Schadenersatz für Rauchfolgen

Knapp 2 Millionen ehemalige Raucher fordern für langfristige Folgen des Tabakkonsums umgerechnet etwa 21 Milliarden Euro (21.000.000.000 €). Das Gericht im kanadischen Montréal hat die beiden Sammelklagen im bislang größten Zivilprozess gegen die drei größten Tabakproduzenten Kanadas: Imperial Tobacco, JTI-Macdonald und Rothmans Benson & Hedges zusammengefasst. In der ersten Klage verlangen 90.000 an Krebs erkrankte Raucher und Ex-Raucher aus der Provinz Québec jeweils etwa 80.000 € Schadenersatz, weitere 1,8 Millionen Raucher fordern in der zweiten Klageschrift rund 8.000 €. Der Prozessbeginn wurde immer wieder verschoben – wegen Verfahrensstreitigkeiten dauert es nun schon 13 Jahre seit der ersten Klageschrift.

Die Anwälte der Kläger drängen das Gericht zur Untersuchung, ob Konsumenten wissentlich falsch Informiert, Wissenschaftliche Studien bewußt manipuliert und die negativen Folgen des Tabakkonsums absichtlich in Frage gestellt worden wären.  André Lespérance, ein Anwalt der Kläger, warf den Tabakkonzernen vor, wissenschafliche Erkenntnisse über die Gefahren des Tabakkonsums zurückgehalten oder sogar zerstört zu haben.

Die Konzernanwälte zeigen sich unbeeindruckt: “Rauchen ist eine freiwillige Sache, die Leute aus verschiedenen Gründen tun, und sie müssen selbst Verantwortung dafür übernehmen” lautet das scheinheilige Argument von Rechtsanwältig Deborah Glendinning, die Imperial Tobacco vertritt. Laut einem Anwalt von Rothmans Benson & Hedges seien die Folgen des Rauchens “seit Jahrzehnten bekannt”.

Veränderung der Medienlandschaft

Kläger sehen dies aber durchwegs differenzierter. So lautet die Antwort einer Sprecherin der Opfer, Cécillia Létourneau: “Als ich anfing zu rauchen, spielte Fernsehwerbung noch eine große Rolle [...] und da sah man strahlende Frauen rauchen – es bedeutete, modern zu sein, eine selbstbewusste Frau zu sein”. Sie gibt an zum Rauchen verführt worden zu sein, bewusst gesteuert von der Tabakindustrie.

In den USA wurden Tabakkonzerne schon häufig mit Klagen überzogen. Der Staat und die Konzerne haben sich auf das sogenannte “Tobacco Master Settlement Agreement” geeinigt. Es beteiligt die Hersteller von Tabakprodukten (v. a. Zigaretten) an den monetären Gesundheitskosten für nikotinbedingte Krankheiten.

Quelle: http://www.n-tv.de/panorama/Raucher-wollen-21-Milliarden-Euro-article5747161.html

Mrz
3

Die E-Zigaretten – Alles nur Fragezeichen?

Die elektrische Zigarette erfreut sich in letzter großer Beliebtheit – nach Unterschiedlichen Angaben gibt es allein in Deutschland zwischenzeitlich zwischen 1,2 und 2 Millionen E-Raucher. Weil die Regierung sie als Arzneimittel eingestuft hat, dürfen sie aber unter Umständen nicht einfach verkauft werden. Der Zoll hat deswegen schon über 45 000 Fläschchen mit dem flüssigen Liquid beschlagnahmt. Sobald diese Nikotin enthalten müssen sie laut Arzneimittelgesetz zugelassen werden und Verkauf und Handel der Qualm- & Dampf-Lieferanten ist bis dahin verboten. Die Gesundheitsministerin von NRW Barbara Steffens hatte bereits Ende 2011 betont, dass keines der derzeit geschätzt mehreren hundert Liquid-Produkte zugelassen sei, der Vertrieb damit illegal.

Der Konsum ist derweilen lang nicht so eindeutig geregelt. Alle Gesetze in den Bundesländern zum Nichtraucherschutz (negativ oft als Rauchverbote bezeichnet) sind auf den Konsum von Tabak ausgerichtet, also das Abbrennen von Zigaretten, Zigarillos, Zigarren und Pfeifentabak. Die kleinen E-Zigaretten-Geräte arbeiten über einen batteriebetriebenen Vernebler oder Verdampfer und benötigen keine Verbrennung und keinen Tabak.

