Gefahren des Rauchens « Nie wieder Tabak

Liste aller Zusatzstoffe in jeder Zigarette

Bild von Robert Fietzek / pixabay

Bild von Robert Fietzek / pixabay

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat eine 1.174 Seiten starke Liste veröffentlicht, die sämtliche Zusatzstoffe in den jeweiligen Zigaretten auflistet. Ziel bei der Erstellung dieser Liste war es, herauszufinden, welche der über 600 erlaubten Zusatzstoffe krebserregend oder suchtfördernd wirken. Denn die aktuelle Gesetzeslage basiert auf Verordnungen aus dem Jahr 1977. Dabei können aktuelle Forschungsergebnisse über die Gefährlichkeit der einzelnen Stoffe aber vor allem auch des Stoffgemischs, das der Rauch durch die Verbrennung des Chemie-Cocktails namens Zigarette ist, nicht berücksichtigt worden sein. Aber auch damals bereits bekannte Fakten über den Rauch mussten unberücksichtigt bleiben – die Verordnung geht nur von der Gefährlichkeit des einzelnen Stoffes im Reinzustand, nicht aber nach der Verbrennung mit 600 bis 900 °C aus.

Durch die Verbrennung verändern sich Stoffe wie Zucker, Honig, Vanillin, Menthol, Soda, Harnstoff und Ammoniak. Sie wirken im Zusammenspiel mit dem pflanzeneignen Nervengift Nikotin und es ist unstrittig, dass das Ziel einer Zigarette immer sein wird, das Bedürfnis nach der nächsten Zigarette zu wecken. Die Nikotinabhängigkeit ist eine der stärksten und am schnellsten einsetzenden Abhängigkeiten überhaupt. Besonders wenn sie durch das Rauchen von Tabak ausgelöst wird. Dabei ist aber weniger der auf der Schachtel abgedruckte Wert des Nikotingehalts sondern der völlig unberücksichtigte und unveröffentlichte Wert des für den Körper verfügbaren Nikotins relevant. Denn Nikotin, dass gebunden ist und vom Körper nicht aufgenommen werden kann, ist weit weniger schädlich als solches, das durch Zusatzstoffe „aufgeschlossen“ wird und dann suchtverstärkend wirkt.

Damit neue Raucher überhaupt an das Produkt gewöhnt und gebunden werden, setzen viele Herstelle besonders auf Menthol, dass kühlend und schmerzlindernd wirkt. Dadurch kann der Rauch ohne Husten und Krächzen tief inhaliert werden und das Nikotin über die Lunge in den Körper gelangen. Je mehr Rauch und je tiefer dieser inhaliert wird desto mehr Nikotin kann im Körper seine suchtauslösende Wirkung ausüben. Daneben locken Zusatzstoffe wie Kakao, Honig und unzählige Aromen Jugendliche durch die Assoziation mit Süßigkeiten und täuschen so eine Ungefährlichkeit vor. Die Verbraucherschutzministerin von 1995 Renate Künast, auf deren Initiative diese Liste oder Datenbank erstellt wurde, sagte der BamS: „Das ist wie bei Alcopops: Jugendliche würde harter Stoff niemals schmecken – sie finden das Zeug nur genießbar, weil es pappsüß ist.“

Wenn Sie Interesse haben zu erfahren welche Zusatzstoffe dem Tabak einer bestimmten Zigarettenmarke beigemengt werden, können Sie hier recherchieren: Service.BMEL

Weitere Informationen z. B. unter STERN und Wikipedia

 

Nov
02

Darmkrebs

Die Felix-Burda-Stiftung wirbt in einem neuen TV-Werbespot für mehr Darmkrebs-Vorsorge. Darmkrebs ist, wenn er im Frühstadion erkannt wird, mit guten Chancen heilbar. Dennoch sterben in Deutschland nach Angaben der Stiftung ca. 26.000 Menschen im Jahr (d. h. ~72 Tote am Tag) an Darmkrebs; und nach neueren Forschungsergebnissen ist Darmkrebs häuft mit verursacht durch die veränderte Bakterienlandschaft in Mund und Darm durch Rauchen.

