Dänemark erwägt Verkaufsverbot

Dänemark bekommt frische Luft

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Eine gute Nachricht für Alle! Auch wenn Dänemark bisher nur darüber nachdenkt, Tabak künftig nur noch am Menschen zu verkaufen, die vor 2010 geboren wurden, hat das doch Auswirkungen weit darüber hinaus. Nach Neuseeland soll nun auch mitten in Europa der Tabakepedemie Einhalt geboten werden.

Eine (lebens)lange Abhängigkeit beginnt mit der ersten Zigarette. Auch wenn es jahrelang so aussah, als würden weniger Jugendliche von den absurden Werbebildern von gesunden, aktiven und sportlichen Rauchern verlocken lassen, nahm die Zahl der nicht-abstinenten Jugendlichen doch zuletzt wieder zu. Der Spiegel schreibt in seinem Artikel, dass es schlimm genug ist, wenn Erwachsene Rauchen, bei Jugendlichen gelte dies aber umso mehr. Eine ausschleichende Verfügbarkeit scheint als Kompromiss machbar, um künftig weniger Raucher und Tabaktote zu erreichen.

Konzept ist es, wie in Neuseeland, den knapp sechs Millionen Däninnen und Dänen den Kauf von Tabakwaren nur noch dann zu ermöglichen, wenn ihr Geburtsjahrgang vor 2010 liegt. Das heißt Frauen und Männer, die ab 2028 volljährig werden, können niemals legal Zigaretten und neuartige Produkte in Dänemark erwerben. Dies führt dazu, dass auch früher Geborene mehr darüber nachdenken, wie gefährlich diese Produkte sind. Es führ zu einer breiteren Diskussion in der Gesellschaft über die Schäden, die Tabak verursacht (u. a. Abholzung, Pestizid- und Düngereinsatz, Wasserverbrauch und nicht zuletzt der Kippenmüll). Es zeigt aber auch den Anreinern und den anderen europäischen Staaten, dass ein Ausstieg möglich ist.

Hauptgrund dürften die mehr als 13.000 Menschen sein, die jährlich an den Folgen des Rauchens oder durch Rauchen begünstigten Krankheiten sterben. Ziel ist es, die Raucherquote von jetzt etwa 30% deutlich zu drücken. Mit von dem Tabakverkaufsverbot wäre auch der (wie in vielen skandinavischen Ländern) weitverbreitete Snus, ein Kautabak, der eigentlich ein Lutschtabak ist.

Es formieren sich bereits Gruppen, vor allem im konservativen Lager, die die Pläne des dänischen Gesundheitsministers Magnus Heunicke torpedieren wollen. Dabei wäre dieses Ausschleichen eine echte Lösung ohne Raucher in ihrer „Freiheit“ zur Selbstzerstörung zu Beschränken und die Tabakwirtschaft frühzeitig auf ein Aus des Geschäftsmodells vorzubereiten. Es ist sehr bedauerlich, dass in Deutschland nur wenig Mut zu einem solchen Schritt besteht; dabei wäre es (wie beim Atomausstieg) wichtig, dass ein großes, wirtschaftsstarkes Land als Vorreiter geht. Und natürlich wären hier noch weitaus mehr Leben zu retten – nach anerkannten Schätzungen liegt die absolute Totenzahl in Deutschland zehnmal höher als in Dänemark. Hierzulande sterben jedes jahr wohl über 130.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums.

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