Wenn man dem Sprecher des Forums rauchfrei, Johannes Spatz, glaubt, ist es trotzallem ein “risikobehaftetes Produkt” – nicht zuletzt könne hochkonzentriertes Liquid, sozusagen flüssiges Nikotin in den Mund gelangen und verschluckt werden. Davor warnen auch die Hersteller der Verdampfungsgeräte. Die Bundesregierung warnt ebenfalls: „Die Bundesregierung nimmt eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch die seit einigen Jahren auf dem Markt befindlichen E-Zigaretten sehr ernst.“ Der eingeatmete Nebel bestehe zu etwa 90 Prozent aus Propylenglykol, das „akute Reizungen der oberen Atemwege und Augen“ auslösen könne sowie „Beeinträchtigungen der Atemfunktion.“ „Nebenwirkungen wie Verengung der Atemwege konnten in einer aktuellen Studie bei E-Zigarettenrauchern bereits nach fünf Minuten nachgewiesen werden“, belastbare Studien zu Langzeitfolgen des E-Rauchens gibt es bislang aber nicht. Vor allem für Jugendliche sei die E-Zigarette, wie ihr konventioneller Vorgänger, ein Einstiegsprodukt.

Quelle: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12292710/62249/Die-Zahl-der-Tabakkonsumenten-geht-zurueck-aber-die.html, http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article13895751/Fahnder-ziehen-E-Zigaretten-Liquid-aus-dem-Verkehr.html

***

Update 28. März 2012

Im Streit ob die E-Rauchmittel nun Arznei oder Genuß sind, streiten sich nicht nur die Geister – für Unternehmen geht es viel Geld, sie gehen deshalb u. a. in Münster vor Gericht. Vor dem Oberverwaltungsgericht ist ein Verfahren anhängig, das in erster Instanz zugunsten des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium entschieden worden war. Immer noch fordert der Hersteller den freien Verkauf seiner Produkte, nikotinhaltige E-Zigaretten, die das Ministerium zu Medizinprodukten erklärt und damit apothekenpflichtig macht.

 

Mrz
3

Manipulierte Studien spielen Gefahr von Zusatzstoffen herunter

Rauchen wie die Indianer? Heutzutage liest sich die Liste von immerhin mehr als 300 Zusatzstoffen in Zigaretten(-tabak) wie ein Chemiebuch. Dazu schreibt einer der größten Tabakhändler Deutschlands auf seiner Website: “Cigaretten beinhalten neben Tabak und Wasser weitere Bestandteile, die ihnen Form, Halt und individuellen Geschmack verleihen. Zum einen werden dem Tabak Zusatzstoffe wie Aromen und Feuchthaltemittel zugeführt. Zum anderen handelt es sich um die sogenannten Nicht-Tabakmaterialien wie Papier oder Filter. (Quelle: http://www.bat.de/group/sites/BAT_7TYF37.nsf/vwPagesWebLive/DO7VHATQ?opendocument&SKN=1; auf http://www.bat-ingredients.com lassen sich die Inhaltsstoffe einzelner Zigaretten-/Tabaksorten aufrufen.)

Je nach Marke und Sorte werden dem Tabak also Menthol, Feuchthaltemittel und Konservierungsstoffe beigefügt – und die Schädlichkeit der Zusätze mit Formulierungen wie dass Zusatzstoffe ”nicht wesentlich zur Toxizität” von Zigaretten beitrügen. Tatsächlich haben jetzt die Autoren einer Studie aufgedeckt, dass “zahlreiche negative biologische Konsequenzen” durch das Abbrennen und Einatmen der unzähligen Substanzen in Verbindung mit dem Tabak haben. Unter anderem hätte sich gezeigt, dass die Zusätze sehr giftig und gesundheitsschädlich seien, den Gehalt an krebserregenden Chemikalien wie Arsen, Blei und Formaldehyd im Zigarettenrauch um mindestens ein Fünftel, oft aber deutlich mehr, erhöhen.

Marcia S. Wertz, Thomas Kyriss, Suman Paranjape und Stanton A. Glantz, die Autoren der in der Fachzeitschrift “PLoS Medicine” veröffentlichten Studie, werfen dem Konzern Philip Morris vor, in einer firmeninternen Studie mit dem Codenamen “Projekt MIX” wissenschaftliche Standards umgangen zu haben, um das Gefahrenpotential absichtlich gering zu halten. So sei die Zahl der Versuchstiere zu gering angesetzt worden und es wird von einer “nachträglichen Veränderung in den Analyseprotokollen” berichtet. Thomas Kyriss, Lungenchirurg der Klinik Schillerhöhe in Gerlingen/Stuttgart und seine US-amerikanischen Kollegen kritisieren zudem die statistische Aufbereitung.