„Bei bestimmten Darmkrebs-Arten und bei Morbus Crohn wird vermutet, dass sie dadurch mit verursacht werden, dass die Zusammensetzung der Bakterien im Darm anders ist als bei gesunden Menschen.“ Anna Beerlink, DRadio Wissen

Quellen: http://dradiowissen.de/beitrag/rauchen-mehr-bakterien-im-rauchermund, http://www.felix-burda-stiftung.de/node/60

Apr
05

Zigarettenfilter? Die verrotten doch …

Nein, das tun sie eben nicht. Wikipedia kennzeichnet sie sogar als die größte Menge an achtlos weggeworfenem Müll und leider nur in der englischen Ausgabe lassen sich ausführliche Betrachtungen zum Problem „Kippe“ finden. So gibt es dort Hinweise auf Untersuchungen, nach denen eine Zigarettenkippe für vier Tage in einem Liter Frischwasser eingeweicht sowohl die sogenannten „Neuweltlichen Ährenfische“ als auch (Dickkopf-)Elritzen tötet; beide Fischarten werden zu Untersuchungen für Wasserqualität eingesetzt. Die gefilterten und dann gelösten Gifte gefährden also Wassertiere.

Auf Spielplätzen gefährden Zigarettenstummel kleine Kinder, die Dinge unbedacht in den Mund nehmen. Bei kleinen, leichten Kindern besteht akute Lebensgefahr durch das enthaltene Nikotin!

Weltweit werden jedes Jahr 5.600.000.000.000 (5,6 Billionen) Zigaretten produziert und größtenteils auch geraucht, geschätzt davon 4,5 Bio mit Filtern. Der größte Teil dieser Filter wird mit Zelluloseacetat-Fasern produziert. Bei der Umwandlung von Holzfasern (Zellulose) mit Acetaten wird eine effiziente Beständigkeit gegenüber Witterungseinflüssen erreicht. Deswegen kann aus Zelluloseacetat z. B. Stoff für Regenschirme, für Krawatten und andere Kunstseide-Kleidung hergestellt werden. Es wurde und wird für robuste Schraubendrehergriffe eingesetzt oder auch in LC-Displays. Nichts von den genannten Dingen verrottet, wenn man es in den Wald wirft – denn das ist der Sinn der Materialumwandlung. Warum aber glauben Menschen, dass Zigarettenfilter verrotten würden?

Um den Rauch in der Zigarette „hustenfreier“ zu machen und gleichzeitig die lästigen Tabakschnippsel aus dem Mund zu halten ist der Filter ideal – dadurch wird die Zigarette für mehr Menschen attraktiv. Und in den Zeiten aufkeimender Bedenken gegenüber Zigaretten und Ihrer Gefährlichkeit für Leib und Leben konnten die Konzerne die Zigarette und Ihren Rauch verharmlosen indem sie Wert auf das „gefiltert“ legten. Und auch wenn Teer und Feinstaub in geringen Maßen im Filter zurückbleiben gibt es keine wissenschaftlichen Belege, dass Filter das Rauchen nennenswert weniger gefährlich machen würde.

Und in den fünfziger Jahren war es sogar hochgefährlich Filterzigaretten der Marke KENT zu rauchen (aber auch irgendwie konsequent) – die Filter wurden eine Zeitlang aus dem Asbest Riebeckit (auch Krokydolitz) gefertigt.

Also bitte, liebe Raucher, werft Eure Zigarettenstumpen nicht einfach auf den Boden sondern entsorgt sie in Restmülltonnen – natürlich nachdem die Glut vollständig erloschen ist. Oder noch besser: nutzt heute die Chance ab sofort ein neuer Mensch zu sein – einer ohne Sucht!

Jul
24

Keime werden durch Rauchen stärker

(c) balder2111 / sxc.hu

Gefährliche Keime durch Tabakrauch noch gefährlicher

Es gibt noch keine Möglichkeit, eine Entzündung oder Infektion mit Antibiotika-resistenten Keimen zu therapieren. Einer dieser „Krankenhauskeime“ ist MRSA (Methicilin-resistenter Staphylococcus aureus), ein Superkeim der lebensbedrohend sein kann und gegen den momentan noch kein Kraut gewachsen ist.

