65% der gesamten Schachtel-Oberfläche) zu sehen. Der Schritt das sogenannte Plain Packaging einzuführen geht einher mit diversen weiteren Regelungen und kommt als umfassendes Anti-Tabak-Gesetz. Unter anderen soll das Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder darin sitzen. Auch die in letzter Zeit aufgekommenen E-Zigaretten sind im Visier: ihre Benutzung wird, wie das Tabakrauchen, in öffentlichen Einrichtungen verboten.

Selbstverständlich haben die Konzerne bereits Ihren Widerstand angekündigt. Wie auch Australien hat Frankreich vor der Welthandelsorganisation (WTO) mit Klagen zu rechnen. Gegen Australien klagen derzeit fünf Zigarettenhersteller aus den Ländern Dominikanische Republik, Honduras, Indonesien, aus Kuba und der Ukraine.

Q: ZEIT

Sep
30

Mit Ekel-Fotos gegen den Qualm

Mit Ekel-Fotos gegen den Qualm

In Großbritannien haben Raucher die Folgen ihrer Sucht vor Augen: Seit 2008 prangen Schockfotos von Lungenkrebs und anderen Rauchfolgen auf den Zigarettenschachteln. „Rauchen gefährdet ihre Gesundheit“, „Rauchen verursacht Krebs“ – dem britischen Gesundheitsministerium reichten die von der EU vorgeschriebenen Warntexte auf Zigarettenschachteln nicht mehr aus. Drastische Bilder, etwa von einer Raucherlunge, blutige Darstellungen einer Herz-OP oder ein ekelerregender Halstumor sollen den Briten den Appetit auf eine Zigarette vermiesen.

„Mit den drastischen schriftlichen Warnhinweisen auf den Schachteln haben wir bislang schon große Fortschritte erzielt“, erklärte Gesundheitsminister Alan Johnson. Nun will das Gesundheitsministerium noch einen Schritt weiter gehen: Aus einer Vorschlagsliste der Europäischen Kommission wählte ein Gremium 15 grafische Darstellungen aus, die ihrer Meinung nach am wirkungsvollsten waren. Ab Herbst 2008 sollen die Warnungen verpflichtend auf allen Schachteln zu sehen sein.

In der auf FitForFun-Bildergalerie finden Sie eine Auswahl der Schockbilder.

Quelle: http://www.fitforfun.de/beauty-wellness/gesundheit/nicht-rauchen/zigaretten_aid_4617.html

Jan
10

Bunte Zigarettenschachteln verführen zum Tabakkonsum

Zur Bekämpfung des Tabakkonsums haben deutsche Krebsforscher ein Verbot bunter Zigarettenverpackungen gefordert. Einheitliche graubraune Packungen sowie abschreckende Bilder auf den Zigarettenschachteln könnten helfen, dass vor allem weniger Jugendliche mit dem Rauchen anfangen, erklärte Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) heute in Heidelberg.

Das sei eine einfache Strategie gegen die „permanente, unterschwellige Werbung“. Nachdem der Tabakindustrie einige wichtige Werbekanäle wie Fernsehen, Radio und Printmedien wegen des Werbeverbots nicht mehr zur Verfügung stünden, seien die Verpackungen zu einem immer wichtigeren Werbeträger geworden, betonte die Expertin.  

Derzeit sind Tabakverpackungen in Deutschland lediglich mit schriftlichen Warnhinweisen wie „Rauchen kann tödlich sein“ oder „Rauchen lässt Ihre Haut altern“ versehen. Die Wirksamkeit dieser Warnhinweise werde jedoch durch die Werbung und das Design der Zigarettenschachteln erheblich abgeschwächt, erklärte der Rechtsexperte Tobias Effertz von der Universität Hamburg anlässlich einer Konferenz für Tabakkontrolle in Heidelberg.

Er verwies auf Studien, wonach Kinder und Jugendliche eher mit dem Rauchen beginnen und daran festhalten, je mehr sie mit Tabakwerbung in Kontakt kommen. Deshalb sei es dringend nötig, die Tabakwerbung weiter einzuschränken. Im November hatte bereits die britische Regierung ein Verbot bunter Zigarettenschachteln angekündigt.  

Pötschke-Langer forderte zugleich ein EU-weites Verbot der Zusatzstoffe in Zigaretten, wie es beispielsweise bereits in Kanada durchgesetzt worden sei. Frucht- oder Schokoladenaromen machten Zigaretten insbesondere für junge Menschen attraktiver. Andere Substanzen erleichterten das Rauchen, indem sie das unangenehme Kratzen im Hals beim Inhalieren linderten.

Dadurch würden schon Kinder zum Rauchen verführt. Zudem würden Raucher dazu verleitet, den Rauch tiefer zu inhalieren. Es gerieten mehr giftige und krebserregende Substanzen in den Körper, und auch das Suchtpotenzial steige.

Insbesondere Menthol mache den Forschern große Sorgen. Der Rauch werde durch diesen Zusatzstoff besonders tief inhaliert. Zudem stehe Menthol in Verdacht, in Kombination mit Nikotin ebenfalls süchtig zu machen, warnte die Expertin.

