Tabak-Lobby verhindert Umsetzung der neuen EU-Tabakrichtlinie

Wie die Zeitschrift „The Guardian“ offen legt, hat der Konzern Philip Morris International (produziert und vertreibt u. a. Marlboro) in den vergangenen Monaten mit einem enormen finanziellen und personellen Aufwand gegen die neue Tabakrichtlinie gekämpft und war – für den Moment – erfolgreich. Wie interne Unterlagen des Tabakmultis belegen wurden im Lobby-Kampf gegen die Erneuerung der aktuellen Regularien für Tabakprodukte 161 zusätzliche Berater engagiert und in über 230 Treffen mit MdEs, also den europäischen Volksvertretern,

Jeden Tag sterben mehr als 300 Menschen in Deutschland allein an den Folgen des Tabakkonsums und die multinationalen Konzerne haben keine Skrupel zugunsten des Gewinns Millionenbeträge gegen die Einführung von Regeln zum Schutz der Schwächsten, von Kindern und Frauen, auszugeben.

Quelle: http://www.nordbayern.de/ressorts/schlagzeilenseite/machtige-tabak-lobby-keine-scharferen-gesetze-1.3147061

Sep
11

Der Drache qualmt und stinkt

Und obwohl der politische Kopf Chinas erkannt hat, das das Rauchen inzwischen zu einem echten Volksproblem geworden ist, kann er nichts gegen die rauchenden, qualmenden Nüstern seiner vielen Köpfe machen. Mit wehen Augen versucht die Behörde für Tabakkontrolle durch den Tabakqualm die Statistiken der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, und viele der chinesischen und internationalen Studien zu sehen, und Konsequenzen abzuleiten um den immer höheren Kosten aber vor allem auch der immer schlechteren Volksgesundheit Herr zu werden.

In China sind etwa 300 Millionen (300.000.000) Menschen nikotinabhänig und mehr als eine Million Menschen stirbt in China an den Folgen von Raucherkrankheiten. In diesem Zusammenhang nennt die WHO Krankheitskosten von mehr als 1,7 Milliarden US-$ sowie einen Verlust durch Arbeitsausfälle in monetärer Höhe von etwa 5 Miliarden $.

Die chinesische Tabakkontrollbehörde macht für das Scheitern von Präventionsmaßnahmen die viel zu niedrigen Preisen für Zigaretten verantwortlich. Eine Vertreterin meinte dass eine Erhöhung um einen Yuan drei Millionen Leben retten könnte, aber bereits diese geringe Preiserhöhung stößt in China auf breite Kritik. Dabei deckt sich die Aussage mit der von Dr. Michael O’Leary, Repräsentant der WHO in China, der sagte: „Tatsächlich hat es viele Studien gegeben, internationale und chinesische, die zeigen, dass eine Erhöhung der Preise einen erheblichen Einfluss auf sowohl den Konsum als auch auf das Überhandnehmen von Rauchen hat. Mit anderen Worten schwindet der tägliche Bedarf an Zigaretten und auch die Zahl an Rauchern geht zurück. Das trifft vor allem auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau zu. So können wir eine direkte Verbindung zwischen dem Preis der Zigaretten und dem niedrigeren Konsum und damit einer besseren Gesundheit ziehen.“

Sowohl der Preis für Tabak als auch die Steuern auf Tabakprodukte sind in China sehr niedrig. Eine Schachtel mit 20 zigaretten der günstigsten Marke kostet etwa fünf Yuan, was knapp 70 Dollar-Cent oder gut 60 €-Cent entspricht. Dr. O’Leary schätzt, dass von den 300 Millionen Rauchern gut 50 Millionen besonders preisbewußte junge Leute seien und dass es an dieser Stelle besonders einfach wäre über einen höheren Zigarettenpreis anzusetzen: „Da ergibt sich offensichtlich der beste Angriffspunkt – bevor man mit dem Rauchen beginnt, bevor man abhängig wird. So werden die positiven Aspekte einer Preiserhöhung und einer Reduzierung von jungen Rauchern noch deutlicher.“

Die Preispolitik ist eines der Mittel das Rauchen unattraktiv zu machen und Umwelt und Gesundheit zu schützen, andere wären Warnbilder auf Verpackungen, Einschränken oder Verbieten von Tabakwerbung oder eine strenge Umsetzung von Nichtraucherschutzgesetzen an öffentlichen Plätzen (sogenannte Rauchverbote).

