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STOP Marlboro

logoshadow_400Unterstützt die Kampagne STOP Marlboro und damit die jugendgefährdende Kampagne „Be Marlboro“ die in über 60 Ländern dazu führt, dass mit perfiden Mitteln neue Süchtige generiert werden. Unter www.stopmarlboro.org könnt Ihr schlimme Beispiele finden, mit welchen, genau auf junge Menschen zugeschnittenen Marketinglügen (Motive sind z. B. junge sexy Mädchen, Party und Abenteuer) Jugendliche auch unter 18 in eine aus Konzernsicht möglichst lebenslange „freiwillige“ Abhängigkeit gebracht werden sollen. Dass durch das Rauchen Krankheiten wie Lungenkrebs, COPD, Amputationen wegen Durchblutungsstörungen usw. ausgelöst werden können, ist allen Beteiligten Werbern bewusst und trotzdem ist die Gier stärker.

Es ist für jeden Menschen schwierig, den unmittelbar eintretende Zigarettenkonsum mit Krankheiten in Verbindung zu bringen, die in 20 oder 30 Jahren eintreten. Deswegen ist die Aufklärung bei Jugendlichen, die noch stärker als Erwachsene im Jetzt leben (Beispiel: Rentenversicherung), auch enorm schwierig und Werbung, die auf das Jetzt ausgerichtet ist, kommt bei dieser Zielgruppe sehr gut an. Darauf baut die MayBe-Kampagne mit Motiven wie MAYBE I WILL PARTY ALL NIGHT oder MAYBE NEVER FELL IN LOVE.

Unterzeichne noch heute die Petition auf www.stopmarlboro.org

Mai
06

Besserer Nichtraucherschutz in Frankreich

Nach England (unser Bericht) will nun auch Frankreich seine Kinder vor Passivrauch besser schützen. Das Rauchen in Autos soll verboten werden, wenn Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit an Bord sind.

Frankreich geht aber noch deutlich weiter und auch deutlich über den ursprünglichen Gesetzesentwurf hinaus. Ursprünglich sollte das Rauchen nur bei Mitfahrern unter 12 Jahren unter Strafe gestellt werden. Außerdem hat die französische Nationalversammlung beschlossen den Verkauf von Zigaretten in der Nähe von Schulen zu verbieten und ab Mai 2016 sollen Zigaretten nur noch in standardisierten Verpackungen zu haben sein. Kurz nach dem irischen und dem englischen Beschluss (unser Bericht zu England, unser Bericht zu Irland) ist also auch Frankreich auf dem Weg zum Plain Packaging!

Nach Angaben der französischen Gesundheitsministerin Marisol Touraine in Ihrer Rede vor dem Parlament würden besonders Jugendliche und Frauen von hübschen Verpackungen beeinflusst. Nach Ihren Angaben sterben in Frankreich jedes Jahr 73.000 Menschen durch die Folgen des Tabakkonsum (das entspricht also 200 Menschen pro Tag!). Sie hofft, dass wie in Australien die Raucherzahlen binnen eines Jahres durch diese Maßnahme um 3% sinken. In Frankreich rauchen derzeit etwa 33% der über-15-Jährigen.

Q: Focus

Apr
07

Neue Erkenntnisse zur E-Zigarette

In Südkorea (und der halben Welt) passiert, was wir ungeschönt als gigantischen „Menschenversuch“ bezeichnen. Die E-Zigarette wird auf ihre Gefährlichkeit und auf langfristige Auswirkungen auf den Menschen getestet; am Menschen. Nun wurden neue Studien am lebenden Objekt angefertigt und sie besagen nichts gutes.

US-Amerikanische Mediziner berichten in Ihrer Studie (VÖ Journal of Adolescent Health 2013; doi:10.1016/j.jadohealth.2013.11.003) über das Nutzungsverhalten von südkoreanischen Jugendlichen. Diese würden immer häufiger zur beabsichtigten Tabakentwöhnung zur E-Zigarette greifen. Dafür sind nicht zuletzt die Duft- und Zusatzstoffe in den Liquids, also den Flüssigkeiten die in den zigarettenförmigen Inhalationsgeräten zerstäubt oder verdampft werden, verantwortlich. Im Jahr 2008 hatte weniger als 1% der jungen Südkoreaner das E-Rauchen ausprobiert, 2011 waren es bereits 9%.