Wie es in Fachkreisen seit langem bewußt ist, werfen die Autoren dem Konzern nun erstmals in Bezug auf Zusatzstoffe nachgewiesene Manipulation und bewußte Täuschung vor. Der Konzern hätte die Gefahren der schädlichen Auswirkungen umstrittener Zusatzstoffe herungergespielt um “Politik und Öffentlichkeit insbesondere in den USA zu beeinflussen”.

Vorwürfe an medizinische Fachzeitschriften

Herausgebern und elf Mitgliedern des Redaktionsbeirats einer Fachzeitschrift, in der einige der erneut unter die Lupe genommenen Studien veröffentlicht wurden, wurden Verbindungen zur Tabakindustrie nachgewiesen. Die Autoren fordern deswegen Wissenschaftler und Regierungsbehörden auf, sie sollen ”nicht für bare Münze nehmen, was Wissenschaftler der Tabakindustrie als Forschungsergebnisse darbieten”.

Da den Autoren aber nur solche – ursprünglich firmeninterne und geheime – Studien und Studienergebnisse vorlagen, die im Zuge von Haftungsklagen veröffentlicht werden mussten, weisen sie die Behörden darauf hin, das ihre Auswertung nur ein erster Schritt sei. Es fehlten noch viele, teils entscheidende Informationen: weshalb wurden bestimmte Zusatzstoffe untersucht, andere aber nicht? Welhalb wurden die Stichproben und Versuchsreihen so klein gehalten?

Aus gleichem Grund, also aufgrund des geringen Datenmaterials, zweifelt der Tabakkonzern Philip Morris an den Methoden der Wissenschaftler. Sie hätten lediglich unvollständige Unterlagen aus dem Internet für die Auswertung herangezogen. Auch andere “von Fachleuten überprüfte, umfassende Studien” seien zu diesem Ergebnis gekommen, also würden belegen, dass die Schädlichkeit von Zigaretten durch die Zusatzstoffe nicht nennenswert bzw. nicht erhöht würde.

Grundlegende Veränderung der politischen und rechtlichen Baisis von Tabak und Tabakprodukten gefordert

Hoffnungen, dass die neuen Ergebnisse und Zusammenfassungen dafür sorgen werden, dass einerseits mehr interne Studien veröffentlicht werden müssen und andererseits die Zulassung von Tabakprodukten eine andere Qualität erfährt, haben nicht nur wir sondern auch Gesundheitsverfechter wie Martina Pötschke-Langer vom DKFZ (Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg).  Die Arbeit von Kyriss und seinen Kollegen hätte gezeigt, dass die Industrie “bewusste Veränderungen bei der Datenauswertung und der Bewertung der Studienergebnisse” vorgenommen habe. “Schon die Logik der Toxikologie sagt, dass die beigemengten Zusatzstoffe gesundheitsschädlich sind, wenn man sie verbrennt. Die Tabakverordnung muss deshalb grundsätzlich verändert werden.”

Vor einigen Wochen sprach CSU-Gesundheitsexperte Johannes Singhammer bei EU-Gesundheitskommisar John Dalli an, die Wirkung von Zusätzen solle neu untersucht werden, um Raucher vor gesundheitsschädlichen Wirkungen zu schützen. Wenn man Vergleiche zwischen der Inverkehrbringung von industriell verarbeiteten Tabakprodukten mit der Zulassung (deutschen Sortenprüfung) bewährter Kartoffeln vergleicht, erscheint einem der angelegte Maßstab durchaus unterschiedlich: http://de.wikipedia.org/wiki/Linda_(Kartoffel)

 

Quellen: http://www.plosmedicine.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pmed.1001145; http://www.stern.de/gesundheit/zusatzstoffe-in-zigaretten-philip-morris-soll-studien-manipuliert-haben-1764982.html

Dez
12

Transplantaion: hohe Rückfallquote bei Rauchern

Raucher wird in Deutschland eine Herz- oder Lungentransplantation bislang verwehrt. Dafür sprechen vielfältige Gründe, unter anderem eine deutlich schlechtere Wundheilung, Herz-Kreislauf-Komplikationen und Infektionen. Wie Dr. Martina Pötschke-Langer und Kollegen in der Fachzeitschrift “Transplantationsmedizin” berichten werden dennoch etwa ein drittel aller Patienten, die vor einer Herzplantation geraucht haben, nach der OP rückfällig und riskieren nicht nur das neue Herz sondern dadurch auch ihr Leben. Selbst nach einer Lungentransplantation liegt die Rückfallquote bei etwa zehn Prozent!

