Eher Einstiegsdroge als Ausstiegshilfe

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Die ersten elektrischen Verdampfer ließen weltweit Hoffnungen aufkommen, dass mit ihrer Hilfe der Ausstieg aus einer „ungeliebten Gewohnheit“ gelingen könne. Aber bei Nikotinsucht, vor allem wenn die Droge geraucht wird, ist eine der härtesten. Sie greift an so vielen Stellen an – psychisch, pysisch, im Alltag und nahezu überall – dass der Einstieg ohne professionelle Begleitung oder einschneidendes Erweckungsmoment kaum gelingt.

Wer kennt nicht diese Raucher, die resigniert formulieren: „Ich hab’s ja schon ein paar mal versucht, aber immer wieder angefangen …“. Da liegt jeder rettende Strohhalm nahe, Kaugummis, Pflaster, Verhaltensänderung usw. Mit den E-Zigaretten kam ein Instrument auf den Markt, das Verhalten und Nikotin in veränderlicher Dosis möglich macht. Der Ausstieg sollte also bei Vielen als Ausschleichen aus der Nikotinabhängigkeit gelingen.

Gleichzeitig konnte man weiter ein Päuschen einlegen, wenn es stressig wurde, konnte mit Freunden, Kollegen oder neuen Leuten gemeinsam weiter draußen stehen und quatschen. Gewohnheiten konnten beim Umstieg auf elektronische Glimmstängel beibehalten werden, auch wenn der „Dampf“ nikotinarm oder nikotinfrei ist. Und so langsam aber sicher konnte man sich das Rauchen abgewöhnen, vielleicht endlich dauerhaft.

Das Moores Krebs-Zentrum hat nun eine Studie im Medizinfachblatt Jama veröffentlicht, dass diese Hoffnungen verneint. Die Daten in der Studie weisen darauf hin, dass ein „kalter Entzug“ besser gelingt, als ein Ausstieg unter Zuhilfenahme von E-Zigaretten. Wer nur ausweicht, wird häufiger rückfällig.

Von den befragten 13.000 Rauchern hatten knapp 10% kürzlich das Rauchen beendet, etwa ein Viertel von eben diesen waren zur E-Zigarette gewechselt. Nach einem Jahr hatten es (nur!) die Hälte der Neu-Nichtraucher geschafft abstinent zu bleiben. Die Dampfer hatten nur zu gut 42% durchgehalten, die Mehrzahl war also wieder Zigaretten-rückfällig geworden.

Kritisch muss in dieser Studie gesehen werden, dass die Zeit, die Raucher vor dem Ausstieg geraucht hatten, keine Beleuchtung fand – es wird angeführt, dass Raucher nach langer Zeit eher den Ausstieg mit Hilfsmitteln als ohne wagen würden, die Sucht aber auch stärker geprägt und deswegen schwerer aufzulösen sei. Q: msn

Sind Sie Raucher? Falls ja, lassen Sie sich nicht von einem Rückfall entmutigen. Rauchen ist keine eigene Entscheidung, Sie wurden von einer Millionenindustrie in eine früher oder später tödliche und auf jeden Fall teure Abhängigkeit getrieben. Machen Sie sich und ihrer Familie das größte Geschenk: versuchen Sie es weiter! Werden Sie unabhängig und frei!

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