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Plain Packaging in Irland

Das irische Parlament glaubt den  Zahlen aus Australien und geht wieder einmal den anderen Europäischen Ländern bei der Tabakprävention voraus. Glückwunsch! Das Gesetz (leider noch ohne Stichtag zur Einführung) muss zwar noch von Staatspräsident Michael Higgins unterzeichnet werden, das ist aber eher eine Formalität. Wenn das Gesetz in Kraft tritt dürfen Zigarettenschachteln außer großen Warnhinweisen nur noch den Markenname in einheitlicher Schrift und Schriftgröße tragen. Alle Schachteln sollen „dunkel“ sein – wenn es nach Australischem Vorbild geht, wären die Packungen schlammgrün.

Natürlich kennen auch die Tabakkonzerne die australischen Zahlen und bereits jetzt laufen sie Sturm, sie sähen ihre Markenrechte verletzt (allen voran scheinbar JTI Irland, Japan Tobacco International). Natürlich sehen Sie vor allem Ihre Pfründe in Gefahr. Denn der Traum von vielen Iren ist der von James Reilly, Kinder- und Jugendminister Irlands, Irland bis 2025 tabakfrei zu bekommen indem dem Kampf gegen das Rauchen (also gegen die Tabakkonzerne) höchste Priorität eingeräumt würde.

„Standardisierte Verpackungen werden die Illusionen platzen lassen, die glänzende, bunte Zigarettenschachteln schaffen, und sie durch schockierende Bilder ersetzen, die die wahren Folgen des Rauchens zeigen.“ (James Reilly)

Q: Focus

 

Mrz
05

Neuer Nichtraucherschutz in Österreich und Italien

Italien, das 2003, 2005 und 2007 deutliche Gesetze zum Schutz von Nichtrauchern erlassen hatte, will nachziehen. Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin möchte mit der Gesetzesnovelle 2015 das Rauchen am Strand, in Parks und in Autos mit Kindern untersagen. Sie betont, diese Maßnahmen hätten in anderen Ländern bereits zu Erfolgen geführt. Italien war mit seinen Gesetzen kurz nach dem Millennium Vorreiter unter den Europäischen Ländern, ein erwarteter Protest der Bürger blieb aus und heute sind auch viele (Noch-)Raucher einverstanden mit den Regelungen. Wie zuletzt Russland möchte auch Italien künftig produzierte Fernsehfilme und -Serien rauchfrei sehen. (Q: STOL)

Ganz anders ist der Stand bislang in Österreich. Noch immer ist das Rauchen in der Gastronomie erlaubt, Österreich ist vor allem bei den rauchenden Jugendlichen Europameister. Laut Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser stirbt in Österreich stündlich ein Mensch an den Folgen des Rauchens und drei Menschen sterben täglich an den Folgen des Passivrauchens.

Oberhauser bekommt nun Unterstützung von Gerald Klug, dem Sportminister: „Wir alle wünschen uns eine gesunde und sportliche Jugend. Der Titel ‚Raucherfreundlichstes Land Europas‘ ist nicht der Spitzenplatz, den ich mir als Sportminister wünsche. In Österreich gibt es einen erschreckend hohen Anteil an jungen Menschen, die regelmäßig zur Zigarette greifen. Diesem Trend müssen wir gegensteuern. Ein völliges Rauchverbot in der Gastronomie senkt die Passivrauch-Belastung, der viele Kinder ausgesetzt sind und kann bei Jugendlichen den Einstieg ins Rauchen erschweren.“

Die hohe Zahl der jungen Raucher hat auch Familienministerin Sophie Karmasin alarmiert. Sie plädiert deswegen zusätzlich für ein Verkaufsverbot für junge Menschen unter 18 Jahren.

