Cannabis bleibt illegale Droge Nummer eins « Nie wieder Tabak

Cannabis bleibt illegale Droge Nummer eins

Der Drogenkonsum von jungen Deutschen ist weiter besorgniserregend. Das geht aus aktuellen Drogenberichten hervor. Experten warnen außerdem vor sogenannten „Legal Highs“, die als Kräutermischungen im Internet verkauft werden.

In Deutschland stagniert der Konsum illegaler Drogen. Cannabis wird dabei als illegale Droge immer noch am häufigsten konsumiert, erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, am Donnerstag in Berlin. Dyckmans warnte zugleich vor der Verbreitung neuer Substanzen und sogenannter Legal Highs, die im Internet vertrieben würden und bislang nicht verboten seien.

Dyckmans zufolge konsumierten 2009 mit 5,1 Prozent rund 2,5 Millionen der 18- bis 64-Jährigen illegale Drogen (2006: 5 Prozent). Davon nahmen 1,3 Prozent andere illegale Drogen als Cannabis (2006: 1,2 Prozent). In Berlin wurden die Jahresberichte der deutschen und europäischen Beobachtungsstellen für Drogen und Drogensucht vorgestellt.

Der Leiter der deutschen Stelle, Tim Pfeiffer-Gerschel, sagte, jeder zweite Hilfesuchende in ambulanten Suchthilfeeinrichtungen sei Cannabiskonsument. Europaweit hat jeder 15. Erwachsene 2009 Cannabis genommen, wie der Direktor der Europäischen Beratungsstelle, Wolfgang Götz, berichtete. Mehr als ein Prozent der Erwachsenen konsumierten laut Bericht nahezu täglich.

Die Zahl der Kokainkonsumenten bleibt in Deutschland weiterhin vergleichsweise niedrig: 1,6 Prozent nahmen 2009 Kokain. In anderen europäischen Ländern steigt der Konsum hingegen an: Vier Millionen Europäer konsumierten die Droge, sagte Götz, darunter vor allem junge Männer in Spanien, Großbritannien und Italien. Kokain verbreite sich dabei von ehemals sozial besser gestellten Schichten hin zu eher ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen. „2009 starben geschätzte 1.000 Europäer an den Folgen des Kokainkonsums“, sagte Götz.

Dyckmans warnte vor der Verbreitung neuer psychoaktiver Substanzen in Deutschland und Europa. Eine Herausforderung sei unter anderem der Internetvertrieb von Kräutermischungen mit synthetischen Cannabinoiden ähnlich der in den vergangenen Jahren bekanntgewordenen Modedroge „Spice“. Götz ergänzte, über Risiken und Auswirkungen sei noch wenig bekannt, weil sich die Zusammensetzungen, Namen und Anbieter ständig änderten. Derzeit stünden 170 Online-Shops für solche „Legal Highs“ unter Beobachtung.

Götz sagte weiter, Heroin und andere Opiate seien mit 1,35 Millionen regelmäßigen Konsumenten nach wie vor das schwerwiegendste Problem in Europa. Besorgniserregend sei insbesondere der enorme Konsum in der russischen Föderation.

Quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1289401297551.shtml

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11

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