Visa Vie erklärt die Folgen jeder einzelnen Zigarette

Werbung für die Barmer aber natürlich auch gegen das Rauchen. Werbung, die auf nie-wieder-tabak.de nicht bezahlt wird, nicht bezahlt werden braucht. Denn diese Werbung enthält vor allem Informationen über Zigaretten und Tabak und deren Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt.

Nov
24

Zigarettenkippen sind teurer Müll?

Wenn Sie mal jemand theatralisch weinen sehen möchten, dann wäre meine erste Idee: Jan Mücke vom Deutschen Zigarettenverband. Denn seit die Bürger hinsichtlich Natur und Umwelt vorsichtiger handeln, mehr wissen und vor allem mehr wissen wollen rückt auch für Zigarettenhersteller eine gesetzliche Vorgabe und/oder Abgabe bezüglich der meist aus Zelluloseacetat hergestellten Filter näher.

Die Filter sollen in der Außendarstellung der Hersteller bewirken, dass giftige oder gesundheitsschädliche Stoffe wie Teer und Nikotin nicht eingeatmet werden. Tatsächlich geht es vermutlich eher darum, dass der Tabakrauch gekühlt wird, die Zigarette optisch größer erscheint als sie ist (spart Tabak), Tabakbrösel aus dem Mund ferngehalten werden (um vor allem den Anfängern den Einstieg „zu erleichtern“) und man sich die Finger nicht an der Glut verbrennt.

Laut DZV werden beinahe alle Zigarettenstummel korrekt in den Restmüll entsorgt.

Früher wurde bei „leichten“ Zigaretten die Papierhülle der chemisch zu Kunststoff umgewandelten Holzfasern mit mikroskopischen Löchern versehen, heute ist nach meinem Kenntnisstand das bei fast allen Zigaretten der Fall. Diese Löcher mischen in Abrauchmaschinen Luft unter den Rauchstrom, verdünnen diesen und führen zu niedrigeren Pflichtangaben auf den Packungen. Beim tatsächlichen Rauchen verdecken allerdings die Finger die meisten dieser Löcher, so dass die tatsächlichen Werte häufig um ein vielfaches höher liegen dürften. Außerdem steigt der Widerstand innerhalb der Zigarette so dass stärker gesaugt werden muss und deshalb der gesundheitsschädliche Zigarettenrauch länger und tiefer inhaliert wird.

Außerdem wird die eventuelle Filterwirkung des Rauchgases dadurch konterkariert, dass sich feinste Fasern des Filtergewölls beim Saugen an der Kippe lösen und also die Anzahl der inhalierten, potentiell gefährlichen Substanzen gesteigert wird.

Zudem gelten sowohl in Städten als auch an Stränden und Küsten Zigarettenkippen als das am häufigsten vorzufindende Abfallprodukt – das zudem auch noch unzählige Giftstoffe aus dem Tabakrauch enthält – jährlich werden weltweit mehr als 4 Billionen Stummel achtlos weggeworfen und landen in Abwässern, Flüssen und Meeren. Im Salzwasser geht man von einer Zerfallszeit von mehr als 400 Jahren aus, d. h. dann ist vom Kippenrest nur mehr Mikroplastik übrig. Aber die Filter sinken nicht einfach auf dem Meeresgrund und zerfallen – in 70% aller untersuchten Meeresvögeln konnten Reste von Zigarettenstummeln gefunden werden.

So, und nun zurück zu den Krokodilstränen des schlimmsten Lobbyisten Deutschlands: er jammert, dass die Zigarettenindustrie einen verhältnismäßig höheren Beitrag an den Einweg-Kunststoff-Abgaben leisten soll als beispielsweise Getränkebecher-Hersteller. Und das, obwohl die Gewinnmarge der von ihm vertretenen Droge eben die ist, die sie ist: die einer Droge. Gleichzeitig heult er rum (ich bitte meine Wortwahl zu entschuldigen), dass die Quellen zur Berechnung für diese Abgaben, die der Verband der Kommunalen Unternehmen (VKU) erhoben hat, nicht zu 100% transparent sind (im Gegensatz zu allen Tabakstudien der Hersteller). In der Stellungnahme der Verbandswebsite steht zum Littering: „Nicht die Hersteller sind dafür verantwortlich, sondern einzelne Verbraucher. Hier gibt es ein Vollzugsdefizit …“.

