Tabakwerbung gezielt für Kinder gemacht?

Auch wenn Tabakkonzerne seit Jahren Wert darauf legen, dass Ihre Werbung – ob auf Plakaten oder im Kino – nur für junge und ältere Erwachsene bestimmt sei zeigen Studien doch regelmäßig, dass sie vor allem für Kinder interessant und verführend wirken. Und vermutlich dürfte das auch die Absicht hinter der Werbung im Wert von mehr als 200 Millionen € pro Jahr alleine in Deutschland sein.

Für die DAK (Deutsche Angestellten Krankenkasse) hat das Kieler Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) das Rauchverhalten von 6.900 Kindern von zehn bis 18 Jahren dokumentiert und analysiert. In seiner Erläuterung schildert Prof. Reiner Hanewinkel: „Während vor zehn Jahren so gut wie ausschließlich Zigaretten geraucht wurden, sind heute Shishas, E-Zigaretten und E-Shishas von großer Bedeutung“. Bereits 22 % der Schülerinnen und Schüler haben bereits an einer elektrischen Zigarette und ebenso viele an der „echten“ Tabakzigarette gezogen. Noch höher ist der Shisha-Verbreitungsgrad: 23 % haben damit schon Erfahrungen gemacht. In Deutschland ist der Konsum von Tabak und auch von elektrischen Verdampfern wie sie in E-Zigaretten und dem Shisha-Pendant eingesetzt werden für Jugendliche unter 18 Jahren verboten.

Schädlich? Ach!?

Viele der Minderjährigen halten die elektronischen Varianten aber für mehr oder weniger ungefährlich. „Auch wenn der Schadstoffgehalt bei E-Zigaretten im Vergleich zu Tabakzigaretten geringer ist und es nikotinfreie Varianten gibt: Die gesundheitliche Unbedenklichkeit der E-Zigarette ist nicht erwiesen.“ sagt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – es gibt sogar Untersuchungen die eine Gefährdung sehen, die fast dem der Tabakzigarette entspricht.

Gerade diese Verharmlosung macht die E-Kippe aber so verführerisch – reue- und risikoloser „Genuß“. Weil aber Werbung bei jungen Menschen besonders gut verfängt, ist dies verhängnisvoll. Hanewinkel meint: „Und diese Werbung wirkt gleich mehrfach“. Denn wenn Kinder Werbung für E-Zigaretten kennen benutzten sie diese nicht nur häufiger, sie konsumierten auch häufiger andere nikotinhaltige Produkte wie Shishas oder echte Kippen.

Die Schlussfolgerung der DAK ist einfach:  „Kinder und Jugendliche werden durch Werbung zum Rauchen verführt. Deshalb muss die Politik nun endlich ein umfassendes Werbeverbot für Tabak, Zigaretten und auch für E-Zigaretten durchsetzen“, fordert Andreas Storm, Vorstandschef der DAK. Besonderes Augenmerk liegt auf neuen Firmen, die bisher weniger im Blick sind als die herkömmlichen Tabakmultis.

Juul heißt die Marke eines US-Unternehmens, das in manchen amerikanischen Großstädten bereits 70 % des E-Zigarettenmarktes beherrscht. In kürze will Juul auch in Europa den Verkaufsstart beginnen. Leider droht auch in Europa ein ähnlicher Hype, obwohl die EU-Tabakrichtlinie längst nicht so viel abhängig machendes Nikotin in den Liquids zulässt, wie es Juul in Amerika verkauft. Bis zu 5 % Nikotin sind dort in den Verdampfer-Flüssigkeiten enthalten, in der EU sind maximal 2 % zulässig. Das bewusst an das Wort „cool“ angelehnte Produkt ist äußerlich eher ein USB-Stick oder ein Textmarker als eine Zigarette und kann über den Laptop mit Strom versorgt werden. Obwohl es offiziell erst an (je nach Bundesstaat) 18- bis 21-jährige verkauft werden darf hat es vor allem an Schulen seine Nische gefunden.