Das bestürzende Ergebnis war, dass viele, die eigentlich umsteigen oder umsteigen und dabei aufhören wollten, sowohl E-Liquids als auch konventionelle Tabakzigaretten genutzt haben – und häufig sogar mehr Zigaretten als vor dem Griff zur E-Zigarette rauchten. Dieses Ergebnis wird auch von zwei weiteren Studien gestützt: „In einer Studie in PLoS ONE (2013; 8: e66317) waren nach 52 Wochen weniger als 9 Prozent der Raucher abstinent. In einer Vergleichsstudie im Lancet (2013; doi: 10.1016/S0140-6736(13)61842-5) schafften gerade einmal 7 Prozent den Schritt, und die E-Zigaretten erzielten hier keine bessere Wirkung als Nikotin-Ersatzpflaster.“ (1 Ärzteblatt)

Die britische Zeitung „The Standard“ berichtet außerdem online darüber, dass das englische Krebsforschungszentrum (Chancer Research UK) davor warnt, dass Jugendliche immer mehr in den Fokus der Werbung für E-Zigaretten geraten². Durch Sponsoring und den gezielten Einsatz von Stars als Werbebotschaftern vor allem in den Social Media-Plattformen wie Facebook und Twitter. Die Forscher untersuchten mehr als 1.000 Werbebotschaften in den Internetplattformen, flankierend zu Jugend-Events wie Open-Air-Konzerten und auf belebten öffentlichen Plätzen. Alison Cox, der die Tabak-Sparte beim Cancer Research UK vertritt sagte: “There’s evidence in the report – particularly on social media – of e-cigs being promoted as cool and the latest thing and applying all the kings of marketing ploys that would be used to attract a youth market, including involving pop stars, computer games and one e-cig company evening sponsoring a football youth team’s strip.” Er warnt also davor, dass E-Zigaretten für Jugendliche ungefährlich wirken müssen, sie werden schließlich mit direkt für sie zugeschnittener Werbung geschickt platziert.

Professor Gerard Hasting, ein Co-Autor dieser Studie sagte: “But the market is looking to make money, not improve public health, and this is creating many dangers.“ Die Hersteller versuchen also keinesfalls die Gesundheit der Gesellschaft (z. B. durch Tabakentwöhnung) zu verbessern, es geht ihnen einzig und allein um Geld. Und wenn Geld verdient werden kann fallen schnell alle Grenzen …

Quellen: 1 http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/56716/E-Zigaretten-koennten-zur-Sucht-verleiten, 2 http://www.standard.co.uk/news/health/ecigarette-companies-targeting-children-on-facebook-and-twitter-says-report-8966226.html

Nov
28

Nichtraucherschutz kommt an

Jugendliche rauchen später und weniger Jugendliche als früher konnten von der Werbung überzeugt werden, dass Rauchen „etwas bringt“. Zum Weltdrogentag am 26. Juni 2013 veröffentlichte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) neue Zahlen zum Rauchen und zum ersten Mal auch Zahlen zur E-Zigarette und deren Nutzung.

Während 2001 noch über 27 % der 12 bis 17jährigen rauchten sind es heute noch gut 12 %. Zwischen 18 und 25 Jahren rauchen auch weniger Menschen als noch Anfang des Milleniums, ein gutes Drittel der Jugendlichen fiel trotzdem auf die Werbeversprechen der Tabakindustrie und schlechte Vorbilder herein.

Sehr erfreulich ist, dass die Nieraucher-Quote, also die Zahl derer, die niemals eine Zigarette konsumieren, bei den jungen Erwachsenen von 23 % auf über 32 % gestiegen ist und nun fast so hoch liegt, wie die der Raucher: 35,2 % (2001: 44,5 %).

„Die aktuellen Zahlen zum Rauchverhalten junger Menschen gehören zu den niedrigsten, die wir seit Beginn unserer Studien erhoben haben. Nichtrauchen ist über die letzten Jahre für Jugendliche zu einer gesellschaftlichen Norm geworden. Besonders erfreulich ist dabei auch, dass sich der Trend zum Nichtrauchen bei den jungen Erwachsenen kontinuierlich fortsetzt“, sagt Professor Dr.  Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). „Die Zahlen bestätigen, dass Tabakprävention auch zukünftig weiter in Schulen implementiert werden muss, um alle sozialen Schichten zu erreichen.“

Erstmalig legt die BZgA auch Zahlen zur Verbreitung der E-Zigarette unter jungen Menschen vor: Während der Bekanntheitsgrad der E-Zigarette mit 78,4 Prozent bei den 12- bis 17-Jährigen und 91,9 Prozent bei den 18- bis 25-Jährigen zwar hoch ist, ist der Konsum jedoch weit weniger verbreitet. Von den 12- bis 17-Jährigen haben 9,1 Prozent, von den 18- bis 25-Jährigen 18,4 Prozent in ihrem Leben schon einmal eine E-Zigarette konsumiert. Mehr männliche als weibliche Jugendliche und junge Erwachsene haben von der E-Zigarette gehört und sie auch bereits einmal probiert.

