Der 100-jährige Krieg gegen den Tabak

Präsident Barack Obama stand in seinem Heimatland USA vor allem für eins: „Change“, also Veränderung. Daß er nicht nur Wahlversprechen gemacht hat sonder Taten folgen läßt ist nicht überall so sichtbar, wie im Gesundheitsbereich. Die Food and Drug Administraion (FDA) wurde von ihm zur Regulierungsbehörde des Tabaks gemacht.

Spätestens ab 2047 keine Zigaretten mehr

Bis 2047 könnte der Varkauf von Tabakprodukten in den USA eingestellt werden, haben Experten angekündigt und im American Journal of Public Health den „beschleunigten Erfolg des 100-jährigen Krieges gegen die Tabaksucht in den USA“ angekündigt.

Die beiden Forscher Michael Fiore (Direktor des Madison Center for Taobacco Research and Intervention a. d. Univerity of Wisconsin) und Timothy Baker (Vize-Direktor) arbeiten an einem Plan, wie der Tabakverkauf in den kommenden Jahren und Jahrzehnten reduziert werden kann. Dafür haben sie Daten von den 1960er Jahren bis heute gesammelt und ausgewertet: jährlich sank die Zahl der Raucher um ein halbes bis ein Prozent auf nun 20 % (von 42 %).

Bisher hat man in den USA schon einige Geschütze gegen die Nikotinabhänigkeit der Bevölkerung getan:

  • Preiserhöhungen durch Anhebung der Steuern
  • Gesetzte zum Rauchverbot in öffentlichen Räumen
  • Werbebeschränkungen für Tabakprodukte
  • Warnhinweise auf Zigarettenschachteln und Tabakpackungen
  • Werbekampagnen in den Massenmedien
  • Verbesserung von Methoden zur Rauch-Entwöhnung

Konkret sind künftig geplant:

  • Gesetz über Innenraumreinhaltung
  • Eliminierung von Nikotin aus den Zigaretten
  • Teure und aggressive Massenkampagnen als Reaktion auf Tabak- und Zigarettenwerbung
  • ein generelles Werbeverbot für Tabak
  • Entziehungstherapien für jeden willigen Raucher
  • Schutz von Jugendlichen – vor allem derer bis 16 Jahre

Gerade die Rauchprävention bei Jugendlichen hat gutes Potential – wer vor seinem 17ten Geburtstag noch nicht täglich raucht hat gute Chancen es auch später nicht zu tun.

Quelle: http://www.pressetext.at/news/090626024/usa-ende-fuer-zigaretten-spaetestens-2047/

Jan
18

Bunte Zigarettenschachteln verführen zum Tabakkonsum

Zur Bekämpfung des Tabakkonsums haben deutsche Krebsforscher ein Verbot bunter Zigarettenverpackungen gefordert. Einheitliche graubraune Packungen sowie abschreckende Bilder auf den Zigarettenschachteln könnten helfen, dass vor allem weniger Jugendliche mit dem Rauchen anfangen, erklärte Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) heute in Heidelberg.

Das sei eine einfache Strategie gegen die „permanente, unterschwellige Werbung“. Nachdem der Tabakindustrie einige wichtige Werbekanäle wie Fernsehen, Radio und Printmedien wegen des Werbeverbots nicht mehr zur Verfügung stünden, seien die Verpackungen zu einem immer wichtigeren Werbeträger geworden, betonte die Expertin.  

Derzeit sind Tabakverpackungen in Deutschland lediglich mit schriftlichen Warnhinweisen wie „Rauchen kann tödlich sein“ oder „Rauchen lässt Ihre Haut altern“ versehen. Die Wirksamkeit dieser Warnhinweise werde jedoch durch die Werbung und das Design der Zigarettenschachteln erheblich abgeschwächt, erklärte der Rechtsexperte Tobias Effertz von der Universität Hamburg anlässlich einer Konferenz für Tabakkontrolle in Heidelberg.

Er verwies auf Studien, wonach Kinder und Jugendliche eher mit dem Rauchen beginnen und daran festhalten, je mehr sie mit Tabakwerbung in Kontakt kommen. Deshalb sei es dringend nötig, die Tabakwerbung weiter einzuschränken. Im November hatte bereits die britische Regierung ein Verbot bunter Zigarettenschachteln angekündigt.  

Pötschke-Langer forderte zugleich ein EU-weites Verbot der Zusatzstoffe in Zigaretten, wie es beispielsweise bereits in Kanada durchgesetzt worden sei. Frucht- oder Schokoladenaromen machten Zigaretten insbesondere für junge Menschen attraktiver. Andere Substanzen erleichterten das Rauchen, indem sie das unangenehme Kratzen im Hals beim Inhalieren linderten.

Dadurch würden schon Kinder zum Rauchen verführt. Zudem würden Raucher dazu verleitet, den Rauch tiefer zu inhalieren. Es gerieten mehr giftige und krebserregende Substanzen in den Körper, und auch das Suchtpotenzial steige.

Insbesondere Menthol mache den Forschern große Sorgen. Der Rauch werde durch diesen Zusatzstoff besonders tief inhaliert. Zudem stehe Menthol in Verdacht, in Kombination mit Nikotin ebenfalls süchtig zu machen, warnte die Expertin.

Pötschke-Langer zeigte sich optimistisch, dass das Verbot der Zusatzstoffe und die einheitliche Verpackung in den nächsten fünf Jahren EU-weit durchgesetzt werden können. Sie rief die Verbraucher zugleich dazu auf, am öffentlichen Konsultationsverfahren zur künftigen EU-Tabakproduktrichtlinie teilzunehmen, das noch bis zum 17. Dezember läuft.

Das DKFZ warnte zugleich davor, das derzeit in der EU geltende Verbot des schwedischen Tabakprodukts Snus aufzugeben. Snus besteht aus Tabak, dem Aromen, Salze und andere Stoffe zugesetzt werden. Die kleinen Päckchen werden zwischen Lippe und Zahnfleisch geklemmt und gelutscht. Snus sei ein gefährliches Produkt, das genauso abhängig machen könne wie Zigaretten, warnte die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stabsstelle Krebsprävention, Katrin Schaller.

Zudem erhöhe es das Risiko, an Mundhöhlen-, Speiseröhren- oder dem besonders tückischen Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=43842&src=suche&p=rauchen

Jan
05