Inzwischen werden Eltern und Lehrer gegen den extremen Suchtfaktor der E-Zigarette aktiv. E-Bay Nordamerika soll den Verkauf auf den Druck der Öffentlichkeit inzwischen eingestellt haben, die nationale Behörde für Lebensmittelüberwachung und Arzneimittel, (FDA, Food and Drug Administration) wurde von diversen Politikern zum Eingreifen aufgefordert. Bei Testkäufen der FDA konnten Jugendliche und Kinder in Tankstellen und kleinen Läden fast überall Juul erwerben, obwohl das streng verboten ist. Der Einstiegspreis liegt bei einem Starter-Set bei etwa 50 $, die Liquids liegen bei wenigen Dollars. Die E-Zigarette kann, anders als Tabakprodukte, auf der Schultoilette oder gar im Klassenraum verwendet werden ohne bemerkt zu werden oder die überall verbauten Rauchmelder auszulösen.

E-Zigaretten sind ein echter „Wachstumsmarkt“ – und das trotz unerforschter Langzeitfolgen und diverser Studien, die das Suchtpotential und die Gefährlichkeit von Verdampfern zeigen. Umsatzsteigerungen von 50 % jährlich und ein Umsatz von gut 600 Millionen Euro bedeuten inzwischen 10 % Marktanteil in Deutschland. Immerhin hat die FDA in Amerika nun Juul Labs und zwei weitere Hersteller aufgefordert über Inhaltsstoffe und Wirkung sowie die Vermarktung ihrer Vaporisatoren und der Liquids Auskunft zu geben.  „Die traurige Wahrheit ist, dass elektronische Nikotinliefersysteme wie E-Zigaretten enorm populär bei Kids geworden sind“, erklärt Scott Gottlieb, Chef der FDA. „Wir verstehen noch nicht, warum. Aber es ist geboten, dass wir es herauskriegen, und zwar schnell. Diese Dokumente könnten uns helfen.“

Einen ersten Hinweis, warum die E-Kippe bei Jugendlichen (neben der geringen Entdeckungsgefahr durch Lehrer und Eltern) so verfängt könnten die Verkaufstitel der „Geschmacksrichtungen“ der verwendeten Verdampfer-Flüssigkeiten liegen: „Cool Cucumber“, „Crème Brulée“, „Stoned Smurf“ oder „Fruity Fun Cereal“ – das klingte nicht nach einer Absatzstrategie für Mittfünfziger in der Stahlindustrie sondern deutlich nach jungen, kreativen, weiblichen Käuferschichten. Und das bei dieser Nikotinmenge: in einer kleinen Juul-Kartusche ist soviel Nikotin enthalten wie in einer Schachtel mit 20 Zigaretten. Der Hersteller wirbt sogar mit einem schnelleren, härteren Kick als bei konventionellen Glimmstängeln. Unterlagen für Investoren von Juul zeigen eine annähernd hohe Nikotinaufnahme wie beim „echten“ Rauchen.

 

Q: Spiegel, WELT, SAT1

Nov
30

Deutschland ist abhängig.