Quelle: http://www.bzga.de/presse/pressemitteilungen/?nummer=835

Jun
26

Tabakwerbung in Nürnberg? Nein Danke.

Ende 2012 auf einem Platz zwischen der Georg-Simon-Ohm Hochschule und der Maria-Ward-Schule, eine private, staatlich anerkannte Mädchenschule, in Nürnberg: Eine französisch auftretende Zigarettenmarke (die in Deutschland durch den Tabakkonzern REEMTSMA vertrieben wird) stellte eine mobile Litfaßsäule auf und verkaufte daraus Crêpes und wirbt mit Gewinnspielen.

Gemäß dem „Vorläufigen Tabakgesetz“ gilt in Deutschland ein Werbeverbot für Tabakprodukte deren Zielgruppe Kinder und Jugendliche unter 21 Jahren ist. Der Stand an dieser Stelle und in dieser Art und Weise nimmt aber besonders junge Studierende und Schülerinnen und Schüler ins Visier. Sowohl Standort als auch der „Verkauf“ der dünnen, süßen Pfannkuchen ist eindeutig an ein jugendliches, weibliches Publikum ausgerichtet – wie oft sieht man ältere Herren an diesen Ständen anstehen?

Eine Studentin beschwerte sich daraufhin beim Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg und informierte die Nichtraucherinitiativen „Forum Rauchfrei“ und „Pro Rauchfrei“. Durch die Proteste überprüfte die Stadt die Genehmigung, konnte die bereits erteilte Erlaubnis aber nicht wieder zurückziehen. Der Veranstalter war allerdings offensichtlich um Schadensbegrenzung bemüht und verzichtete von sich aus auf eine Fortführung der über Monate im voraus genehmigten Werbemaßnahmen in ganz Nürnberg. Künftig will die Stadt eigenen Aussagen zufolge keine derartigen Werbeaktionen auf öffentlichen Flächen mehr genehmigen – vor allem auch um in der momentan unsicheren Gesetzeslage immer auf der sicheren Seite zu sein.

>>Für die Initiative „Forum Rauchfrei“ ist das ein Erfolg. „Wir haben uns sehr darüber gefreut. Nürnberg ist damit die erste Stadt in Deutschland, die so vorgeht, und wir hoffen, dass andere Städte jetzt nachziehen“, erklärt Johannes Spatz.<<

 

Quelle: http://www.nordbayern.de/nuernberger-zeitung/nurnberg/nurnberg-will-keine-tabak-werbestande-1.2673756

Mai
13

MAYBE CANCER

Tabak-Kampagne für Jugendliche

NEVER FALL IN LOVE WITH MARLBORO!

Die große Kampagne von Marlboro ist zurück: MAYBE

Und wir sind erschüttert: Nachdem der Werberat die Kampagne abgemahnt und der Konzern die Plakate zurückgezogen hatte (wir berichteten), hat der Konzern in unseren Augen nur ein Jahr pausiert und die Plakate sind jetzt wieder da. Aber sind sie deshalb auch weniger für Jugendliche als Zielgruppe? Nein, ganz deutlich und für jeden erkennbar ist auch die neue Auflage eindeutig in der Lage junge Menschen zum Rauchen zu verführen.

Dieses Bild prangt groß auf unzähligen Plakaten rund um Nürnberg. Es zeigt zwei junge Erwachsene (sicher, die sind vermutlich über 18) und der Slogan dazu lautet: A MAYBE NEVER FALL IN LOVE. In welchem Alter ist man wohl auf Partnersuche und dabei unsicher und für jeden Rat wie die Suche erfolgreicher klappen könnte empfänglich? Mit 80? Oder eben doch zwischen 15 und 20? Und welchen Bestandteil an der Liebe hätten wohl Zigaretten?

Wir appelieren an den Werberat dieses Mal nicht nur eine Abmahnung sonder eine Strafe zu verhängen – wie kann es sein, dass diejenigen, die sich nicht gegen die Werbemanipulationen wehren können, für lange Jahre abhängig von einem überflüssigen und gesundheitsgefährlichen Produkt gemacht werden?

Jan
29

2.500 £ Strafe für Zigarettenautomaten

Mit umgerechnet bis zu 2.500 £ Strafe muß seit 01. Oktober 2011 in England jeder rechnen, der Zigarettenautomaten betreibt oder auf Automaten für Rauchwaren wirbt. Das kontrovers diskutierte Gesetz gilt seit letztem Samstag nur in England, in anderen Teilen des Königreichs werden die Regelungen später folgen.

