Der deutsche Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat sich kürzlich klar für ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten ausgesprochen. Diese sogenannten Vapes sollen nach seiner Ansicht nicht nur ein Umweltproblem darstellen, sondern auch Gesundheitsrisiken bergen und den Einstieg in Nikotinsucht, besonders bei jungen Menschen, erleichtern.
Einweg-E-Zigaretten sind kleine, bunte Dampfgeräte, die nach kurzer Nutzungsdauer weggeworfen werden. Sie enthalten eine Lithium-Ionen-Batterie und sind bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen besonders beliebt.
Minister Schneider betont, dass:
- beinahe täglich Brände in Müllanlagen ausgelöst werden, weil die fest verbauten Batterien explodieren können; dies gefährde sowohl Beschäftigte als auch Umwelt und Infrastruktur.
- die Geräte zwar keine Verbrennung wie bei klassischen Zigaretten erzeugen, aber dennoch fast immer Nikotin enthalten, das abhängig macht und langfristige gesundheitliche Risiken birgt.
Aus Sicht von Verbraucherschützern und Umweltverbänden ist ein Verbot auch aus Ressourcengründen sinnvoll, denn die Batterien enthalten wertvolle Rohstoffe wie Lithium-Kobaltoxid, die nach kurzem Gebrauch einfach verloren gehen, wenn das Gerät im Restmüll landet. Zwar gilt ab Juli 2025 eine Rückgabepflicht, wonach Einweg-E-Zigaretten dort zurückgegeben werden müssen, wo sie verkauft wurden – ein Pfandsystem ist jedoch nicht geplant und wird von vielen Experten als unzureichend angesehen.
Darüber hinaus sind Einweg-Vapes oft und vollkommen unnötigerweise mit süßen Aromen ausgestattet und preiswert – Merkmale, die besonders Jugendliche ansprechen. Medizinische Fachgesellschaften warnen: Auch wenn E-Zigaretten häufig als weniger schädlich als Tabakrauch dargestellt werden, Nikotin bleibt ein stark abhängig machender Stoff.
Studien zeigen, dass bereits Verbote von Aromastoffen oder Geschmacksrichtungen dazu geführt haben, dass viele Nutzer ihren Konsum reduziert oder aufgegeben haben.
Blick über die Grenzen
Andere Länder sind bereits weiter:
- Belgien hat den Verkauf von Einweg-E-Zigaretten verboten.
- Frankreich folgte mit einem ähnlichen Schritt.
- Auch im Vereinigten Königreich ist der Verkauf dieser Produkte seit Mitte 2025 untersagt
Ein Verbot ist kein deutsches Alleinstellungsmerkmal, sondern Teil einer absolut sinnvollen und international abgestimmten Regulierung.
Und der Politischer Stand in Deutschland?
Der Deutsche Bundestag hat die Bundesregierung bereits im November 2025 aufgefordert, ein Verbot zu prüfen. Auch der Bundesrat signalisierte Zustimmung, auch wenn die Bundesregierung noch rechtliche Fragen prüfen lässt. Kritiker aus der Branche warnen selbstverständlich davor, dass ein striktes Verbot den Schwarzmarkt beflügeln könnte – und bestehende Vorschriften erst konsequent durchgesetzt werden sollten. Sie verteidigen aber auch imense Pfründe – laut Tagesschau wird der Absatz 2025 auf 2,4 Milliarden Euro geschätzt.
Einweg-E-Zigaretten stehen heute symbolisch für eine neue Form der Nikotinprodukte, die schnell konsumiert und schnell entsorgt werden – mit Konsequenzen für Umwelt und Gesundheit.
Ein Verbot würde nicht nur ein deutliches Signal gegen Wegwerf-Nikotinprodukte setzen, sondern auch einen weiteren Schritt im Kampf gegen Nikotinsucht und deren Normalisierung in der Gesellschaft markieren – besonders bei jungen Menschen.
Quelle: Mastodon, gehostet auf ard.social, Bundesinstitut für Risikobewertung
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