Wer innerfamiliär oder im Bekanntenkreis mit Suchterkrankungen konfrontiert ist und sich um die Bekämpfung der Sucht oder besser um die Befreiung des Menschen bemüht, merkt schnell, wie schwierig der Kampf gegen Drogen des Kopfes und des Körpers im Kleinen ist. Wie gelingt es aber im Großen, Süchte zu verhindern, zu Bekämpfen und vielen hundert, vielen tausend Menschen ein selbstbestimmtes und freies Leben zu ermöglichen.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS) analysiert im „Jahrbuch Sucht“ die gefährlichsten Süchte der Deutschen und gibt Handlungsanweisungen vor allem für die Politik. Im Jahrbuch Sucht 2014 kommt die DHS zu dem Schluss, dass Rauchen und Trinken die höchsten Risikopotentiale und Hauptursache für den verfrühten Tod der Menschen in Deutschland sind:  „Tabak ist nach wie vor die Ursache Nr. 1 für vorzeitiges Sterben, Alkohol auf Platz 3 steht dem kaum nach – und auch Bluthochdruck (Platz 2) ist eng verbunden mit dem Konsum der beiden legalen Drogen.“ Die Warnung ist eindeutig, „noch immer rauchen 34% der 18- bis 64-jährigen Männer und 26,2% der 18- bis 64-jährigen Frauen. 42% der Männer und 26% der Frauen sind mindestens einmal pro Woche Passivrauch ausgesetzt. Risikofreie Konsummengen gibt es weder für Alkohol noch für Tabak. Es gilt die einfache Regel: Je mehr konsumiert wird, desto höher steigt das individuelle Risiko, zu erkranken oder vorzeitig zu sterben.“

die DHS bietet aber direkt einen Lösungsweg an, der von allen namhaften Krebsforschern, Nichtraucherschützern und Ärzten so oder so ähnlich schon seit Jahren gefordert wird: „Es gibt effektive und kostengünstige Präventionsmaßnahmen, die Gesundheit und Leben hunderttausender Menschen schützen können. Deren Umsetzung lässt allerdings weiterhin auf sich warten, wie die traurige Platzierung Deutschlands in der aktuellen Tabak-Kontroll-Skala zeigt: Platz 33 unter 34 Ländern (OECD 2014). Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen fordert seit langem eine umfassende Präventionsstrategie ähnlich der Internationalen Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle übrigens ein Dokument, das Deutschland unterzeichnet hat und dessen vollständige Umsetzung noch immer auf sich warten lässt. Wesentliche Bestandteile einer wirkungsvollen Prävention sind:

  • Preisanhebung durch Steuererhöhungen
  • Zeitliche Begrenzung des Verkaufs
  • Effektive gesetzliche Regulierungen der Werbung
  • Zufallskontrollen der Promille im Straßenverkehr
  • Maßnahmen zur Früherkennung und Frühinterventionen in der Gesundheitsversorgung

Nun könnte man sich fragen, was man selbst als Nichtraucher und Nichttrinker damit zu tun hat. Nun ja, jeder Geldbeutel ist betroffen. Jeder Mensch subventioniert die Sucht der anderen mit nicht unerheblichen Mitteln, bezahlt einen Teil jeder Zigarette, jedes Schnapses mit: „33,6 Mrd. Euro volkswirtschaftlichen Folgekosten des Tabakkonsums stehen 14,1 Mrd. Euro Einnahmen aus Tabaksteuern gegenüber“ – gleichzeitig wird dadurch deutlich, dass das Märchen von den sprudelnden Tabaksteuern genau das ist und bleiben wird: ein Märchen. Ähnlich beim Alkohl: „Volkswirtschaftlichen Folgekosten von 26,7 Mrd. Euro stehen 3,28 Mrd. Euro Einnahmen aus Alkoholsteuern gegenüber“.

Noch nicht überzeugt? Treffend und richtig argumentiert die DHS etwas später im Dokument: „Die Argumentationsstrategien der drei großen Branchen – Tabak, Alkohol und Glücksspiele – ähneln sich stark. Doch stellt sich die Vielzahl der vorgebrachten Argumente als nicht haltbar heraus, wenn sie mit den Befunden der Forschung konfrontiert wird:

