Pro Rauchfrei scheitert … vorerst

Der Verein Pro Rauchfrei e. V. ist vorerst mit seiner mustergültigen Klage gescheitert die die Nichtraucherlobby-Organisation gegen den Betreiber von zwei Edeka-Märkten geführt hatte. Das Münchner Landgericht urteilte, dass ein Automat mit Bildschirm oder Wahltasten kein Teil der Verpackung wäre, und das „Verstecken“ der Zigarettenpackungen in diesem Automaten also kein Verstoß gegen die Tabakerzeugnisverordnung.

Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft dürfendie Warnhinweise zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens nicht teilweise oder vollständig verdeckt werden. Diese Aussage zielt vor allem darauf ab, dass Tankstellenbetreiber aber auch Einzelhändler von den Tabakkonzernen produzierte Vorsteckkartons oder -karten in den Regalen platzierten und deswegen vor dem Verkauf die kombinierten Warnhinweise aus Text und Bild nicht mehr im Regal sichtbar waren. Ähnlich verhält es sich nun aus meiner Sicht und offensichtlich auch der von Pro Rauchfrei mit den Verkaufsautomaten (und ganz nebenbei bemerkt auch bei öffentlichen Zigarettenautomaten).

Pro Rauchfrei will und wird in die zweite Instanz gehen obzwar das erklärte Ziel ist, Zigarettenschachteln im Plain-Packaging-Design, d. h. schlammgrüne Einheitsschachteln ohne wirklichen Wiedererkennungswert, gegen den Widerstand der Konzerne und Lobbyisten durchzusetzen. Gleichzeitig sollen Zigaretten nur noch in Fachgeschäften, zu denen der Zutritt „ab 18“ gilt, verkauft werden. Zigaretten im Lebensmittelhandel sind natürlich widersinnig, immerhin werden aber 40% aller Kippen in Deutschland über diesen Weg verkauft. D. h. Rauchtabak ist gemessen am Umsatz für Supermärkte die fünftgrößte Warengruppe. Es ist kaum vorstellbar, dass Discounter & Lebensmittelketten ohne Protest die kleinen Totbringer aus ihren Regalen streichen lässt. Obwohl Lidl in den Niederlanden einen anderen Weg beschreitet und bis 2022 schrittweise keinen Tabak mehr anbieten möchte. Die Drogerie DM macht es schon länger vor und bietet überhaupt keine schädlichen Stoffe an – verbannte also schon vor einigen Jahren Alkohol und Tabak aus dem Sortiment.

Q: Pro Rauchfrei

Jul
11

Tabakkonzerne kämpfen um jeden Raucher

Mit massiven Klagen – auch gegen Staaten – kämpfen Tabakkonzerne um „Ihre Süchtigen“. Einschüchternd wirkt dabei das milliardenschwere Lobbying – kann es auch, immerhin hat der Konzern Philip Morris International mit 66 Mrd. $ einen doppelt so hohen Jahresumsatz wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Uruguay.

Uruguay legt in einem neuen Gesetzt fest, daß 80% einer Schachtel mit Warnhinweisen bedruckt sein müssen und der Rest einheitlich von allen Tabakanbietern gestaltet ist. Dagegen klagen Tabakriesen – Kritiker sehen das als Versuch um „ärmere Länder einzuschüchtern“ (Douglas Bettcher, Leiter Tabacco Free Initiative der WHO/ www.who.int/tobacco).

Aber nicht nur in Entwicklungsländern werden Klagen angestrebt – man klagt auch gegen Werbebeschränkungen in Großbritannien, größere Warnhinweise in Südafrika und einen höheren Steuersatz auf Tabakprodukte auf den Philippinen und Mexiko. Die Bemühungen gerade in Entwicklungs- und Schwellenländer Tabakkonsumenten zu generieren sollen die sinkenden Raucherzahlen in Nordamerika und Europa ausgleichen.

Quelle: http://www.pressetext.at/news/101115004/tabakriesen-kaempfen-gegen-rauchergesetze/

Jan
18