EU-Gesundheitskommissar ehrt Aufklärung gegen Tabak

Schon einige Male berichteten wir hier über die hervorragende Idee Medizinstudenten an Schulen gegen einen Suchteintritt werben zu lassen. Und auch darüber, aus dieser „einfachen“ Idee etwas großartiges, flächendeckendes zu entwickeln und mit zig (wenn nicht gar hunderten) Studierenden hunderte (tausende?) Jugendliche von einem Einstieg ins Rauchen abzuhalten. Dr. Titus Brinker begann mit diesem Projekt („Aufklärung gegen Tabak“, AGT) als er selbst noch Medizinstudent war.

Anfang November erhielt diese großartige Idee, erhielten der großartige Initiator Dr. Brinker sowie seine Mitarbeiter Benedikt Gaim und Janina Suhre den Europäischen Gesundheitspreis (Platz 2) aus den Händen des EU-Gesundheitskommissars Vytenis Andriukaitis. Der jährlich verliehene Gesundheitspreis der EU stand in diesem Jahr erstmals unter dem Thema Tabakprävention, er wird an Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO) vergeben.

AGT startete in Deutschland und hat hier inzwischen 28 Gruppen an Universitäten mit über 1.500 Studierenden; inzwischen gibt es international sogar 59 Medizinfakultäten in 11 weiteren Ländern. Die Gruppen vor Ort gehen in Schulen und arbeiten anhand wissenschaftlicher Fakten zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der siebten Klassen (pro Jahr etwa 24.000!) an einem bessern Verständnis für die Schäden, die Tabak ausrichtet, wie eine Sucht entsteht und wie sich Rauchen auf die „Schönheit“ sowie die Fitness auswirkt. Dazu ist eine Ausbildung der angehenden Ärzte notwendig und eine große Menge Material musste zusammen getragen, ausgewertet und zu einem medizinisch-pädagogischen Konzept ausgearbeitet werden.

Um die Schüler besser erreichen zu können wurde u. a. die App „SmokerFace“ entwickelt, die den Verfall eines Rauchergesichts in kurzer Zeit auf medizinischen Fakten simuliert. Für Schüler/innen, die bereits von Zigaretten (oder anderen Nikotinprodukten) abhängig geworden sind, gibt es zusätzlich eine Entwöhnung-App, die den Motivationsgrad zum Rauchstop hoch hält – natürlich kann diese App auch von Rauchern jeden Alters kostenlos bezogen werden.

Platziert wurden außerdem das Projekt “X-HALE Youth Smoking Prevention Programme” der irischen Krebsgesellschaft sowie die “Youth Organisation No Excuse Slovenia”. Andriukaitis betonte aber, dass alle elf für die Endrunde ausgesuchten Initiativen herausragende Leistungen mit unterschiedlichen Ansätzen zur Tabakprävention und damit einen wertvollen Beitrag im gemeinsamen Engagement für einen Erhalt der europäischen Gesundheit geleistet haben (bzw. leisteten).

Einen ausführlichen Bericht zur Preisverleihung inklusiv Video finden Sie hier (AGT) und bei der EU-Kommission.

Wir gratulieren sehr herzlich zu diesem verdienten Preis – weiter so!

Dez
06

Anti-Rauch Kampagnen zeigen Wirkung

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Berlin teilt mit: immer weniger Jugendliche greifen zu Zigaretten. Gemäß einer aktuellen bundesweiten Studie gilt Rauchen unter Jugendlichen nicht mehr als „cool oder erwachsen“ sondern vielmehr als „out“. „Der Gruppenzwang ist zurückgegangen. […] Man muss nicht mehr Rauchen, um dazuzugehören.“, bringt es der Profzheimer Stadtjugendring-Chef Hartmut Wagner auf den Punkt.

Laut der Studie greifen noch 13 % der Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren zur Zigarette – der niedrigste Stand seit 30 Jahren. Der Anteil der rauchenden jungen Menschen habe sich seit 2001 bis heute mehr als halbiert. Damals gab es noch 28 % jugendliche Raucher. Das Geschlechter-Gleichgewicht ist dabei leicht gekippt – vor zwei Jahren waren noch 16 % der Mädchen und 15 % der Jungen Raucher, heute sind es zwölf Prozent zu 14 %, also mehr männliche Raucher. Das Rauchverhalten der Jugendlichen lässt sich aber durchaus differenzieren. So rauchen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten deutlich weniger als Schüllerinnen und Schüler in Haupt-, Real- oder Gesamtschulen.

In der nächsten Altersgruppe – bei den 18- bis 25-Jährigen rauchen leider noch immer 38 %, auch wenn das einen Rückgang um fünf Prozent seit 2008 bedeuted. Die erste Zigarette rauchen Jungs und Mädchen durchschnittlich mit 14 Jahren. Der etwas nach hinten verschobene Rauchbeginn wird von der BZgA als Erfolg der eigenen Aufklärungsarbeit und Prävention gewertet. Aber auch der Bewusstseinswandel in der Gesellschaft wird als Grund gewertet.

Dazu erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans: „Der weitere Rückgang des Rauchens bei Jugendlichen zeigt, dass es langfristig gelungen ist, Kinder und Jugendliche mit den Maßnahmen der Tabakprävention zu erreichen. Er bestätigt zudem, dass es einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft zum Nichtrauchen gibt. Damit sich der rückläufige Trend weiter festigt und immer weniger Menschen mit dem Rauchen beginnen, müssen wir die präventiven Maßnahmen bei Kindern und Jugendlichen weiter fortsetzen und ausbauen.“

Die BZgA-Direktorin Elisabeth Pott sagt dazu: „Nichtrauchen hat sich in unserer Gesellschaft fest etabiliert.“

Quellen: http://www.bzga.de/presse/pressemitteilungen/?nummer=652, http://www.pz-news.de/Home/Nachrichten/Pforzheim/arid,251816_puid,1_pageid,17.html

Feb
25