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Pfandsystem für Zigarettenstummel

Einen interessanten Ansatz verfolgt das Projekt http://www.penny-for-butt.de/ von Helmut Pieper. In diesem Projekt, das aktuell über ein Mikroinvestmentprojekt finanziert werden könnte, soll ein Pfandsystem für Zigarettenstummel eingeführt werden – es ist technisch sehr anspruchsvoll und könnte Raucher dazu animieren die 4,5 Billionen pro Jahr gerauchten Zigaretten künftig nach Gebrauch nicht einfach in die Natur zu werfen sondern in einer kleinen Box zu sammeln und hinterher Geld für diese zu erhalten.

Funktionieren kann ein solches System aber nur, wenn es:

  • einen gesellschaftlichen Druck auf die Raucher gibt, weil die Folgen für Mitmenschen, Natur und Umwelt bekannt sind und auch wahrgenommen und kommuniziert werden
  • oder ein politischer Wille dies als Zwang einführt und der Kostendruck hoch ist (sprich ein hohes Pfand für die Filter erhoben wird)

Aktuell kann ich keine der beiden Voraussetzungen erkennen, es fehlt selbst der Wille zum endgültigen Verbot von Werbung für das tödlichste frei verkäufliche Produkt. Und schlichtweg wäre es besser, das Rauchen zu reglementieren und weniger Kippen zu erzeugen, als diese hinterher auf- oder zumindest zu sammeln.

Trotzdem ist das Projekt ein richtiger Schritt – es zeigt, dass kluge Menschen sich damit beschäftigen, dass Zigarettenstummel ein Problem sind und nach Lösungen suchen. Das geht in Richtung meines oben angedachten Systemwandels in den Köpfen und damit zu einem höheren sozialen Druck auf den einzelnen, seine Kippen ordentlich zu entsorgen und nicht einfach in den Rinnstein zu werfen. Wie gefährlich Zigarettenstummel sind, haben wir hier schon ausführlich augezeigt: Zigarettenfilter sind Umweltverschmutzung

Feb
26

Zahl des Tages: 860 Millionen

Ja, das ist eine Zahl, die sogar uns überraschte. Laut einem Bericht des österreichischen Standards habe eine Studie des Magistrats von Wien in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur gezeigt, dass allein in der Landeshauptstadt 860 Millionen Zigarettenstummel jährlich auf die Straßen und Wege geworfen würden. Durch diese Verschmutzungen verursachte Kosten für Reinigung wie Kehrmaschinen usw. trugen bisher alle Bürger gemeinschaftlich. Einen Teil der Kosten holt sich die Stadt jetzt aber direkt von den Verursachern.

Mitarbeiter der städtischen Aufsichtstruppe „Waste-Watchers“, die sich vorwiegend mit illegaler Hausmüllentsorgung, unrechtmäßigem Sperrmüllabstellung und Hundekot-Vergehen beschäftigt, haben inzwischen gegen 450 Raucher wegen weggeworfener Zigarettenstummel eingeleitet. Im Fall einer Niederösterreicherin, die gegen das Reinhaltegesetzt verstieß als sie einen Glimmstängel aus dem Auto warf, macht das 75€ Strafgebühr.

In vielen deutschen Städten gibt es ähnliche Verordnungen, wir haben aber bisher nur von Gebühren zwischen 10 und 25 € gehört und vielerorts wird bislang kaum vollstreckt sondern, sehr vernünftig, der Müllsünder höflich auf sein Vergehen hingewiesen und um eigene Beseitigung gebeten.

Quelle: http://derstandard.at/1313024556679/Waste-Watcher-Hohe-Strafen-fuer-weggeworfene-Zigaretten-in-Wien

Aug
18