Das DKFZ (Deutsches Krebsforschungszentrum) empfiehlt deshalb allen Patienten einen langfristigen Rauchstopp vor Transplantationen: “Zwar verbessert sich durch einen Rauchstopp die Sauerstoffversorgung schon innerhalb von zwölf Stunden; die meisten physiologischen Vorgänge, die durch das Rauchen beeinträchtigt werden, brauchen aber mehrere Wochen, um sich zu erholen. So regerieriert sich das Immunsystem innerhalb von vier bis sechs Wochen nach einem Rauchstopp. Die Produktion von Bronchialsekret und die mukoziliäre Clearance sowie die Lungenfunktion erholen sich innerhalb von sechs bis acht Wochen. Infolgedessen treten weniger pulmonale Komplikationen auf, wenn der Patient mindestens acht Wochen vor der Operation mit dem Rauchen aufgehört hat.”

Zu den Empfehlungen der Experten gehört als Standartaufgabe in Medizin und Pflege auch eine engmaschige Nachsorge um die Rückfallprophylaxe nahtlos gewährleisten zu können – in einem vollständig rauchfreien Transplantationszentrum.

Quelle: http://www.transplantation.de/fileadmin/transplantation/txmedizin/txmedizin_2011_2/04_poetschke-langer.pdf

Dez
12

Neue Chemie in Zigaretten für die Sicherheit?

Sind Sie Raucher? Haben Sie’s geschmeckt? Die meisten EU-Zigaretten sind seit längerem sogenannte selbstverlöschende Kippen. Durch die Veränderung des Aufbaus der Zigaretten verglimmen diese nun zu bestimmten Zeitpunkten von selbst, wenn niemand an ihnen zieht. Die Technik die dahinter steckt hat nichts mit Chemie zu tun – z. B. Feuchthaltemittel u. ä. die seit langem in Zigaretten enthalten sind – sondern mit einer Veränderung der Papierhülle.

An einigen Stellen des Zigarettenpapiers ist es zweilagig oder dicker bzw. das Material hat eine höhere Dichte und lässt dadurch weniger Luft an den glimmenden Tabak. Die Zigarette verlöscht und tatsächlich sind diese neuen Tabakprodukte bereits seit Sommer 2011 im Handel. Sinn dieser “Innovation” ist es, die Zahl der Menschen die durch brandstiftende Glimmstengel verletzt werden oder sterben zu reduzieren.

Momentan entstehen mehr als 30.000 Brände jährlich allein in der EU aufgrund von unachtsam behandelten Zigaretten. Mehr als 1.000 Menschen kämen laut EU-Kommission pro Jahr ums Leben und etwa 4.000 würden teils ernsthaft verletzt. Unabhängig davon, dass diese Veränderung Leben rettet, töten die Folgen des Rauchens dennoch mehr als 650.000 Menschen pro Jahr in der Europäischen Union.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/eu-vorschrift-fuer-tabakkonsum-selbstloeschende-zigaretten-sollen-braende-verhindern-1.1189247

Nov
11

Blasenkrebs bei Frauen: 50% durch Tabak

Bisher ging man davon aus, dass 20 – 30 Prozent aller Blasenkrebsfälle bei Frauen auf Tabakkonsum und dessen negative Auswirkungen zurückzuführen seien. Eine US-Amerikanische Studie des Nationalen Krebsinstitus (NCI) berichtet darüber, dass durch geänderte Zusammensetzungen von Zigaretten inzwischen die Hälfte aller Fälle auf das Rauchen direkt zurückzuführen ist. Die jüngsten Ergebnisse einer Studie stützen sich auch die Daten von 450.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Ernährung und Gesundheit. Die Studie lief von 1995 bis 2006. “Raucher haben im Vergleich zu Nichtrauchern das vierfache Risiko, daran zu erkranken” betont der Studienleiter Neal Freedman – bisher war der Faktor drei (also dreimal höher) angenommen und ermittelt worden.

In heute verkauften Zigaretten sei zwar die Menge an Teer und Nikotin verringert worden, dafür werden durch Zusatzstoffe andere Krebserreger wie Beta-Naphthylamin häufiger und in höherer Dosis zugesetzt. Tabakkonzerne erklären die Fülle an sogenannten Zusatzstoffen häufig dadurch, dass Raucher “ihren” Geschmack nur dadurch gesichert bekämen und eine gleichbleibende “Qualität” gesichert werden müsse. Obwohl in den USA seit 30 Jahren die Zahl der Raucher signifikant zurückgegangen ist, hat sich die Zahl der Blasenkrebsfälle von rund 70.000 erkrankten Menschen pro Jahr kaum verändert. Jährlich sterben allein in den Staaten 15.000 Personen an Blasenkrebs. Die Rezepturveränderung der Zigarettenhersteller sei für diesen prozentualen Anstieg der Erkrankungen eine mögliche Erklärung.