Aus deutscher Sicht prominente Unterstützung könnte von ganz anderer Seite kommen: Sebastian Frankenberger (ehem. ÖDP-Vorsitzender), der die Nichtraucherschutzgesetze für Bayern durch den von ihm initiierten Volksentscheid möglich gemacht hat, bewirbt sich aktuell beim Österreichischen Wirtschaftsbund und steht in einer Wahl Ende Februar auf Platz drei in der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft. Würde er gewählt könnte er zum Obmann der Fremdenführer (Austriaguides) werden und hätte aus dieser Position ein gewichtiges Wort mitzureden. Frankenberger erklärte im Interview: „Ich begrüße natürlich das Vorhaben eines strengen Nichtraucherschutzes ohne Ausnahmen in der Gastronomie – ganz nach bayerischen Vorbild. Das ist längst überfällig, weil sich die freiwillige Lösung wie damals in Bayern nicht bewährt hat. […] Nur ein einheitliches konsequentes Rauchverbot in der Gastronomie wird wirklich funktionieren und nicht nur die Nichtraucher schützen, sondern wie viele Studien zuletzt belegt haben, die Herzinfarktrate senken und das Rauchen für Jugendliche unattraktiver machen. “

(Q: OTS, Am Sonntag)

 

Jan
13

Russland greift hart durch

Durch Russlands Absichten, die Volksgesundheit zu stärken, sieht das sogenannte „Bayerische Rauchverbot“ wie eine Kindergartenverordnung aus. Im einzelnen sieht der Gesetzentwurf vor, Werbung für und den Verkauf von Zigaretten deutlich zu reglementieren und deren Preise stark zu erhöhen. Ab 2014 soll das Rauchen in Flughäfen und Bahnhöfen aber auch in Fernzügen und Schiffen verboten werden. Ein Jahr später sollen Russen auch in Nachtclubs, Bars und Cafés sowie Restaurants nicht mehr qualmen dürfen.

Wladimir Putin hat die Gesetzinitiative bereits 2010 angestoßen. Das Gesundheitsministerium hat bereits einen Stufenplan online bereit gestellt, der den Raucheranteil von momentan 44 Millionen Rauchern unter der russischen Bevölkerung stark reduzieren soll. Russland hat mit einer Raucherquote von geschätzten 40 % momentan einen der vorderen Plätze unter den traurigen Staaten. In Russland sterben etwa 400.000 Menschen Jahr für Jahr an den Folgen der Tabaksucht.

Ob das Gesetz allerdings in einem demokratischen Land gegen eine derart mächtige Tabaklobby durchgesetzt werden kann wird von Beobachtern bezweifelt – wir wünschen es allen Süchtigen und Nichtrauchern, die unter dem Passivrauch zu leiden haben.

Quelle: http://www.wirtschaftsblatt.at/home/international/wirtschaftspolitik/russland-will-rauchen-strikt-reglementieren-484141/index.do

Aug
17

NRW: Raucher qualmen trotzdem

Zahlreiche „Ausnahmen“ erschweren nicht nur den Nichtrauchern den Besuch in Kneipen und Gastwirtschaften, sie machen auch den Kontrolleuren der örtlichen Behörden das Leben schwer. Auch nach drei Jahren wird in vielen Gaststätten noch immer gequalmt.

Nordrhein-Westfalen gestattet in einem der schwammigsten Nichtraucherschutzgesetze Deutschlands das Rauchen in Raucherklubs, Einraumkneipen und Gaststätten unter 75 m², in denen keine Speisen zubereitet und angeboten werden. Aber auch in vielen anderen Lokalen wird gegen das Rauchverbot gehandelt. Eine Studie dazu ermittelte im Februar 2011 eine erschütternde Zahl: 92% aller untersuchten Rauchergaststätten halten sich nicht an die Auflagen. So werden weiterhin Speisen gereicht, Kennzeichnungen zum Jugendschutz fehlen oder die Trennung von Raucher- und Nichtraucherbereichen wäre mangelhaft (z. B. dauerhaft blockierte Verbindungstüren).

