Shishas: ungefährlicher als Zigaretten?

Wie gefährlich ist der Jugendtrend zum Shisharauchen? Um genaueres zu erfahren, haben wir die G-Suche bemüht und sind zügig auf den Wikipedia-Eintrag gestoßen:

„Das Ausmaß der Schädlichkeit und die Auswirkungen der Shisha auf die Gesundheit sind umstritten. Da die Wasserpfeife grundsätzlich zum Tabakrauchen dient, birgt der Shisha-Konsum die für Tabakprodukte typischen Gefahren; durch Zusatzstoffe im Tabak könnten diese noch verstärkt werden. Zum Beispiel Glycerin, das zum Befeuchten des Tabaks enthalten oder nachträglich selbst hinzugefügt wird, zerfällt bei Erhitzen unter Sauerstoffmangel zum hochgiftigen Propenal. Da sich wassergekühlter Rauch leichter inhalieren lässt, kann er besonders für unerfahrene Raucher wie Kinder und Jugendliche gefährlich sein und die Shisha zum Einstiegsmittel in den Nikotinkonsum werden lassen.

Die Mehrheit der Schadstoffe wird auch nur zu einem kleinen Teil vom Wasser zurückgehalten. Daneben lassen sich je nach Größe der Rauchsäule unterschiedliche Nikotin- und Kondensat-Rückstände in ihr finden, was von manchen Shisha-Rauchern als Indiz für das geringe Verlangen nach Tabakwaren nach dem Genuss einer Shisha gedeutet wird.

In der aktualisierten gesundheitlichen Bewertung zum Thema „Gesundheits- und Suchtgefahren durch Wasserpfeifen“ kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu dem Schluss, dass „einige Indizien dafür [sprächen], daß die Verwendung der Wasserpfeife kaum weniger gefährlich sei als der Konsum von Zigaretten. Allerdings sei die Nikotinaufnahme bei Wasserpfeifenkonsum deutlich höher als bei Zigarettenkonsum.“ Ferner wird auch auf die deutlich höhere Aufnahme des giftigen Kohlenmonoxids hingewiesen. Das BfR kommt jedoch an anderer Stelle zu dem Fazit, dass (durchschnittlicher) Zigarettenkonsum nachweislich schädlicher sei als (durchschnittliches) Wasserpfeifenrauchen. Der entscheidende Unterschied hierfür ist jedoch der niedrigere durchschnittliche Konsum von „ein bis zwei Wasserpfeifen pro Woche“ im Vergleich zu „20-30 Zigaretten am Tag“. Im Rauch der Wasserpfeife wurden auch Schadstoffe wie Arsen, Chrom und Nickel nachgewiesen, die zu Lungenkrebs, Blasenkrebs und Tumoren an den Lippen führen können. Nach langjähriger Verwendung von Wasserpfeifen ließen sich außerdem Verschlechterungen der Lungenfunktion sowie ein erhöhtes Risiko hinsichtlich Tumorerkrankungen feststellen.

Untersuchungen der Universität Dschidda (Saudi-Arabien) zufolge ist Wasserpfeifentabak fast so gesundheitsgefährdend wie das Rauchen von Zigaretten. Hier ist aber zu erwähnen, dass in arabischen Ländern hauptsächlich starker Tabak mit neutralem Geschmack (Salloumtabak) geraucht und die Kohle direkt aufgelegt wird.

Trotz dieser leichten methodischen Schwächen der Studien, die nicht alle Varianten des Konsums abdecken, kann die frühere Einschätzung der Ungefährlichkeit als widerlegt gelten. Ein Beispiel für die methodischen Schwächen ist, dass in den Tests Maschinen ununterbrochen an einer Shisha ziehen, bis diese leer ist. In Verbindung mit fehlender Angabe wie verwendeter Tabak oder Kohle ergibt sich so ein von der Realität entferntes Ergebnis. Dennoch sei gesagt, dass die Shisha in Bezug auf die Gesundheitsgefährdung noch nicht ausreichend untersucht worden ist. So sagte der Toxikologe Thomas Schulz des BfR in einem Interview mit dem Shisha-Fachmagazin „hookahMag“ auf die Frage, ob das Rauchen einer Shisha ähnlich schädlich sei wie Zigarettenrauchen: „Die deutlichsten Ergebnisse für die Gesundheitsgefahren der Zigarette ergaben sich aus großen Studien, die zum Teil über 50 Jahre liefen und mehrere zehntausend Studienteilnehmer einschlossen… Vergleichbare Studien sind für die Wasserpfeife nicht zu erwarten, wir werden unsere Schlussfolgerungen auf der Basis eines unvollständigen Puzzles ziehen müssen.““ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Shisha)

Auch die Techniker Krankenkasse (TK) warnt durch ihre Ärztin Beate Thier vor der Verharmlosung: „Der Wasserpfeifenrauch schmeckt nicht streng nach Tabak, sondern nach den beigefügten Fruchtaromen. Das verführt oft auch Nichtraucher dazu, die Wasserpfeifen auszuprobieren“. Laut einer Studie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) geben etwa 14% der Jugendlichen zwischen 12 und 17 an, einmal im Monat oder öfter Wasserpfeife zu rauchen. Flankiert wird der Trend durch geschickte Vermarktung des „orientalischen Lebensgefühls“ und durch irreführende Aufrucke auf den Tabakschachteln: saftiges Obst soll vom gefährlichen Tabak ablenken.