Quelle: http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/krebs/news/zusatzstoffe-in-zigaretten-erhoehtes-blasenkrebsrisiko-fuer-raucherinnen_aid_655978.html

Aug
8

Rauchstopp ist gut für die Zähne

Nicht nur, dass Nicht- und Exraucher sich insgesammt körperlich rundum wohler fühlen und leistungsfähiger sind, ein Rauchstopp verbessert sowohl Lebensqualität als auch sofort das Risiko für verschiedene Krebsarten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Chronisch obsturktive Lungenerkrankungen (COPD). Speziell auf den Mundraum bezogen senkt das Nichtrauchen oder Nicht-mehr-Rauchen das Risiko für Leukoplakien (Vorstufen des Mundhölenkrebses), für Mundhölenkrebs, Par0dontalerkrankungen, Zahnverlust und sogar Implantatverlust.

Das sind die wichtigsten Inhalte des neuen Faltblatts der Bundeszahnärztekammer: http://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/presse/rauchen_mundgesundheit_faltblatt.pdf

Aber darüber hinaus gibt es viele “Wohlfühlfaktoren”, die einen sofortigen Rauchstopp sympatisch erscheinen lassen:

  • Geringere bzw. weniger Verfärbungen an Zähnen, Lippen und Zunge
  • Weniger Mundgeruch durch aktivere schützende Bakterien im Speichel
  • Geringeres Risiko an Karies und Par0dontose zu erkranken
  • Bessere Wundheilung im Mundraum sowie bessere Knochenheilung

Die tausenden giftigen und krebserregenden bzw. krebserzeugenden Substanzen schädigen den Mund und den Mundraum in vielfältiger Weise und wären doch so einfach zu vermeiden. Zum Beispiel Karies: Bakterien die im Mund siedeln bilden tagtäglich einen Belag auf den Zanhoberflächen, das sogenannte Plaque. Einige davon verwerten Zucker und Stärke und scheiden dabei Säuren aus, die den Zahnschmelz durch Entzug von Mineralien schwächen, ein Kariesloch und dadurch nicht selten den Verlust des Zahns verursachen. Raucher sind hiervon in besonderem Maß betroffen:

  • Raucher haben öfter Karies – je mehr geraucht wird, desto höher das Risiko
  • Bei Rauchern müssen mehr Zähne gebohrt und gefüllt werden, als bei Nichtrauchern
  • Raucher haben, als eine Folge der Karieserkrankungen, häufiger fehlende Zähne

Darüberhinaus leiden Raucher sehr viel häufiger als Nichtraucher an Par0dontalerkrankungen, also Entzündungen des Zahnhalteaparats. Zahnfleisch, Zahnhaltefasern und Zahnknochen sind durch entzündliche Abwehrreaktionen durch das Rauchern deutlich häufiger geschädigt. Und durch das Rauchen und die dadurch auftretenden Veränderungen der Blutgefäße fehlen wichtige Warnhinweise des Körpers wie Zahnfleischbluten als erstes Symptom für Parodontitis.

  • Raucher haben in Abhängigkeit von der Menge an gerauchtem Tabak eine bis zu fünfzehn (15) Fache Warscheinlichkeit an Parodontitis zu erkranken
  • Je mehr Zigaretten u.ä. geraucht wird, desto höher die Gefahr, dass sich Zähne lockern
  • Erfolge bei Parodontitis-Behandlungen sind geringer als bei Nichtrauchern
  • Durch Parodontalerkrankungen gehen bei Rauchern häufiger Zähne unwiederbringlich verloren

Beenden Sie Ihre “Raucherkarriere” noch heute, machen Sie sich, Ihre Mitmenschen und Ihren Dentisten glücklich und zeigen Sie der Welt Ihre schönen Zähne!

Aug
8

Wer früher raucht ist früher tot.

So könnte man es kurz zusammenfassen, was eine aktuelle Studie am Penn State College of Medicine in Hershey belegt. Unabhängig von der Anzahl täglich konsumierter Zigaretten und bisherigen Dauer der Nikotinsucht ist der Moment der ersten, morgentlichen Zigarette nicht unerheblich entscheidend für das Risiko an Krebs zu erkranken. Joshua Muscat, der Studienleiter der Studie “Nicotine dependence phenotype and lung cancer risk” (engl., etwa: “Zusammenhang zwischen Art der Nikotinabhängigkeit und Lungenkrebs-Risiko”) , berichtet von deutlich höherem Risiko an Gehirntumoren, Lungen- und Nackenkrebs zu erkranken, je früher die erste Zigarette nach dem Aufstehen geraucht würde.

