2.500 £ Strafe für Zigarettenautomaten

Mit umgerechnet bis zu 2.500 £ Strafe muß seit 01. Oktober 2011 in England jeder rechnen, der Zigarettenautomaten betreibt oder auf Automaten für Rauchwaren wirbt. Das kontrovers diskutierte Gesetz gilt seit letztem Samstag nur in England, in anderen Teilen des Königreichs werden die Regelungen später folgen.

Ziel der Gesetzinitiative ist es – wie überall in Europa mit unterschiedlichen Mitteln angegangen – Jugendliche vor einer gesundheitlich dramatischen, oft lebenslänglichen Sucht zu bewahren, die enorme ökonomische Folgen für die Staatskassen hat. Ungeachtet der Behauptungen, ohne die Einnahmen aus der Tabaksteuer würden ganze Staaten Pleite gehen oder die Renten nicht länger bezahlt werden können u. ä.,  ist Rauchen sowohl für die Kranken- als auch für Pensions- und Rentenkassen zumindest langfristig ein „Draufzahlgeschäft“.

In Großbritannien, so das Gesundheitsministerium, habe praktisch jeder aktive Raucher mit dem Tabakkonsum vor seinem 18. Geburtstag begonnen. Der Verkauf an Jugendliche ist verboten und die Schätzungen gehen davon aus, das jedes Jahr ~35 Millionen Zigaretten illegal über Automaten an Minderjährige abgegeben worden sein. Den Umweg über das „Deutsche System“ mit Verifikation des Alters am Automaten war den Engländern wohl – nachvollziehbarerweise – zu leicht zu umgehen.

In naher Zukunft greift die Gesellschaft sogar noch viel radikaler in die vermeintliche „Selbstbestimmung“ der Bürger ein. Nach diesem Gesetz und dem bereits eingeführten Rauchverbot in Pubs und Gastwirtschaften sollen künftig auch Ladengeschäfte gänzlich ohne sichtbare Werbung für oder sichtbare Plazierung der Tabakprodukte selbst auskommen müssen: Wer meint zu rauchen, kann, aber keinerlei Verführung durch Werbung, ist der Hintergedanke. Auf diesem fußt auch die politische Debatte darüber, ob die Hersteller ihre Zigaretten künftig nur noch in neutralen Verpackungen ohne Werbebotschaft und großer Gesundheitswarnung abgeben dürfen.

Okt
05

Zahl des Tages: 860 Millionen

Ja, das ist eine Zahl, die sogar uns überraschte. Laut einem Bericht des österreichischen Standards habe eine Studie des Magistrats von Wien in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur gezeigt, dass allein in der Landeshauptstadt 860 Millionen Zigarettenstummel jährlich auf die Straßen und Wege geworfen würden. Durch diese Verschmutzungen verursachte Kosten für Reinigung wie Kehrmaschinen usw. trugen bisher alle Bürger gemeinschaftlich. Einen Teil der Kosten holt sich die Stadt jetzt aber direkt von den Verursachern.

Mitarbeiter der städtischen Aufsichtstruppe „Waste-Watchers“, die sich vorwiegend mit illegaler Hausmüllentsorgung, unrechtmäßigem Sperrmüllabstellung und Hundekot-Vergehen beschäftigt, haben inzwischen gegen 450 Raucher wegen weggeworfener Zigarettenstummel eingeleitet. Im Fall einer Niederösterreicherin, die gegen das Reinhaltegesetzt verstieß als sie einen Glimmstängel aus dem Auto warf, macht das 75€ Strafgebühr.

In vielen deutschen Städten gibt es ähnliche Verordnungen, wir haben aber bisher nur von Gebühren zwischen 10 und 25 € gehört und vielerorts wird bislang kaum vollstreckt sondern, sehr vernünftig, der Müllsünder höflich auf sein Vergehen hingewiesen und um eigene Beseitigung gebeten.

Quelle: http://derstandard.at/1313024556679/Waste-Watcher-Hohe-Strafen-fuer-weggeworfene-Zigaretten-in-Wien

Aug
18