  • Die beworbenen Produkte sind weder harmlos noch die problematischen Folgen gering. Zutreffend ist: Kurzfristiger Genuss wird mit langfristigeren Problemen erkauft. Regelmäßige Konsumenten von Suchtgütern sind wesentlich von Suchtproblemen betroffen. Um positive wirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen, sind Anbieter auf suchtkranke Menschen, auf intensiven, schädlichen Konsum angewiesen.
  • Gewinnerzielungsabsicht und Suchtprävention widersprechen sich. Die Anbieter können diesen Konflikt nicht von innen durch Selbstverpflichtungserklärungen lösen. Zutreffend ist: Werbung dient der Gewinnung von Neukunden. Ein hoher Konsumentenanteil an Kindern und Jugendlichen ist wirtschaftlich vorteilhaft für die Suchtgüterindustrie. Heranwachsende werden in ihrer verwundbarsten Lebensphase von der Industrie angesprochen und zum Konsum der gefährlichen Produkte verleitet. Bindende staatliche Regulierungen sind unverzichtbar.
  • Regulierung kostet keine Arbeitsplätze und keine Steuergelder. Zutreffend ist: In der Nettobetrachtung führt ein Marktrückgang im Bereich der Suchtgüter zu keinen Arbeitsplatzverlusten. Das Geld wird an anderer Stelle ausgegeben, so dass dort Arbeitsplätze entstehen. Sinkenden Steuereinnahmen bei einer Begrenzung der Suchtgüterindustrie stehen ungleich höhere Entlastungen der öffentlichen Hand gegenüber, so dass insgesamt für den Einzelnen und den Staat eine Ersparnis zu verzeichnen ist.“

Quelle: http://www.dhs.de/ und dort die Dokumente: http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/2014-04-16_PM_Legale_Suchtmittel.pdf, http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/2014-04-16_PM_Public_Relation.pdf, http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/2014-04-16_PM_Daten_und_Fakten.pdf sowie die Einzelseiten zu den Daten und Fakten zu Tabak, Alkohol usw.

 

Apr
24

Rauchen führt zum Trinken

Ganz einfache Rechnung: wer Raucht, trinkt auch mehr – und vervielfacht seine Gesundheitsrisiken. Diesen Zusammenhang weisen US-Forscher durch Tierversuche nach. Durch die Wirkung von Nikotin im Körper auf das Belohnungs-System, insbesondere auf die Dopamin-Ausschüttung im Gehirn führt Nikotin auf zwei Arten zum vermehrten Alkoholgenuß: Einerseits bremst Nikotin die Dopamin-Ausschüttung und andererseits aktiviert Nikotin bestimmte Stresshormon-Rezeptoren. Dadurch wird die Lust auf weitere Drogen wie z. B. Alkohol gefördert. In früheren Studien wurde bereits die Anzahl alkoholkranker Personen in Raucher und Nichtraucher zerlegt – Alkoholmissbrauch kommt bei Rauchern zehnmal häufiger vor als bei Nichtrauchern.

Quelle: http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/nichtrauchen/nikotin-ratten-lieben-alkohol-us-forscher-zeigen-rauchen-steigert-alkohol-durst_aid_1047724.html

Jul
26

Ricardo (DSDS) hört mit dem Rauchen auf

Er selbst sagt, das Rauchen hätte seine Stimme stark belastet. Und aufgehört hätte er ganz einfach – indem er sich von einem Youtube-Video überzeugen hat lassen. Mir persönlich ist noch nicht ganz klar, welches es ist, aber hier gibt es den ersten Teil von „Nichtraucher in fünf Stunden“ (Gesamtdauer aller fünf Teile … äh, etwa fünf Stunden) mit Dr. Stefan Frädrich:

Natürlich ist auch das Video auch als Seminar verfügbar und dort scheinen die Rückfallquoten relativ gering zu sein: http://www.nichtraucher-in-5-stunden.de
Speziell für 5.- bis 7.-Klässler gibt der Verein zur Nikotinprävention auch Seminare: http://www.nikotinpraevention.de

Quelle der Textinfo: http://www.promiflash.de/dsds-ricardo-so-hoerte-er-mit-dem-rauchen-auf-13031712.html

