Österreich atmet auf

Ein einziges Hin und Her durch äußerst korrupte Politiker und einige, die kompromissbereit waren. Die aufgrund der sogenannten „Ibiza-Affäre“ aus der Regierung geflogene FPÖ hatte es in der Koalition mit der ÖVP tatsächlich geschafft, das eigentlich schon beschlossene Rauchverbot in der Gastronomie nach bayerischem Vorbild in letzter Minute zu kippen.

Nun, da die sogenannten Freiheitlichen keine Regierungsverantwortung mehr haben, hat das österreichische Parlament erneut über die Einführung eines Nichtraucherschutzgesetzes an allen Orten, an denen Speisen hergestellt, verarbeitet, verabreicht oder konsumiert werden, beschlossen – gegen die Stimmen der FPÖ, versteht sich. Das Gesetz gilt darüber hinaus auch für reinen Getränke-Service, für Schulen & deren Freiflächen aber auch für gemeindliche Mehrzweckräume oder Pfarrsäle, Feuerwehrfeste und auch Festzelte. Biergärten (Gastgärten) bleiben vorerst von der Regelung ausgenommen. Von dem am 1. November 2019 in Kraft tretenden Gesetz profitieren nicht nur alle Österreicher sondern auch die vielen Touristen, die Österreich gerade auch der tollen Luft wegen schätzen.

Gute Luft in Österreich

Die FPÖ glaub entweder allen ernstes, dass die Freiheit einzelner über die Gesundheit aller zu stellen wäre oder ist über die offensichtlich gewordene Korruptheit aus dem Gespräch mit einer vermeintlichen Oligarchentochter aus Russland hinaus tatsächlich so industriell beeinflusst, dass sie gegen die menschliche Logik zu argumentieren bereit ist.

Deren Abgeordneter Peter Wurm kommentierte das Abstimmungsergebnis mit den Worten: „ Es schaut so aus, dass die Puritaner, die Pharisäer und die politisch Korrekten das lange Ringen gewonnen haben“. In Wirklichkeit hat die Politik alle Hinweise und Beweise aus der Medizin ernst genommen und sorgt in Zukunft für einen besseren Gesundheitsschutz.

Besonders freue ich mich darüber, dass das Alter, in dem in Österreich legal geraucht werden darf, von 16 auf 18 Jahre angehoben wurde und Jugendliche und Heranwachsende besser vor den Gefahren des Nikotins geschützt werden.

Als schönes Schlusswort kann die Antwort der JETZT-Abgeordneten Daniela Holzinger-Vogtenhuber stehen: „Wir beseitigen damit eine der absurdesten Hinterlassenschaften der abgewählten rechtskonservativen Regierung“. Danke!

Q: ORF
Bild: Peter Hüller auf Pixabay

Sep
23

(Fast) alle wollen rauchfreie Gaststätten

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) prüft mit Hilfe der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) seit Jahren die Zustimmung oder Ablehnung in der deutschen Bevölkerung zu den Nichtraucherschutzgesetzen der Bundesländer. Die Rauchverbote in der Gastronomie unterscheiden sich stark voneinander. Außer in Bayern, dem Saarland und in Nordrhein-Westfalen gibt es immer noch Ausnahmeregelungen für Raucherräume und Raucherkneipen.

Doch immer mehr Menschen wünschen sich einen vollständigen Schutz vor Passivrauch. Seit 2005 ist der Prozentsatz der Befragten, die sich rauchfreie Kneipen und Wirtshäuser wünschen, von knapp 53% auf fast 82% angestiegen.

AdWfdP-Rauchfreie-Gaststaetten-zustimmung-2005-2013

Durch das – zugegeben erzwungene – Erleben von rauchfreien Gaststätten hat sich auch unter den Rauchern die Sicht geändert. Wollten 2005 nur 30% der Raucher eine rauchfreie Umgebung beim Essen und Trinken sind es im Februar 2013 schon fast 60%. Leider gibt es immer noch nur drei Bundesländer, die diesem Willen Rechnung tragen. Das dkfz schreibt dazu: “

In den übrigen Ländern bleibt den Befürwortern des Nichtraucherschutzes nur eine beklemmende Alternative: Sie können sich entweder darüber beschweren, in Eckkneipen, Diskotheken, Festzelten oder Spielhallen den Giftstoffen des Tabakrauchs ausgesetzt zu sein – dann werden sie von den Inhabern der Einrichtungen aller Erfahrung nach als „Denunzianten“ gebrandmarkt. Oder sie gehen solchen Anfeindungen aus dem Wege und verzichten auf Beschwerden – was dann von der Tabaklobby als Beleg dafür angeführt wird, dass die Ausnahmeregelungen für Raucherräume und Raucherkneipen einen „gelungenen Kompromiss“ darstellen.“ und “ Um die Bevölkerung vor den Gefahren des Passivrauchens zu schützen, wäre eine bundesweit einheitliche Regelung aus Sicht des Deutschen Krebsforschungszentrums die beste Lösung.“

Gegen eine solche flächendeckende Lösungen stemmt sich die tabaknahe Industrie und die Tabaklobby mit massivem Geld- und Mitteleinsatz, genauso, wie sie gegen die Schutzmaßnahmen aus dem Europäischen Parlament Stimmung macht.

 

Quelle: http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/AdWfdP-Rauchfreie-Gaststaetten-2013.pdf

 

Sep
11