In der Studie wurden die Daten von insgesamt 4.775 Krebspatienten und 2.835 zum Zeitpunkt der Studie gesunder Vergleichspatienten aus. Alle untersuchten Studienteilnehmer waren regelmäßige Raucher. Dem Studienergebnis zufolge besteht ein signifikanter Zusammenhang wann die erste Zigarette morgens geraucht wurde und wie häufig die Patienten an Krebs erkrankt waren. Je kürzer der Zeitraum, der morgens nach dem Aufstehen bis zur ersten Zigarette vergeht, desto warscheinlicher ist es, dass die Patienten an Lungenkrebs und anderen Krebsgeschwüren erkrankten.

War die Zeit bei den Patienten kürzer als eine halbe Stunde stieg ihr statistisches Risiko an Lungenkrebs zu erkranken um fast 80% gegenüber dem ohnehin schon stark erhöhten Risiko bei Rauchern, die erst nach über einer Stunde die erste Zigarette anzündeten. Bei den Probanden, deren erster Zug morgens zwischen 30 und 60 Minuten nach dem Aufstehen lag, war es immer noch um 31% höher, so berichten Muscat und Kollegen.

In einer Kontrolluntersuchung von 1.880 Rauchern, darunter 1.055 Patienten mit Gehirntumor oder Nackenkrebs, ergaben sich ähnliche Faktoren: die “frühen Raucher” hatten ein um 50% erhöhtes Risiko und die in der zweiten Gruppe, also diejenigen, die Ihren Glimmstengel in der zweiten halben Stunde morgens anzündeten, ein um immer noch 42% höheres Gehirntumor- und Nackenkrebsrisiko.

Die Forscher folgern daruas, dass dieser Zeitraum morgens durchaus als Risikoindikator dienen kann. Diejenigen, die morgens früher zur Zigarette greifen, “haben einen höheren Nikotinlevel und möglicherweise auch mehr andere Toxine im Körper, und sie könnten abhängiger sein als Raucher, die es über eine halbe Stunde oder länger am Morgen ohne Zigarette aushalten”. Ein detailierter Zusammenhang lässt sich allerdings nicht festmachen. Als Erklärungsversuch führen Muscat und seine wissenschaflichen Kollegen an, “es könne eine Kombination von genetischen und persönlichen Faktoren sein, die eine höhere Abhängigkeit von Nikotin bewirken”.

Es erscheint den Wissenschaftlern sinnvoll weitere Studien in Richtung Einfluß der zeitlichen Verteilung des Zigarettenkonsums auf die Gesundheit anzustreben, um daraus auch andere, potentiell durch Rauchen verursachte Krankheiten, wie Herz-Kreislauf-Erkankungen, Gefäßleiden, Raucherhusten und COPD, also chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, auf diesen Zusammenhang zu prüfen. Uns erscheint es vor allem sinnvoll, weiter auf die Gefährlichkeit von Nikotinprodukten, allen voran den Rauchwaren hinzuweisen und wie z. B. Island gegen den freien und legalen Konsum vorzugehen.

 

Quelle: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/krebs-zeitpunkt-der-ersten-zigarette-entscheidend-12387.php

Aug
8

Schock-Wirkung nur bei Nichtrauchern

Auf der gesamten Welt überlegen Gesundheitspolitiker, wie sie den Raucher von seiner Sucht befreien und Nichtraucher vor der Nikotinsucht bewahren können. Nicht nur Kanada setzt dabei auf schockierende Bilder von teergeschwärzten Lungen, Raucherbeinen und obduzierten Menschen – direkt auf die Schachteln gedruckt.

Die Uniklinik Bonn, genauer die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchte jetzt die Wirkung der auf Zigarettenschachteln aufgedruckten Photos auf Raucher und Nichtraucher. Von insgesamt 56 Personen waren 28 Raucher mit einem Konsum von durchschnittlich 17 Zigaretten in den letzten neun Jahren. Die andere Hälfte der Probanden waren Nichtraucher.

Mit Bildern von Menschen mit drei unterschiedlichen Gesichtsausdrücken werden üblicherweise emotionale Untersuchungen durchgeführt, so auch in dieser Studie. D. h. die zu untersuchenden Personen haben nicht die Originalbilder der Schachtelabdrucke zu sehen bekommen. Bei der Betrachtung der glücklichen, neutralen und angsterfüllten Gesichter wurden bei allen Probanden die Gehirnaktivitäten mit Hilfe der Magnetresonanztomographie aufgenommen und gemessen. Dabei wurde besonders der Bereich des “Furchtzentrums” im Gehirn beobachtet. Die Amygdala (“Mandelkern”) sitzt im Schläfenlappen und zeigte zunächst keine Unterschiede in der emotionalen Verarbeitung der Sinneseindrücke.