Mrz
18

Sucht schon bei zwei Zigaretten täglich

Nikotin ist einer der am stärksten abhängig machenden Stoffe – noch vor Heroin. Wie können Eltern besonders leicht manipulierbare Teenager vor einer lebenslangen Sucht schützen? Zuerst geht gutes Beispiel immer voran. Daneben hilft Aufklärung: „Eltern sollten sich schon im Grundschulalter gegenüber ihrem Kind klar gegen Zigarettenrauchen äußern“, empfiehlt der Suchtbeauftragte der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Matthias Brockstedt. Und Abschreckung: die kurzfristigen Folgen des Tabakkonsums werden von jungen Menschen besser berücksichtigt, als langfristige Folgen wie Krebs. Deshalb sollten junge Menschen auf schlechten Atem, gelbe Finger und ekle Zähne, auf stinkende Haare und muffige Kleidung aufmerksam gemacht werden.

Die EU-Kommission wird nun die bei jungen Menschen beliebten Zigaretten mit Zusatzstoffe wie Menthol reglementieren. Die Geschmacksstoffe werden von den Tabakproduzenten verwendet um den bitteren, manchmal sauren und scharfen Geschmack des inhalierten Rauchs zu übertünchen. Sie versuchen die Warnhinweise des Körpers (wie unmittelbares Husten) zu beseitigen und die Attraktivität von Zigaretten zu steigern. Nach Expertenmeinung erleichtern bestimmte Zusatzstoffe den Einstieg ins Rauchen und erschwert Rauchern den Rauchstopp.

Quellen: http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/PITOC_Zusatzstoffe_in_Tabakprodukten.html, http://www.focus.de/gesundheit/diverses/gesundheit-schon-zwei-zigaretten-am-tag-koennen-jugendliche-suechtig-machen_aid_817973.html

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Dez
13

Mit sechs Fragen die Nikotinabhängigkeit bestimmen

Der schwedische Arzt Dr. Karl Olov Fagerström hat einen einfachen und dennoch, nach eigenen Angaben, sehr genauen Test entwickelt, mit dem sich sagen läßt, ob Sie das Rauchen einfach beenden können. Im Endeffekt soll die automatisierte Auswertung Ihrer sechs Antworten zeigen, wie stark sie süchtig nach Zigaretten und dem darin enthalten Nikotin sind.

Planen Sie Ihren Ausstieg aus der Sucht, ihren Rauchstopp? Dann testen Sie hier Ihren persönlichen Suchtfaktor: http://quiz.fs.t-online.de/index.php?q_key=976d1e9b0bb720cb333825759cb2cda3&start

Nie-wieder-Tabak! wünscht viel Erfolg bei der Rauchentwöhnung, bei Ihrem Schritt in die Freiheit!

Mrz
10

Mit Ekel-Fotos gegen den Qualm

Mit Ekel-Fotos gegen den Qualm

In Großbritannien haben Raucher die Folgen ihrer Sucht vor Augen: Seit 2008 prangen Schockfotos von Lungenkrebs und anderen Rauchfolgen auf den Zigarettenschachteln. „Rauchen gefährdet ihre Gesundheit“, „Rauchen verursacht Krebs“ – dem britischen Gesundheitsministerium reichten die von der EU vorgeschriebenen Warntexte auf Zigarettenschachteln nicht mehr aus. Drastische Bilder, etwa von einer Raucherlunge, blutige Darstellungen einer Herz-OP oder ein ekelerregender Halstumor sollen den Briten den Appetit auf eine Zigarette vermiesen.

„Mit den drastischen schriftlichen Warnhinweisen auf den Schachteln haben wir bislang schon große Fortschritte erzielt“, erklärte Gesundheitsminister Alan Johnson. Nun will das Gesundheitsministerium noch einen Schritt weiter gehen: Aus einer Vorschlagsliste der Europäischen Kommission wählte ein Gremium 15 grafische Darstellungen aus, die ihrer Meinung nach am wirkungsvollsten waren. Ab Herbst 2008 sollen die Warnungen verpflichtend auf allen Schachteln zu sehen sein.

In der auf FitForFun-Bildergalerie finden Sie eine Auswahl der Schockbilder.