In einer Untersuchung der University of California fanden Forscher heraus, dass besonders Raucher bedroht sind, wenn das Bakterium sie befällt. Denn die Resistenz der Keime nimmt zu, wenn sie Zigarettenrauch ausgesetzt sind. Die Studienleiterin Laura Crotty Alexander sagt dazu:

Wir haben bereits gezeigt, dass das Rauchen von Zigaretten das menschliche Atemsystem und die Immunzellen beeinträchtigt. Jetzt haben wir nachgewiesen, dass der Rauch die Bakterien stressen und sie aggressiver machen kann“

Im Versuch wurden Bakterien mit und ohne Tabakrauchkontakt den menschlichen Fresszellen im Blut (Markophagen) ausgesetzt. Die Makrophagen agierten durchwegs gleich, jedoch konnten sie sich gegen die „berauchten“ Krankheitserreger deutlich schlechter durchsetzen. Der Effekt hing auch von der Dosis ab: die Keime waren um so aggressiver und resistenter, je mehr Rauch sie vorher ausgesetzt waren. Und im Tierversuch mit Mäusen brachten diese mit Tabak „abgehärteten“ Keime  deutlich häufiger den Tod.

Die Forscher um Alexander gehen davon aus, dass der Rauch eine Verteidigungsreaktion im Bakterium auslöst und es daraufhin stärkere Zellwände aufbaut um gegen Angriffe (durch das Immunsystem) besser geschützt zu sein. Das bedeutet, dass Raucher doppelt gefährdet sind. Schon länger ist bekannt, dass Raucher ein erhöhtes Risiko für Infektionskrankheiten haben und dann auch noch (unbewußt und ungewollt) die bedrohenden Keime stärken.

Hören Sie noch heute auf zu rauchen und befreien Sie sich aus einer Sucht, die sie nie gewollt haben. Werden Sie suchtfrei und gesund; leben Sie lange und glücklich! Machen Sie noch heute den ersten Schritt zum Nichtraucher; die Sucht wird im Kopf geschlagen!

 

Q: Kurier.at

Apr
07

Raucht die Mutter bleibt das Baby zurück

In Bremen hat eine Studie von Psychologen jeweils 100 Kinder im Kindergartenalter von rauchenden und 100 Kinder von nichtrauchenden Müttern untersucht. Wie bei der existierenden Datenlage zu erwarten konnten die Wissenschaftler bei der Studie ermitteln, dass das Rauchen der Mutter die Entwicklung des Fötus nachhaltig stört. Bei der umfassenden Untersuchung der Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren wurden Psychomotorik, Artikulation, auditives Gedächtnis, Sprachverständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und bildhaftes Gedächtnis getestet.

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Geben Sie Ihrem Kind optimale Chancen für ein gesundes, erfülltes Leben und hören Sie noch vor der Schwangerschaft mit dem Rauchen auf – am besten heute.

Das Ergebnis zeigt, dass die Kinder mit in der Schwangerschaft rauchender Mutter in nahezu allen Bereichen hinter den anderen zurück geblieben waren. Besonders eklatant war der Unterschied der Leistungen bei Motorik, Sprache und Sprachverständnis, Rhythmus und auditivem Gedächtnis. In Deutschland ist noch immer jedes fünfte Kind (d. h. 20%) aufgrund des Rauchens der Mutter bereits im Mutterleib „indirekter Passivraucher“, so die Studienleiterin Julia Danielsson. Sie warnt auch: eine unschädliche Dosis gebe es nicht, d. h. jede einzelne gerauchte Zigarette schädige den Fötus.

Zu den Verschlechterungen der Startbedingungen für diese Babys führen vermutlich eine Vielzahl von Faktoren, neben der durchschnittlich schlechteren Durchblutung von Plazenta und damit schlechterer Versorgung des Embryos im Mutterleib sind auch Kohlenmonoxid und Nikotin im Blut der Mutter mit Verantwortlich. Welche anderen biochemischen, durch das Rauchen ausgelösten Abläufe darüberhinaus für die Schädigung der Frucht verantwortlich seien, sei noch nicht (ausreichend) erforscht. Q: Süddeutsche

Mrz
16

Tödlicher Tabak

In Deutschland sterben jährlich noch doppelt so viele Männer wie Frauen an typischen „Raucherkrankheiten“, an denen natürlich auch Passivraucher erkranken. Zu diesen Erkrankungen gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, COPD (Chronische Lungenerkrankung) oder Lungenkrebs. Bedenklich sind zwei Trends:

  • trotz sinkender Tabakverkaufszahlen steigt die Zahl der Todesfälle nach wie vortoedlicher-tabak_-sterbefaelle-1981-2010
  • die Zahl der betroffenen Frauen ist um über 180% gestiegen, hat sich also fast verdreifacht