Angstfrei durch Nikotinentzug?

Andere Messwerte zeigten sich nachdem die Raucher zwölf Stunden vor den Tests nicht mehr Rauchen durften, also während der Messungen auf Entzug waren – das Angstzentrum zeigte bei Bildern mit angsterfüllten Gesichtern keinerlei Aktivität mehr: “Das ist ein problematischer Befund [...] denn Furcht ist ein archaischer Trieb, der uns Menschen vor Gefahren schützen soll. Das Alarmzentrum im Gehirn scheint einfach nicht mehr auf angsteinflößende Reize zu reagieren.” so René Hurlemann, Oberarzt der Klinik in Bonn.

Es scheint so, dass die korrekte Hirnfunktion bei Rauchern nur aufrecht erhalten werden kann, wenn genug Nikotin zugeführt wird. Dem entsprechen auch Tierversuche, bei denen festgestellt wurde, dass Lernprozesse weniger erfolgreich sind, wenn das Tier unter Nikotinentzug leidet.

Die Wissenschaftler sind sich einig, dass Schockbilder auf abhängige Raucher kaum Wirkungen haben werden. Der Effekt auf Nichtraucher, also sie auch in Zukunft vom Rauchen abzuhalten, ist aber dadurch nicht geschmälert und durchaus möglich. Für uns eine klare Warnung an Menschen, die das Rauchen verharmlosen: Rauchen wirkt sich nicht nur gesundheitsschädlich auf Lungen, Mundhöhle, Herz-Kreislauf-System usw. aus sondern manipuliert auch das Gehirn erheblich!

Quelle: http://www.n-tv.de/wissen/Raucher-auf-Entzug-haben-keine-Angst-article3823071.html

Jul
7

Shishas: ungefährlicher als Zigaretten?

Wie gefährlich ist der Jugendtrend zum Shisharauchen? Um genaueres zu erfahren, haben wir die G-Suche bemüht und sind zügig auf den Wikipedia-Eintrag gestoßen:

“Das Ausmaß der Schädlichkeit und die Auswirkungen der Shisha auf die Gesundheit sind umstritten. Da die Wasserpfeife grundsätzlich zum Tabakrauchen dient, birgt der Shisha-Konsum die für Tabakprodukte typischen Gefahren; durch Zusatzstoffe im Tabak könnten diese noch verstärkt werden. Zum Beispiel Glycerin, das zum Befeuchten des Tabaks enthalten oder nachträglich selbst hinzugefügt wird, zerfällt bei Erhitzen unter Sauerstoffmangel zum hochgiftigen Propenal. Da sich wassergekühlter Rauch leichter inhalieren lässt, kann er besonders für unerfahrene Raucher wie Kinder und Jugendliche gefährlich sein und die Shisha zum Einstiegsmittel in den Nikotinkonsum werden lassen.

Die Mehrheit der Schadstoffe wird auch nur zu einem kleinen Teil vom Wasser zurückgehalten. Daneben lassen sich je nach Größe der Rauchsäule unterschiedliche Nikotin- und Kondensat-Rückstände in ihr finden, was von manchen Shisha-Rauchern als Indiz für das geringe Verlangen nach Tabakwaren nach dem Genuss einer Shisha gedeutet wird.

In der aktualisierten gesundheitlichen Bewertung zum Thema „Gesundheits- und Suchtgefahren durch Wasserpfeifen“ kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu dem Schluss, dass „einige Indizien dafür [sprächen], daß die Verwendung der Wasserpfeife kaum weniger gefährlich sei als der Konsum von Zigaretten. Allerdings sei die Nikotinaufnahme bei Wasserpfeifenkonsum deutlich höher als bei Zigarettenkonsum.“ Ferner wird auch auf die deutlich höhere Aufnahme des giftigen Kohlenmonoxids hingewiesen. Das BfR kommt jedoch an anderer Stelle zu dem Fazit, dass (durchschnittlicher) Zigarettenkonsum nachweislich schädlicher sei als (durchschnittliches) Wasserpfeifenrauchen. Der entscheidende Unterschied hierfür ist jedoch der niedrigere durchschnittliche Konsum von „ein bis zwei Wasserpfeifen pro Woche“ im Vergleich zu „20-30 Zigaretten am Tag“. Im Rauch der Wasserpfeife wurden auch Schadstoffe wie Arsen, Chrom und Nickel nachgewiesen, die zu Lungenkrebs, Blasenkrebs und Tumoren an den Lippen führen können. Nach langjähriger Verwendung von Wasserpfeifen ließen sich außerdem Verschlechterungen der Lungenfunktion sowie ein erhöhtes Risiko hinsichtlich Tumorerkrankungen feststellen.