Quelle: http://www.fitforfun.de/beauty-wellness/gesundheit/nicht-rauchen/zigaretten_aid_4617.html

Jan
10

Bunte Zigarettenschachteln verführen zum Tabakkonsum

Zur Bekämpfung des Tabakkonsums haben deutsche Krebsforscher ein Verbot bunter Zigarettenverpackungen gefordert. Einheitliche graubraune Packungen sowie abschreckende Bilder auf den Zigarettenschachteln könnten helfen, dass vor allem weniger Jugendliche mit dem Rauchen anfangen, erklärte Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) heute in Heidelberg.

Das sei eine einfache Strategie gegen die „permanente, unterschwellige Werbung“. Nachdem der Tabakindustrie einige wichtige Werbekanäle wie Fernsehen, Radio und Printmedien wegen des Werbeverbots nicht mehr zur Verfügung stünden, seien die Verpackungen zu einem immer wichtigeren Werbeträger geworden, betonte die Expertin.  

Derzeit sind Tabakverpackungen in Deutschland lediglich mit schriftlichen Warnhinweisen wie „Rauchen kann tödlich sein“ oder „Rauchen lässt Ihre Haut altern“ versehen. Die Wirksamkeit dieser Warnhinweise werde jedoch durch die Werbung und das Design der Zigarettenschachteln erheblich abgeschwächt, erklärte der Rechtsexperte Tobias Effertz von der Universität Hamburg anlässlich einer Konferenz für Tabakkontrolle in Heidelberg.

Er verwies auf Studien, wonach Kinder und Jugendliche eher mit dem Rauchen beginnen und daran festhalten, je mehr sie mit Tabakwerbung in Kontakt kommen. Deshalb sei es dringend nötig, die Tabakwerbung weiter einzuschränken. Im November hatte bereits die britische Regierung ein Verbot bunter Zigarettenschachteln angekündigt.  

Pötschke-Langer forderte zugleich ein EU-weites Verbot der Zusatzstoffe in Zigaretten, wie es beispielsweise bereits in Kanada durchgesetzt worden sei. Frucht- oder Schokoladenaromen machten Zigaretten insbesondere für junge Menschen attraktiver. Andere Substanzen erleichterten das Rauchen, indem sie das unangenehme Kratzen im Hals beim Inhalieren linderten.

Dadurch würden schon Kinder zum Rauchen verführt. Zudem würden Raucher dazu verleitet, den Rauch tiefer zu inhalieren. Es gerieten mehr giftige und krebserregende Substanzen in den Körper, und auch das Suchtpotenzial steige.

Insbesondere Menthol mache den Forschern große Sorgen. Der Rauch werde durch diesen Zusatzstoff besonders tief inhaliert. Zudem stehe Menthol in Verdacht, in Kombination mit Nikotin ebenfalls süchtig zu machen, warnte die Expertin.

Pötschke-Langer zeigte sich optimistisch, dass das Verbot der Zusatzstoffe und die einheitliche Verpackung in den nächsten fünf Jahren EU-weit durchgesetzt werden können. Sie rief die Verbraucher zugleich dazu auf, am öffentlichen Konsultationsverfahren zur künftigen EU-Tabakproduktrichtlinie teilzunehmen, das noch bis zum 17. Dezember läuft.

Das DKFZ warnte zugleich davor, das derzeit in der EU geltende Verbot des schwedischen Tabakprodukts Snus aufzugeben. Snus besteht aus Tabak, dem Aromen, Salze und andere Stoffe zugesetzt werden. Die kleinen Päckchen werden zwischen Lippe und Zahnfleisch geklemmt und gelutscht. Snus sei ein gefährliches Produkt, das genauso abhängig machen könne wie Zigaretten, warnte die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stabsstelle Krebsprävention, Katrin Schaller.