Okt
11

Reich werden dank Tabak-Süchtiger

Das ist ja einfach, denken sich viele Klein- und Großkriminelle offensichtlich immer wieder. Denn: der Raucher kommt nicht ohne Zigaretten aus und warum nicht ein Stück vom großen Kuchen abhaben? Ende Dezember 2010 entdeckten Fahnder des Zolls in Bremerhaven 18.000.000 geschmuggelte Zigaretten in zwei Seekontainern. Diese wurden in China extra für den europäischen Schwarzmarkt gefertigt und würden den Staat, wären Sie in Umlauf gelangt, um Steuern in Höhe von 3,4 Millionen Euro prellen. Die Zigaretten der Marken „Regal“ und „Ji Ling“ waren hinter Fußbodenheizungen verstekt und wurden in der Container-Durchleuchtung sichtbar.

Empfänger der Sendung sollen vier Deutsche und zwei Niederländer in Voerde (Kreis Wesel) gewesen sein, teilte Ulrich Schulze vom Zollfandungsamt Essen mit. Mit russischen Gesundheitshinweisen sowie teilweise vermutlich gefälschte niederländische Steuermarken sollten die Zigaretten in Großbritannien verkauft und konsumiert werden. Das gefährliche an gefälschten Zigaretten ist nicht nur der Tabak sondern auch die unkontrollierte Herstellung – dabei können Stoffe zugesetzt werde, die noch gefährlicher sind, als die ohnehin schon extrem giftigen Zigaretten aus kontrollierter Fertigung. Von schlechten Filtern und minderwertigem Papier können weitere Gesundheitsgefährdungen ausgehen.

Genauso einfach wollten Männer aus dem Ruhrgebiet und dem Raum Mönchengladbach verdienen: mit tödlichem Tabak. Geschmuggelte Ware aus Griechenland, insgesammt etwa 40 Millionen Zigaretten fanden Fahnder des Zolls Frankfurt bei neun Männern, die bereits festgenommen wurden. Gegen fünf weitere wurde Haftbefehl erteilt. Die Männer sollen weitere 60.000.000 Zigaretten bereits verkauft haben – insgesammt also rund 100 Mio Stück. Das verursacht ein Steuerschaden von 20 Mio Euro – Geld das in den Kassen von Bund und Ländern fehlt und nicht für Straßen, Kindergärten und Krankenhäuser verwendet werden kann.

Andererseits ist der gesundheitliche Schaden für die Raucher nicht abzusehen. Dafür erwartet die Männer ein Gerichtsverfahren wegen gewerbsmäßiger Steuerhelerei und eine Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren.

Viele gefällschte und unversteuerte Tabakprodukte, vor allem Zigaretten in Schachteln und Stangen, erreichen Zentraleuropa auch über Straßen und Autobahnen. Vor allem für osteuropäische Spediteure und LKW-Fahrer ist das ein äußerst lukratives „Zubrot“. Um in Röntgengeräten und bei Überprüfungen mit Spürhunden nicht aufzufallen werden die ungewöhnlichsten Verpackungsarten gewählt: ausgefräste Bretter auf Holztransportern, 1-To-BigPacks mit Kalk und darin versteckten Zigarettenstangen, Zigaretten statt tiefgekühltem Fisch in Styroporboxen und viele andere mehr.

Wer mehr über die Erfolge des Zolls im Kampf gegen illegalen Tabak erfahren möchte kann sich hier einen kaum zu überblickenden Lesehorror verschaffen: http://www.zoll.de/f0_veroeffentlichungen/a0_zigaretten/index.html

Jul
14