MAYBE CANCER « Nie wieder Tabak

MAYBE CANCER

Tabak-Kampagne für Jugendliche

NEVER FALL IN LOVE WITH MARLBORO!

Die große Kampagne von Marlboro ist zurück: MAYBE

Und wir sind erschüttert: Nachdem der Werberat die Kampagne abgemahnt und der Konzern die Plakate zurückgezogen hatte (wir berichteten), hat der Konzern in unseren Augen nur ein Jahr pausiert und die Plakate sind jetzt wieder da. Aber sind sie deshalb auch weniger für Jugendliche als Zielgruppe? Nein, ganz deutlich und für jeden erkennbar ist auch die neue Auflage eindeutig in der Lage junge Menschen zum Rauchen zu verführen.

Dieses Bild prangt groß auf unzähligen Plakaten rund um Nürnberg. Es zeigt zwei junge Erwachsene (sicher, die sind vermutlich über 18) und der Slogan dazu lautet: A MAYBE NEVER FALL IN LOVE. In welchem Alter ist man wohl auf Partnersuche und dabei unsicher und für jeden Rat wie die Suche erfolgreicher klappen könnte empfänglich? Mit 80? Oder eben doch zwischen 15 und 20? Und welchen Bestandteil an der Liebe hätten wohl Zigaretten?

Wir appelieren an den Werberat dieses Mal nicht nur eine Abmahnung sonder eine Strafe zu verhängen – wie kann es sein, dass diejenigen, die sich nicht gegen die Werbemanipulationen wehren können, für lange Jahre abhängig von einem überflüssigen und gesundheitsgefährlichen Produkt gemacht werden?

Jan
29

6 Responses to “MAYBE CANCER”

  1. admin sagt:

    Ich habe soeben Beschwerde beim Deutschen Werberat erhoben:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich lege hiermit Beschwerde gegen die Plakat-Werbekampagne „MAYBE“ des Tabakkonzerns Philip Morris ein, die in meinen Augen gegen den Jugendschutz verstößt.

    Gefährdung von Kindern und Jugendlichen
    Ich verweise dabei auf die Verhaltensregel Nr. 6 („Sie sollen strafbare Handlungen oder sonstiges Fehlverhalten, durch das Personen gefährdet werden können, nicht als nachahmenswert oder billigenswert darstellen oder erscheinen lassen.“) in der Fehlerhalten, das Personen gefährden könnte, als inakzeptabel angesehen wird.

    Situation:
    Auf Großflächenplakaten wirbt die Tabakfirma für Ihre Marke „Marlboro“ mit dem Slogan „A MAYBE NEVER FALLS IN LOVE – Don’t be a Maybe“ und zeigt dazu das Bild eines verliebten Paares, das in eine Decke gehüllt den Sonnenauf- oder –untergang betrachtet. Der Mann hält in seiner aus der Decke ragenden Hand eine brennende Zigarette. Das Alter der gezeigten Personen ist schwer einzuordnen, liegt für den Betrachter im jungen Erwachsenenalter.

    Beschwerdegrund:
    Gerade für Jugendliche unter 18 Jahren kann in der Phase großer Unsicherheit in und nach der Pubertät der Eindruck entstehen, dass diese Menschen ihre große Liebe gefunden hätten und Zigaretten einen positiven Anteil an diesem Prozess hätten. Junge Menschen werden deswegen meiner Ansicht nach angeleitet, ein schädliches und süchtig machendes Produkt zu kaufen oder mindestens findet eine Markenprägung in dieser Altersgruppe statt die zu späterer Nikotinsucht führen kann.

    Ich freue mich auf Ihre Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen

    Joachim P. Süß

  2. admin sagt:

    Update: Ich habe gestern die Information vom Deutschen Werberat erhalten, dass der Konzern zu einer Stellungnahme aufgefordert worden ist.

  3. admin sagt:

    Der ehemalige Leiter einer Arbeitsgruppe zu Drogen und Suchtmitteln im Bundesgesundheitsministerium, Martin Köhler, hat auf themen-der-zeit.de einen schönen Appell unter anderem gegen die Plakatwerbung von Marlboro: http://www.themen-der-zeit.de/content/Rauchen_ist_cool.1703.0.html

  4. Hadriwa sagt:

    mir schreibt der Werberat zu dem Thema:

    „Es wird – unabhängig von einem konkreten Produktbezug – dazu
    aufgerufen, Entscheidungen im Leben zu treffen.“

    Sehr interessante Ansicht. Die rauchenden Autoreifen sollen auch nicht zum riskanten Handeln aufrufen und keine Jugendlichen ansprechen. Den Werberat kann man vergessen.

  5. admin sagt:

    Ja, das schreibt man mir auch. Hier der vollständige (Serien-?)Brief:

    Sehr geehrter Herr Süß,
    wir nehmen Bezug auf Ihre Beschwerde vom 31. Januar und unseren Zwischenbescheid vom
    12. Februar 2013.
    Nach Überprüfung der oben genannten Werbemaßnahme sehen wir unter Berücksichtigung
    der uns inzwischen zugegangenen Stellungnahme des werbenden Unternehmens keinen Anlass
    für eine Beanstandung. Vorab möchten wir Sie darauf hinweisen, dass Werbung für Tabakprodukte
    auf Außenflächen (hier: Plakate) und im Kino grundsätzlich gesetzlich zulässig
    ist. Anhaltspunkte für eine besondere Gefährdung der Verbraucher, die einen Verstoß gegen
    die Verhaltensregeln des Deutschen Werberats begründen würden, sind vorliegend nicht erkennbar.
    Durch die von dem Unternehmen überarbeiteten Plakatmotive unter dem Kampagnenmotto
    „Don’t be a maybe“ wird bei verständiger Würdigung ein Lebensgefühl, eine generelle
    Haltung transportiert. Es wird – unabhängig von einem konkreten Produktbezug – dazu
    aufgerufen, Entscheidungen im Leben zu treffen. Besondere jugendaffine Elemente, die geeignet
    sind, speziell Minderjährige anzusprechen, sind in dem von Ihnen monierten Plakatmotiv
    nicht enthalten.
    Eine – über die gesetzgeberische Wertung der grundsätzlichen Zulässigkeit von Außen- und
    Kinowerbung für Tabakprodukte hinausgehende – Animation zu gefährdenden Verhaltensweisen,
    die eine Beanstandung nach Maßgabe der Verhaltensregeln des Werberats rechtfertigen
    würde, kann den Werbemotiven nach unserer Auffassung nicht entnommen werden.
    Wir hoffen auf Ihr Verständnis für den Standpunkt des Werberats und verbleiben
    mit freundlichen Grüßen

  6. […] Das Landratsamt weiter zur Rechtmäßigkeit der Untersagung: >>Demnach solle die Maybe-Kampagne sowohl mit den gewählten Motiven (jugendlich bzw. heranwachsend aussehende Personen in alterstypischen Situationen) als auch mit den damit verbundenen Aussagen (“Don’t be a maybe – be Marlboro!”) in besonderem Maße Jugendliche und Heranwachsende als Zielgruppe ansprechen. Letztendlich würde suggeriert, dass der Konsum von Zigaretten der Marke Marlboro einen “Zauderer” (Maybe) in einen “Macher” (Be) verwandle. Gerade die bei dieser Werbung im Vordergrund stehende Frage nach der Selbstwahrnehmung und des “Images” spiele für Jugendliche und Heranwachsende eine zentrale Rolle.<< Mit ähnlichem Gedanken wenn auch nicht so klar formuliert wie Durch das Amt hatten wir Anfang des J… […]

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