Pötschke-Langer zeigte sich optimistisch, dass das Verbot der Zusatzstoffe und die einheitliche Verpackung in den nächsten fünf Jahren EU-weit durchgesetzt werden können. Sie rief die Verbraucher zugleich dazu auf, am öffentlichen Konsultationsverfahren zur künftigen EU-Tabakproduktrichtlinie teilzunehmen, das noch bis zum 17. Dezember läuft.

Das DKFZ warnte zugleich davor, das derzeit in der EU geltende Verbot des schwedischen Tabakprodukts Snus aufzugeben. Snus besteht aus Tabak, dem Aromen, Salze und andere Stoffe zugesetzt werden. Die kleinen Päckchen werden zwischen Lippe und Zahnfleisch geklemmt und gelutscht. Snus sei ein gefährliches Produkt, das genauso abhängig machen könne wie Zigaretten, warnte die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stabsstelle Krebsprävention, Katrin Schaller.

Zudem erhöhe es das Risiko, an Mundhöhlen-, Speiseröhren- oder dem besonders tückischen Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=43842&src=suche&p=rauchen

Jan
05

USA plant Schockfotos auf Kippenschachteln

Warnungen über Gefahren des Rauchen suchte man in den USA auf Zigarettenpackungen bisher vergeblich. Ab 2012 sollen strenge Vorgaben den bisherigen Vermerk ersetzen, dass Zigarettenrauch Kohlenmonoxid enthält. Die dem US-Gesundheitsministerium unterstellte Food and Drug Administration (FDA) http://www.fda.gov hat soeben Vorschläge für eine Strategie zur Tabakkontrolle präsentiert. Demnach sollen die Amerikaner künftig durch Grafiken und deutliche Warnungen zum Rauchverzicht ermutigt werden. „Es wird die wichtigste Änderung in den Warnungen seit 25 Jahren“, so die Behörde.

Kein Vorreiter, doch Vorbild

„Die USA hat neben Staaten wie Russland und Indonesien das WHO-Rahmenprogramm zur Tabakkontrolle nicht unterschrieben. Dass jetzt dieser Schritt kommt, ist gut – denn die ganze westliche Welt findet toll, was immer die USA macht“, erklärt Reiner Hanewinkel, Leiter des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung http://www.ift-nord.de im pressetext-Interview. Ein Vorreiter ist die USA mit dem geplanten Schritt allerdings nicht – zahlreiche Staaten wie Belgien, Großbritannien, Brasilien, Kanada oder Australien setzen längst auf grafische Warnhinweise auf der Zigarettenpackung, die auch die EU-Kommission empfiehlt.

Wie die Grafiken im Vergleich zum Text wirken, ist kaum nachweisbar. „Zwar gibt es viele Vergleichsstudien, aussagekräftige Experimente sind hier jedoch nicht möglich“, so Hanewinkel. Dass Schockbilder zum Nachdenken bewegen, nimmt der Experte am ehesten bei älteren Menschen mit langer Raucherkarriere an. Ob dies auch für Junge gelte, sei fraglich. „Australien warnt etwa davor, dass Rauchen zu Erektionsstörungen führt, was vom Bild eines schlaffen Penis begleitet wird. Das mag für Menschen mittleren Alters stimmen, 16-Jährige können die Aussage aber leicht selbst widerlegen.“

Einbindung in Maßnahmenpaket

Man dürfe von einer Einzelmaßnahme keinen großen Effekt erhoffen, betont Hanewinkel. „Grafiken sind sinnvoll, brauchen jedoch die Einbindung in weitere Maßnahmen auf vielen Ebenen.“ Dem entsprechend, setzt die USA bereits jetzt ein Paket von Maßnahmen zur Tabakkontrolle und -prävention um (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080731028/ ). Diese erleichtern und bewerben den Zugang zu Vorsorge und Rauchentwöhnung, unterbinden den illegalen Zigarettenhandel und stellen Herstellung, Marketing und Vertrieb von Zigaretten stärker unter Kontrolle der FDA. Zudem wurde die Zigarettensteuer um 62 Cent pro Packung angehoben, was besonders Armen und Jugendlichen den Einstieg erschweren soll.

Konkret umfasst der aktuelle Vorschlag neun Warnungen zu Gesundheitsschäden durch Rauchen, die durch teils schockierende Bilder und Grafiken illustriert werden. Dazu gehören schmerzgezeichnete Kinder, Sterbende oder bereits Verstorbene, ein Bild eines Mundkrebspatienten sowie auch Raucher, die aufgrund ihrer Sucht selbst den Regen nicht scheuen. Die Warnungen sollen am oberen statt am unteren Rand der Zigarettenpackungen abgebildet werden und nach einem Begutachtungs- und Beschlussprozess ab Oktober 2012 in Kraft treten. „Ob die Warnungen in dieser oder in abgeschwächter Form durchgesetzt werden, ist noch abzuwarten“, so Hanewinkel.

Quelle: http://pressetext.com/news/101111028/

Nov
11