Es fehlt in Deutschland auch an speziell auf (junge) Frauen ausgerichteten Präventionsmaßnamen und Ausstiegshilfen, die Frauen als Zielgruppe besonders ansprechen. Noch viel wichtiger ist es aber, endlich ein umfassendes Tabakwerbeverbot in Deutschland durchzusetzen. Während in Großbritannien das Plain-Packaging (also die werbefreie Zigarettenschachtel, eine Einheitsverpackung für alle Marken) vor der Einführung zu stehen scheint, bleiben in Deutschland Großflächenplakate für Tabak & Zigaretten erlaubt.

Quelle: DESTATIS

 

Jan
27

Die radiaktivsten Orte auf unserer Erde

Bitte bis zum Ende ansehen.

Dez
17

In sechs Sekunden überzeugter Nichtraucher …

Ob das geht? Hm, naja, auf jeden Fall ist es nicht schlecht, zu sehen was man ohnehin schon weiß: Rauchen zerstört systematisch die Lunge.

Das Video zeigt die mit Druckluft aufgeblasenen Lungen eines Nichtrauchers und eines Rauchers. Augenfällig sind neben der schwarzen Farbe vor allem die stark verminderte Elastizität, also das eingeschränkte Lungenvolumen.

Vielen Dank für dieses Tolle Video an Devon Arbelo.

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Aug
28

Eine Welt ohne legalen Tabak

In einer mit „Besser wir!“ betitelten Pressemitteilung schreibt der Konzern British American Tobacco: „Jugendliche sollen nicht rauchen“. Der erste Absatz ist voll von Versprechungen, dass man alle gesetzlichen Forderungen einhalten und vorbehaltlos („ohne Wenn und Aber“) jede Form von Jugendschutz unterstützen wolle. Der zweite Abschnitt stellt klar, dass auch andere Tabakkonzerne sich an die deutschen Richtlinien halten. Sie verharmlosen schon hier: „Verantwortung als Hersteller eines legalen Genissmittels, welches unbestritten gesundheitliche[n] Risiken hervorrufen kann“ – nein, sie sind Händler eines todbringenden und schnell süchtig machenden Produkts.

Und ab jetzt wird es hanebüchen … lesen Sie selbst:

„Was wäre aber, würde es die legalen Tabakunternehmen wie British American Tobacco nicht geben? Würde das die Verbraucher davon abhalten zu rauchen? Nein! Unser Platz würde eingenommen von illegalen Händlern, hinter denen kriminelle, oft mafiöse Strukturen stecken. Auf dem internationalen Schwarzmarkt für Tabakprodukte gab es im Jahr 2012 über 660 Milliarden Verkaufsakte. Die Geldströme ließen sich in vielen Fällen sogar zu terroristischen Organisationen zurückverfolgen.

Wer legale Tabakunternehmen angreift und mit weiteren Restriktionen droht, sollte sich folgende Fragen stellen:

  • Wären Kriminelle bereit, viele Millionen Euro in Produktqualität
    und Kontrolle zu investieren?
  • Läge illegalen Produzenten das Wohl von 100.000 mit Britisch
    American Tobacco vertraglich verbundenen Tabakpflanzern am
    Herzen? Würden Kriminelle ihnen faire Preise zahlen, von denen
    die Farmer sich und ihre Familien ernähren können?
  • Kämen bei einem Schwarzmarktverkauf von Zigaretten jährlich fast
    150 Milliarden Euro Steuern zusammen? Geld, das Staaten u.a. in
    Bildung, Soziales und Infrastruktur investieren?
  • Hätten Kriminelle ein Interesse, mit Hochdruck und
    Millionen-Investitionen nach weniger riskanten Tabakprodukten
    oder E-Zigaretten zu forschen, die ein geringeres
    Gesundheitsrisiko bergen?
  • Und vor allem: Würde es Schwarzmarkthändler interessieren, ob
    ihre „Kunden“ Jugendliche und Kinder sind?