Besonders deutlich wird es an den 50 untersuchten Diskotheken. In 46 Diskos wird weiter geraucht – die ohnehin schon lockere gesetzliche Regelung gestattet es nur in Nebenräumen. Die Auftraggeber der Studie, das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Verbraucherzentrale, halten den Nichtraucherschutz in der Gastronomie deshalb für nicht akzeptabel und wünschen sich mehr offizielle Kontrollen. Aber letzlich würde nur ein härteres Gesetz helfen, Jugendliche und Nichtraucher vor dem Rauch zu schützen.

Quelle: http://www.news-magazin24.de/2011/03/22/studie-es-wird-immer-noch-in-zu-vielen-kneipen-geraucht/

Mrz
22

England versteckt seine Zigaretten

Künftig sollen Zigaretten vor den Rauchern – vor allem aber den Nichtrauchern – versteckt werden. Am 09.03.2011 – dem britischen Nichtrauchertag (No smoking day – http://www.nosmokingday.org.uk/) präsentierte die brittische Regierung den nächsten Schritt in der Nichtraucherschutz-Politik. Laut diesen Plänen werden schrittweise Zigaretten auf Ladentheken, in Regalen vor und hinter der Verkaufstheke und öffentliche Automaten verboten. Die Zigaretten-Automaten müssen bis kommendem Oktober demontiert werden, für Supermärkte gilt das Verbot ab April 2012. Nur in kleinen Geschäften wirde es noch bis 2015 möglich sein, Packungen öffentlich zu zeigen.

„Die Tabakindustrie findet immer wieder Wege, für Tabakprodukte zu werben, etwa mit Hilfe von Verpackungen, Verkaufsständern oder über das Internet“ lässt der aktualisierte „Tabak-Kontrollplan“ verlauten.

Ein mutiger Schritt der Regierung in Großbritannien – Vorbild für Deutschland und die gesamte EU!

Quelle: http://www.europeonline-magazine.eu/grossbritannien-verbannt-zigaretten-unter-ladentische_114855.html

Mrz
10

New York verbietet Rauchen in Parks und am Strand

Aufatmen in Big Apple – die Stadtverwaltung weitet Nichtraucherzonen auf alle öffentlichen Plätze aus.

Die Abgeordneten des Stadtrats von New York City stimmten mit überwiegender Mehrheit (36 zu zwölf Stimmen) für ein Gesetz, das das Rauchen auf großen öffentlichen Plätzen, den 14 Meilen Strand und in den gut 1.700 Parks verbietet. Auf dem Times Square verpessen künftig also nur noch Autos die Luft.

Gut ist das für alle Bürger und Besucher New Yorks. Keine Kippen mehr am Strand, keine Dunstwolken vor Bars und Restaurants, in denen bereits seit 2002 ein Rauchverbot gilt. Bürgermeister Michael Bloomberg ist selbst grosser Befürworter des Rauchverbots und er betont: „In diesem Sommer werden die New Yorker auf der Suche nach frischer Luft und Erholung frei atmen können und sich an die Strände legen, die nicht mehr mit Zigarettenkippen bedeckt sind“. Seit Einführung des verbesserten Nichtraucherschutzes vor gut neun Jahren leben die Menschen im Schnitt 19 Monate länger.

Dir Stadtratssprecherin Christine C. Quinn unterstützt den Bürgermeister und die Entscheidung für die Ausweitung des Gesetztes auf öffentliche Plätze: „Das Leben und die Gesundheit von Nichtrauchern sollte nicht geschädigt werden, nur weil andere Menschen sich entschieden haben zu rauchen“. Für Übertretungen sieht das Gesetz Stafen von 50 US-$ vor.

Von Gegnern wird das Gesetzt als Anti-Raucher-Gesetzt bezeichnet. Es beschneidet ihnen zufolge die Freiheit und das Recht des Einzelnen erheblich.