Zudem erhöhe es das Risiko, an Mundhöhlen-, Speiseröhren- oder dem besonders tückischen Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=43842&src=suche&p=rauchen

Jan
05

Die DAK sagt: Zigaretten-Werbung treibt in die Sucht

Daß Werbung nicht nur reiner Selbstzweck ist darf man annehmen – gerade wenn man wie ich selbst in der Werbewelt arbeitet und lebt. Wie schockierend allerdings Werbung macht, wie schockierend genau die Werbemacher ihre Zielgruppe zu kennen scheinen, wie leicht sich die Rezipienten mit Witz, dem Vorgaukeln von Freiheits- und Lebensgefühl usw. übertölpeln lassen hat jetzt die DAK erarbeitet. Dazu sagte Ralf Kremer, Präventionsexperte der DAK: „Ganz bewußt setzt die Tabakindustrie auf Motive, die Jugendliche anspricht“.

Gemeinsam mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord, Kiel) beobachtete man 3.400 Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren beim Konsum von Werbung. Unter anderem sechs Zigarettenmarken und acht andere Produkte (darunter Süßigkeiten und Mobilfunk) – jeweils ohne erkennbare Marke. Die Schüler sollten angeben, wie oft Ihnen die Werbung bereits begegnet sei und für welche Marke die Anzeige werben würde.

Bei den Jugendlichen, die Zigarettenwerbung häufig wiedererkannten und sogar den Markennamen nennen konnten war die Abneigung gegen das Rauchen deutlich eingeschränkt, in der Gruppe der Personen mit hohem Werbekontakt hatten doppelt so viele Kinder und Jugendliche bereits geraucht.

Als Konsequenz fordern DAK und IFT ein absolutes Werbeverbot für Tabakwaren – und wir unterstützen diese Forderung. Schützt unsere Kinder endlich vor schädlichem Tabak! Jeden Tag rauchen weltweit über 6.000 Jugendliche ihre erste Zigarette … und laut DAK werden Jugendliche besonders schnell abhängig – bereits nach vier Wochen gelegentlichen Rauchens litten sie unter Entzugserscheinungen wie Nervosität, Unruhe und Gereiztheit.

(Quelle: http://www.focus.de/panorama/welt/gesundheit-werbung-mitverantwortlich-fuer-junge-raucher_aid_485684.html)

Mrz
02

Wer das Rauchen aufhören will braucht keine Hilfsmittel

Wer das Rauchen überwinden möchte ist ohne Hilfsmittel laut australischen Wissenschaftlern von der Universität Sydney erfolgreicher!

Simon Chapman und seine Kollegen sind nach Auswertung von fünfhundertelf (511!) Studien aus den Jahren 2007 und 2008 zum Ergebnis gekommen, daß die meisten erfolgreichen Ex-Raucher Ihr Ziel ohne die Nutzung von Ersatzprodukten oder psychologischer Hilfe erreicht hätten. In der Öffentlichkeit herrsche aber immer noch das Bild, Nikotinersatztherapien wären zum erfolgreichen Rauch-Stopp nötig.

Selbstverständlich gibt die Pharmaindustrie viel Geld aus um Studien zur Rauchentwöhnung zu finanzieren und in den USA werden monatlich dreimal so viele Informationen zum Nikotin-Stopp von der Industrie verbreitet wie von der Regierung oder NGO (Nichtregierungsorganisationen).

Interessant ist es auch die Ergebnisse von gesponsorten Studien im vergleich zu unabhängigen Untersuchungen zu betrachten: 51 % der von den Pharmaziekonzernen bezahlten schrieben den Tabakersatzstoffen hohe Erfolge zu, dagegen stehen nur 22 % der frei erstellten.

Die Empfehlung der Forscher aus Australien an Gesundheitsbehörden ist es, nicht so stark auf Nikotinmittel oder professionelle Hilfe zur Entwöhnung hinzuweisen sondern den Willen zur Rauchfreiheit zu stärken.

(Quelle: PLoS Medicine, Bd. 7, Artikel e1000216  / Süddeutsche)

Feb
11