Bas Tonnaer – Leiter Industriepolitik und Öffentlichkeitsarbeit bei British American Tobacco in Deutschland: „Die Tabakindustrie ist zweifellos eine umstrittene Branche – unsere Produkte stellen ein Risiko für die Gesundheit dar. Und gerade weil wir wissen, dass wir Produkte verkaufen, die mit ernst zu nehmenden gesundheitlichen Risiken verbunden sind, ist es umso wichtiger, dass wir das verantwortungsbewusst tun. Sonst täten es andere…“

Lobby vs. Wahrheit

Und der letzte Satzteil ist für mich ausschlaggebend für den ganzen Lobby-Unsinn, der da verzapft wird (von einer Dame namens Karin Schlömer verantwortet). „Sonst täten es andere …“ … ja klar, die Sucht der aktuellen Raucher würden andere, z. B. illegale Tabakkonzerne, Tabakschmuggler und dann illegale Händler, stillen. Aber wäre Tabak illegal, …

  • würden sehr viele Menschen gar nicht erst anfangen zu rauchen
  • würden sehr viele Menschen schnell aussteigen, weil sie es sich nicht vorstellen könnten, illegale Produkte zu kaufen und damit straffällig zu werden
  • würde Tabakwerbung kaum noch Kinder und Jugendliche dazu verführen, in die Sucht einzusteigen
  • würden kaum noch Menschen durch das Einatmen von Passivrauch oder durch Nitrosamine u. ä. Gifte verletzt werden (da es ja illegal wäre zu rauchen)
  • würden Zigarettenautomaten aus dem Straßen- und Kneipenbild verschwinden und damit kostenlose, omnipräsente Tabakwerbung
  • verblieben 150 Milliarden Euro (s.o.) jährlich allein an Steuern in den Taschen der Konsumenten und könnten den Binnenkonsum kräftig ankurbeln – zudem blieben die gesamten Umsätze der Tabakkonzerne (ca. 50 Mrd bei der Tatsache, dass etwa 75% jeder verkauften Schachtel auf Tabaksteuer und Mehrwertsteuer entfallen) und ein irrer Batzen Geld für plötzlich wegfallende Gesundheitsleistungen
  • würden Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt endlich in die Schule zu gehen können statt auf Tabakfeldern zu schuften und an der heimtückischen Green Tobacco Illness zu erkranken
  • gäbe es keine Diskriminierung mehr von Rauchern oder Nichtraucher (z. B. in Gaststätten) – denn ab dem Zeitpunkt wären ja fast alle Nichtraucher

Was wäre eine Welt ohne legale Tabakkonzerne? Frei!

Jun
17

Deutschland ist abhängig.

Wer innerfamiliär oder im Bekanntenkreis mit Suchterkrankungen konfrontiert ist und sich um die Bekämpfung der Sucht oder besser um die Befreiung des Menschen bemüht, merkt schnell, wie schwierig der Kampf gegen Drogen des Kopfes und des Körpers im Kleinen ist. Wie gelingt es aber im Großen, Süchte zu verhindern, zu Bekämpfen und vielen hundert, vielen tausend Menschen ein selbstbestimmtes und freies Leben zu ermöglichen.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS) analysiert im „Jahrbuch Sucht“ die gefährlichsten Süchte der Deutschen und gibt Handlungsanweisungen vor allem für die Politik. Im Jahrbuch Sucht 2014 kommt die DHS zu dem Schluss, dass Rauchen und Trinken die höchsten Risikopotentiale und Hauptursache für den verfrühten Tod der Menschen in Deutschland sind:  „Tabak ist nach wie vor die Ursache Nr. 1 für vorzeitiges Sterben, Alkohol auf Platz 3 steht dem kaum nach – und auch Bluthochdruck (Platz 2) ist eng verbunden mit dem Konsum der beiden legalen Drogen.“ Die Warnung ist eindeutig, „noch immer rauchen 34% der 18- bis 64-jährigen Männer und 26,2% der 18- bis 64-jährigen Frauen. 42% der Männer und 26% der Frauen sind mindestens einmal pro Woche Passivrauch ausgesetzt. Risikofreie Konsummengen gibt es weder für Alkohol noch für Tabak. Es gilt die einfache Regel: Je mehr konsumiert wird, desto höher steigt das individuelle Risiko, zu erkranken oder vorzeitig zu sterben.“

die DHS bietet aber direkt einen Lösungsweg an, der von allen namhaften Krebsforschern, Nichtraucherschützern und Ärzten so oder so ähnlich schon seit Jahren gefordert wird: „Es gibt effektive und kostengünstige Präventionsmaßnahmen, die Gesundheit und Leben hunderttausender Menschen schützen können. Deren Umsetzung lässt allerdings weiterhin auf sich warten, wie die traurige Platzierung Deutschlands in der aktuellen Tabak-Kontroll-Skala zeigt: Platz 33 unter 34 Ländern (OECD 2014). Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen fordert seit langem eine umfassende Präventionsstrategie ähnlich der Internationalen Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle übrigens ein Dokument, das Deutschland unterzeichnet hat und dessen vollständige Umsetzung noch immer auf sich warten lässt. Wesentliche Bestandteile einer wirkungsvollen Prävention sind:

  • Preisanhebung durch Steuererhöhungen
  • Zeitliche Begrenzung des Verkaufs
  • Effektive gesetzliche Regulierungen der Werbung
  • Zufallskontrollen der Promille im Straßenverkehr
  • Maßnahmen zur Früherkennung und Frühinterventionen in der Gesundheitsversorgung

Nun könnte man sich fragen, was man selbst als Nichtraucher und Nichttrinker damit zu tun hat. Nun ja, jeder Geldbeutel ist betroffen. Jeder Mensch subventioniert die Sucht der anderen mit nicht unerheblichen Mitteln, bezahlt einen Teil jeder Zigarette, jedes Schnapses mit: „33,6 Mrd. Euro volkswirtschaftlichen Folgekosten des Tabakkonsums stehen 14,1 Mrd. Euro Einnahmen aus Tabaksteuern gegenüber“ – gleichzeitig wird dadurch deutlich, dass das Märchen von den sprudelnden Tabaksteuern genau das ist und bleiben wird: ein Märchen. Ähnlich beim Alkohl: „Volkswirtschaftlichen Folgekosten von 26,7 Mrd. Euro stehen 3,28 Mrd. Euro Einnahmen aus Alkoholsteuern gegenüber“.

Noch nicht überzeugt? Treffend und richtig argumentiert die DHS etwas später im Dokument: „Die Argumentationsstrategien der drei großen Branchen – Tabak, Alkohol und Glücksspiele – ähneln sich stark. Doch stellt sich die Vielzahl der vorgebrachten Argumente als nicht haltbar heraus, wenn sie mit den Befunden der Forschung konfrontiert wird:

  • Die beworbenen Produkte sind weder harmlos noch die problematischen Folgen gering. Zutreffend ist: Kurzfristiger Genuss wird mit langfristigeren Problemen erkauft. Regelmäßige Konsumenten von Suchtgütern sind wesentlich von Suchtproblemen betroffen. Um positive wirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen, sind Anbieter auf suchtkranke Menschen, auf intensiven, schädlichen Konsum angewiesen.
  • Gewinnerzielungsabsicht und Suchtprävention widersprechen sich. Die Anbieter können diesen Konflikt nicht von innen durch Selbstverpflichtungserklärungen lösen. Zutreffend ist: Werbung dient der Gewinnung von Neukunden. Ein hoher Konsumentenanteil an Kindern und Jugendlichen ist wirtschaftlich vorteilhaft für die Suchtgüterindustrie. Heranwachsende werden in ihrer verwundbarsten Lebensphase von der Industrie angesprochen und zum Konsum der gefährlichen Produkte verleitet. Bindende staatliche Regulierungen sind unverzichtbar.
  • Regulierung kostet keine Arbeitsplätze und keine Steuergelder. Zutreffend ist: In der Nettobetrachtung führt ein Marktrückgang im Bereich der Suchtgüter zu keinen Arbeitsplatzverlusten. Das Geld wird an anderer Stelle ausgegeben, so dass dort Arbeitsplätze entstehen. Sinkenden Steuereinnahmen bei einer Begrenzung der Suchtgüterindustrie stehen ungleich höhere Entlastungen der öffentlichen Hand gegenüber, so dass insgesamt für den Einzelnen und den Staat eine Ersparnis zu verzeichnen ist.“

Quelle: http://www.dhs.de/ und dort die Dokumente: http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/2014-04-16_PM_Legale_Suchtmittel.pdf, http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/2014-04-16_PM_Public_Relation.pdf, http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/2014-04-16_PM_Daten_und_Fakten.pdf sowie die Einzelseiten zu den Daten und Fakten zu Tabak, Alkohol usw.

 

Apr
24