Quelle: http://www.welt.de/reise/staedtereisen/article12444725/New-York-verbietet-Rauchen-in-Parks-und-am-Strand.html

Feb
28

Rauchfrei am Ballermann

Mit dem Rauchen in der Kneipe ist es in Spanien nun vorbei: Von diesem 2. Januar an gilt das neue, verschärfte Anti-Tabak-Gesetz. Bislang wurde in Bars und Restaurants noch munter gepafft, weswegen Spanien als eins der letzten “Raucherabteile” Europas galt. Jetzt heißt es draußen rauchen. Allerdings ist dies nun auch auf Schulhöfen und Spielplätzen sowie vor Krankenhäusern verboten.

“Wir werden ein paar weniger Kunden unter denjenigen haben, die nur auf einen Kaffee und eine Zigarette kamen. Aber so groß wird der Rückgang ingesamt nicht sein, denn die Leute werden weiter zum Essen oder auf ein Bier hier einkehren”, erwartet ein Kneipenwirt.

Der wichtigste Gaststättenverband Spaniens warnte hingegen vor Einkommens- und Arbeitsplatzverlusten durch das Rauchverbot. Die Regierung hält dagegen, dass dies in anderen Ländern mit strengerer Gesetzgebung auch nicht der Fall gewesen sei.

Seit 2006 gilt in Spanien ein Rauchverbot am Arbeitsplatz. Kritiker bemängelten, dass die Gastwirte dabei weiter selbst über Raucherzonen in ihren Lokalen entscheiden durften.

Mit den neuen Verboten wird Spanien nun einer der strengsten EU-Staaten bei der Anti-Tabak-Gesetzgebung. Bei Verstößen drohen Geldbußen. Doch selbst die Gesundheitsministerin rechnet damit, dass ihre Landsleute eine Weile für die Umstellung brauchen werden…

Quelle: http://de.euronews.net/2011/01/02/spanien-setzt-die-raucher-vor-die-tuer/

Jan
02

Volksentscheid für 13 Millionen €

Als Mittelfranke, für den Rest der Welt also Bayer, bin ich mit der Arbeit eines ehemaligen Bundesgesundheitsminister, der nicht gewählt wurde und trotzdem „mein“ MiniPrä sein soll, absolut unzufrieden! Wie kann jemand, der für die Gesundheit von 80 Mio Bürgern verantwortlich gewesen ist, ein so eindeutiges Ergebnis wie das des Volksbegehrens zum Verbesserten Nichtraucherschutz so ignorant behandeln?

Nun ja, der Bayerische Staat hat’s ja, hat er doch im vergangenen Jahr genug Geld durch klevere Transaktionen von Banken im erweiterten bayerischen Staatsgebiet verdient (Hypo AlpeAdria: -3,7 Mrd € lt. Medienberichten). Also können wir jetzt auch mal einen Volksentscheid haben, für 13 Millionen €uronen. Die CSU in Bayern ist übrigens die Partei, die sich bis dato strikt gegen die Mitbestimmung des Volkes per Volksbegehren und -entscheid gewehrt hat.

Nun hat die Nürnberger Zeitung NN Bürger in Nürnberg befragt, wie sie zum Thema „Absolutes Rauchverbot“ stehen – und siehe da, selbst eingefleischte Raucher sind dafür. Argumente sind z. B. „weil die Luft beim Weggehen einfach besser ist und die Klamotten nicht nach Qualm stinken“, „ich bin froh, daß es diese Möglichkeit gibt und werde sie auch nutzen, damit endlich ein absolutes Rauchverbot kommt. Den Zickzackkurs der CSU finde ich ätzend, damit verlieren Politiker nur weiter an Glaubwürdigkeit.“, „ich möchte auch gar nicht mehr drinnen in Kneipen rauchen, ich finde es ohne die dicke Luft dort viel angenehmer. Außerdem qualme ich seit Einführung des Rauchverbts weniger. Das ist doch was!“ (Quelle: NN Online)

Nun, Herr Seehofer und Kollegen, wie wäre es denn, wenn wir die 13 Millionen lieber in die Bildung, in die Unterstützung von Bedürftigen oder Kunst & Kultur investieren würden? Ist ja schließlich unser Geld, das Ihr da grade mal wieder zum Fenster raus pulvert!

Feb
12