Ich fordere:

  • das unmittelbare Verbot von Cellusoleacetat in Filtern
  • hohe Umweltschutzabgaben für die Herstellung von Filtern (bzw. deren „Einbau“)
  • eine Rücknahmeverpflichtung sowie eine Nachweisverpflichtungen zur korrekten Entsorgung für Mindestmengen von Zigarettenfilter
  • zusätzliche Reinigungsauflagen z. B. Strandreinigungen für Hersteller
  • sowie ganz besonders eine Informationspflicht (Sensibilisierung) für die (Verb-)Raucher durch umfangreiche Beipackzettel zur Umweltschädlichkeit & Unmenschlichkeit des Tabakanbaus, der Zigarettenproduktion, durch das Rauchen sowie zur Entsorgung der Zigaretten zu jeder Schachtel
Okt
14

Menschenwürde vs. Tabakkonzerne

Heute ist Welttag für menschenwürdige Arbeit. Dass besonders Tabakanbau und hier besonders im globalen Süden keine menschenwürdige Arbeit ermöglicht, haben wir schon mehrfach angeprangert. Viel zu häufig müssen Frauen und Männer und leider auch nicht selten Kinder auf den Feldern für „unsere Zigaretten“ unter unwürdigen Arbeitsbedingenden und zu einem Lohn schuften, der ungeeignet ist eine menschenwürdige Existenz zu sichern, damit multinationale Konzerne maximale Gewinne erziehlen können.

Zur Überwindung der Kinderarbeit gehört ein fairer Lohn, der gesunde Ernährung, Bildung und Gesundheitsvorsorge ermöglicht. Dies könnte am Beginn der Lieferkette auch für die Überwindung der Armut sorgen. Aber z. B. in Bangladesch, Indonesien, Brasilien oder Malawi ist man weit davon entfernt – zumindest im Tabakanbau.

Dazu kommt, dass der Tabakanbau enorme Ressourcen verschlingt und beim Flächenverbrauch in Konkurrenz mit Nahrungsmitteln und lebensnotwendigen Gütern tritt; dies verschärft die ökonomische Abhängigkeit der Kleinbauern. Gleichzeitig werden enorme Mengen an Herbiziden, Pestiziden und Dünger eingesetzt, die die Gesamtbilanz des Tabaks hinsichtlich Umweltschädlichkeit und Menschenwürde weiter verschlechtern.

Weitere Informationen z. B. beim Deutschlandfunk.

Okt
07

Umweltproblem: Kippe

Um eines der größten Umweltverschmutzungsproblem in Griff zu bekommen wurden schon viele Vorschläge gemacht: Was tun, mit den achtlos weggeworfenen Zigarettenstummeln?

Weltweit werden jedes Jahr etwa 5 Billionen Zigaretten (5 000 000 000 000) produziert, geraucht und entsorgt. Je nachdem wo die Zigarette landet mäßig bis extrem umweltschädlich. Denn Zigarettenfilter bestehen üblicherweise aus Celluloseacetat. Bereits beim Schneiden der Filter entstehen durch die feine Struktur der denaturierten Holzfasern hunderte kleiner und kleinster Microplastikpartikel.

Für gewässerlebende Tiere sind die stark mit Nikotin, Schwermetallen und anderen Giften belasteten Stummel besonders gefährlich, da das wasserlösliche Nikotin ein starkes Nervengift ist. Aber auch für Vögel, Schildkröten und andere Tiere sind die Filter nicht nur für sie selbst sondern auch für Ihre Jungen gefährlich. Zigarettenfilter können – wie andere Kunststoffteile auch – im Magen nicht zersetzt werden, füllen diesen und führen dadurch zum Tod durch Verhungern.

Einige Vorschläge, die in letzter Zeit medial gestreut wurden, sind z. B. ein Pfandsystem mit bis zu 20ct pro Stummel. Aber allein die Rücknahme wäre eine logistische Meisterleistung und eine Gefährdung der MitarbeiterInnen, die die Filterstücke ja zählen müssten. Zwar würden viel weniger Zigarettenüberbleibsel das Pflaster vor Kneipen, an Bahnsteigen und rund um Bushäuschen verunzieren, das Problem der Herstellung, der Microplastikstücke im Mund der Raucher und die problematische Entsorgung bliebe ungelöst.

Mein Vorschlag geht darüber hinaus, würde zum einen Rohstoffe sparen und zum anderen Raucher bei der Entwöhnung unterstützen und ganz nebenbei das Problem des Filters, dessen Nutzen ohnehin fraglich scheint, lösen. Ein Verbot (jetzt werden wieder vermeintliche Freigeister aufheulen) von Filtern würde viele Probleme beseitigen! Außer natürlich die der Raucher, die den Stummel bis zum Ende rauchen wollen würden und sich die Finger verbrennen. Und natürlich die der Zigarettenindustrie, die mindestens die meisten Frauen als Kunden verlieren könnten, weil Tabakbrösel im Mund … das muss man schon mögen.

Sep
18