Der Zoll warnt außerdem vor illegal eingeführtem Shisha-Tabak. Im Orient wird dieser häufig mit Glyzerin und Zucker gestreckt um die Feuchtigkeit im Produkt auf über 30 Prozent zu erhöhen. Dadurch entstehen beim indirekten Verbrennen mit niedrigeren Temperaturen viele Schad- und Giftstoffe die krebserzeugend wirken können und die Schleimhäute reizen. Durch die Kühlung des Wassers kann der Giftcocktail noch tiefer inhaliert werden und unter anderem Schwermetalle wie Blei und Cobald gelangen tief in die Lunge.

Downloads

Hier finden Sie den Flyer der BZgA zum Thema: http://www.rauch-frei.info/fileadmin/rauch-frei/user/downloads/Wasserpfeife_Folder.pdf

Die Wasserpfeife, Dr. Barbara Bertram, Deutsches Krebsforschungszentrum, WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle (Stand Juni 2005) Download

Gesundheits- und Suchtgefahren durch Wasserpfeifen, Bundesinstitut für Risikobewertung: Aktualisierte Gesundheitliche Bewertung Nr. 037/2006 des BfR vom 15. April 2005 Download

Interessant dazu ist auch der Artikel auf gesund.de: http://www.gesundheit.de/krankheiten/psyche-und-sucht/rauchen-und-nikotinsucht/shisha-rauchen

Quellen: http://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/organisationseinheit/gesundheit/pl_sucht/shisha.html, http://www.zoll.de/f0_veroeffentlichungen/a0_zigaretten/t0_2011/z85_pm_shisha/index.html, http://www.stern.de/gesundheit/gefaehrlicher-jugendtrend-sucht-experte-warnt-vorm-shisha-rauchen-1550661.html

Jul
14

Reich werden dank Tabak-Süchtiger

Das ist ja einfach, denken sich viele Klein- und Großkriminelle offensichtlich immer wieder. Denn: der Raucher kommt nicht ohne Zigaretten aus und warum nicht ein Stück vom großen Kuchen abhaben? Ende Dezember 2010 entdeckten Fahnder des Zolls in Bremerhaven 18.000.000 geschmuggelte Zigaretten in zwei Seekontainern. Diese wurden in China extra für den europäischen Schwarzmarkt gefertigt und würden den Staat, wären Sie in Umlauf gelangt, um Steuern in Höhe von 3,4 Millionen Euro prellen. Die Zigaretten der Marken „Regal“ und „Ji Ling“ waren hinter Fußbodenheizungen verstekt und wurden in der Container-Durchleuchtung sichtbar.

Empfänger der Sendung sollen vier Deutsche und zwei Niederländer in Voerde (Kreis Wesel) gewesen sein, teilte Ulrich Schulze vom Zollfandungsamt Essen mit. Mit russischen Gesundheitshinweisen sowie teilweise vermutlich gefälschte niederländische Steuermarken sollten die Zigaretten in Großbritannien verkauft und konsumiert werden. Das gefährliche an gefälschten Zigaretten ist nicht nur der Tabak sondern auch die unkontrollierte Herstellung – dabei können Stoffe zugesetzt werde, die noch gefährlicher sind, als die ohnehin schon extrem giftigen Zigaretten aus kontrollierter Fertigung. Von schlechten Filtern und minderwertigem Papier können weitere Gesundheitsgefährdungen ausgehen.

Genauso einfach wollten Männer aus dem Ruhrgebiet und dem Raum Mönchengladbach verdienen: mit tödlichem Tabak. Geschmuggelte Ware aus Griechenland, insgesammt etwa 40 Millionen Zigaretten fanden Fahnder des Zolls Frankfurt bei neun Männern, die bereits festgenommen wurden. Gegen fünf weitere wurde Haftbefehl erteilt. Die Männer sollen weitere 60.000.000 Zigaretten bereits verkauft haben – insgesammt also rund 100 Mio Stück. Das verursacht ein Steuerschaden von 20 Mio Euro – Geld das in den Kassen von Bund und Ländern fehlt und nicht für Straßen, Kindergärten und Krankenhäuser verwendet werden kann.

Andererseits ist der gesundheitliche Schaden für die Raucher nicht abzusehen. Dafür erwartet die Männer ein Gerichtsverfahren wegen gewerbsmäßiger Steuerhelerei und eine Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren.

Viele gefällschte und unversteuerte Tabakprodukte, vor allem Zigaretten in Schachteln und Stangen, erreichen Zentraleuropa auch über Straßen und Autobahnen. Vor allem für osteuropäische Spediteure und LKW-Fahrer ist das ein äußerst lukratives „Zubrot“. Um in Röntgengeräten und bei Überprüfungen mit Spürhunden nicht aufzufallen werden die ungewöhnlichsten Verpackungsarten gewählt: ausgefräste Bretter auf Holztransportern, 1-To-BigPacks mit Kalk und darin versteckten Zigarettenstangen, Zigaretten statt tiefgekühltem Fisch in Styroporboxen und viele andere mehr.

Wer mehr über die Erfolge des Zolls im Kampf gegen illegalen Tabak erfahren möchte kann sich hier einen kaum zu überblickenden Lesehorror verschaffen: http://www.zoll.de/f0_veroeffentlichungen/a0_zigaretten/index.html

Jul
14