Untersuchungen der Universität Dschidda (Saudi-Arabien) zufolge ist Wasserpfeifentabak fast so gesundheitsgefährdend wie das Rauchen von Zigaretten. Hier ist aber zu erwähnen, dass in arabischen Ländern hauptsächlich starker Tabak mit neutralem Geschmack (Salloumtabak) geraucht und die Kohle direkt aufgelegt wird.

Trotz dieser leichten methodischen Schwächen der Studien, die nicht alle Varianten des Konsums abdecken, kann die frühere Einschätzung der Ungefährlichkeit als widerlegt gelten. Ein Beispiel für die methodischen Schwächen ist, dass in den Tests Maschinen ununterbrochen an einer Shisha ziehen, bis diese leer ist. In Verbindung mit fehlender Angabe wie verwendeter Tabak oder Kohle ergibt sich so ein von der Realität entferntes Ergebnis. Dennoch sei gesagt, dass die Shisha in Bezug auf die Gesundheitsgefährdung noch nicht ausreichend untersucht worden ist. So sagte der Toxikologe Thomas Schulz des BfR in einem Interview mit dem Shisha-Fachmagazin „hookahMag“ auf die Frage, ob das Rauchen einer Shisha ähnlich schädlich sei wie Zigarettenrauchen: „Die deutlichsten Ergebnisse für die Gesundheitsgefahren der Zigarette ergaben sich aus großen Studien, die zum Teil über 50 Jahre liefen und mehrere zehntausend Studienteilnehmer einschlossen… Vergleichbare Studien sind für die Wasserpfeife nicht zu erwarten, wir werden unsere Schlussfolgerungen auf der Basis eines unvollständigen Puzzles ziehen müssen.“” (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Shisha)

Auch die Techniker Krankenkasse (TK) warnt durch ihre Ärztin Beate Thier vor der Verharmlosung: “Der Wasserpfeifenrauch schmeckt nicht streng nach Tabak, sondern nach den beigefügten Fruchtaromen. Das verführt oft auch Nichtraucher dazu, die Wasserpfeifen auszuprobieren”. Laut einer Studie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) geben etwa 14% der Jugendlichen zwischen 12 und 17 an, einmal im Monat oder öfter Wasserpfeife zu rauchen. Flankiert wird der Trend durch geschickte Vermarktung des “orientalischen Lebensgefühls” und durch irreführende Aufrucke auf den Tabakschachteln: saftiges Obst soll vom gefährlichen Tabak ablenken.

Der Zoll warnt außerdem vor illegal eingeführtem Shisha-Tabak. Im Orient wird dieser häufig mit Glyzerin und Zucker gestreckt um die Feuchtigkeit im Produkt auf über 30 Prozent zu erhöhen. Dadurch entstehen beim indirekten Verbrennen mit niedrigeren Temperaturen viele Schad- und Giftstoffe die krebserzeugend wirken können und die Schleimhäute reizen. Durch die Kühlung des Wassers kann der Giftcocktail noch tiefer inhaliert werden und unter anderem Schwermetalle wie Blei und Cobald gelangen tief in die Lunge.

Downloads

Hier finden Sie den Flyer der BZgA zum Thema: http://www.rauch-frei.info/fileadmin/rauch-frei/user/downloads/Wasserpfeife_Folder.pdf

Die Wasserpfeife, Dr. Barbara Bertram, Deutsches Krebsforschungszentrum, WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle (Stand Juni 2005) Download

Gesundheits- und Suchtgefahren durch Wasserpfeifen, Bundesinstitut für Risikobewertung: Aktualisierte Gesundheitliche Bewertung Nr. 037/2006 des BfR vom 15. April 2005 Download

Interessant dazu ist auch der Artikel auf gesund.de: http://www.gesundheit.de/krankheiten/psyche-und-sucht/rauchen-und-nikotinsucht/shisha-rauchen

Quellen: http://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/organisationseinheit/gesundheit/pl_sucht/shisha.html, http://www.zoll.de/f0_veroeffentlichungen/a0_zigaretten/t0_2011/z85_pm_shisha/index.html, http://www.stern.de/gesundheit/gefaehrlicher-jugendtrend-sucht-experte-warnt-vorm-shisha-rauchen-1550661.html

Jul
7