Ziel der Gesetzinitiative ist es – wie überall in Europa mit unterschiedlichen Mitteln angegangen – Jugendliche vor einer gesundheitlich dramatischen, oft lebenslänglichen Sucht zu bewahren, die enorme ökonomische Folgen für die Staatskassen hat. Ungeachtet der Behauptungen, ohne die Einnahmen aus der Tabaksteuer würden ganze Staaten Pleite gehen oder die Renten nicht länger bezahlt werden können u. ä.,  ist Rauchen sowohl für die Kranken- als auch für Pensions- und Rentenkassen zumindest langfristig ein „Draufzahlgeschäft“.

In Großbritannien, so das Gesundheitsministerium, habe praktisch jeder aktive Raucher mit dem Tabakkonsum vor seinem 18. Geburtstag begonnen. Der Verkauf an Jugendliche ist verboten und die Schätzungen gehen davon aus, das jedes Jahr ~35 Millionen Zigaretten illegal über Automaten an Minderjährige abgegeben worden sein. Den Umweg über das „Deutsche System“ mit Verifikation des Alters am Automaten war den Engländern wohl – nachvollziehbarerweise – zu leicht zu umgehen.

In naher Zukunft greift die Gesellschaft sogar noch viel radikaler in die vermeintliche „Selbstbestimmung“ der Bürger ein. Nach diesem Gesetz und dem bereits eingeführten Rauchverbot in Pubs und Gastwirtschaften sollen künftig auch Ladengeschäfte gänzlich ohne sichtbare Werbung für oder sichtbare Plazierung der Tabakprodukte selbst auskommen müssen: Wer meint zu rauchen, kann, aber keinerlei Verführung durch Werbung, ist der Hintergedanke. Auf diesem fußt auch die politische Debatte darüber, ob die Hersteller ihre Zigaretten künftig nur noch in neutralen Verpackungen ohne Werbebotschaft und großer Gesundheitswarnung abgeben dürfen.

Okt
05

Anti-Rauch Kampagnen zeigen Wirkung

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Berlin teilt mit: immer weniger Jugendliche greifen zu Zigaretten. Gemäß einer aktuellen bundesweiten Studie gilt Rauchen unter Jugendlichen nicht mehr als „cool oder erwachsen“ sondern vielmehr als „out“. „Der Gruppenzwang ist zurückgegangen. […] Man muss nicht mehr Rauchen, um dazuzugehören.“, bringt es der Profzheimer Stadtjugendring-Chef Hartmut Wagner auf den Punkt.

Laut der Studie greifen noch 13 % der Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren zur Zigarette – der niedrigste Stand seit 30 Jahren. Der Anteil der rauchenden jungen Menschen habe sich seit 2001 bis heute mehr als halbiert. Damals gab es noch 28 % jugendliche Raucher. Das Geschlechter-Gleichgewicht ist dabei leicht gekippt – vor zwei Jahren waren noch 16 % der Mädchen und 15 % der Jungen Raucher, heute sind es zwölf Prozent zu 14 %, also mehr männliche Raucher. Das Rauchverhalten der Jugendlichen lässt sich aber durchaus differenzieren. So rauchen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten deutlich weniger als Schüllerinnen und Schüler in Haupt-, Real- oder Gesamtschulen.

In der nächsten Altersgruppe – bei den 18- bis 25-Jährigen rauchen leider noch immer 38 %, auch wenn das einen Rückgang um fünf Prozent seit 2008 bedeuted. Die erste Zigarette rauchen Jungs und Mädchen durchschnittlich mit 14 Jahren. Der etwas nach hinten verschobene Rauchbeginn wird von der BZgA als Erfolg der eigenen Aufklärungsarbeit und Prävention gewertet. Aber auch der Bewusstseinswandel in der Gesellschaft wird als Grund gewertet.

Dazu erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans: „Der weitere Rückgang des Rauchens bei Jugendlichen zeigt, dass es langfristig gelungen ist, Kinder und Jugendliche mit den Maßnahmen der Tabakprävention zu erreichen. Er bestätigt zudem, dass es einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft zum Nichtrauchen gibt. Damit sich der rückläufige Trend weiter festigt und immer weniger Menschen mit dem Rauchen beginnen, müssen wir die präventiven Maßnahmen bei Kindern und Jugendlichen weiter fortsetzen und ausbauen.“

Die BZgA-Direktorin Elisabeth Pott sagt dazu: „Nichtrauchen hat sich in unserer Gesellschaft fest etabiliert.“

Quellen: http://www.bzga.de/presse/pressemitteilungen/?nummer=652, http://www.pz-news.de/Home/Nachrichten/Pforzheim/arid,251816_puid,1_pageid,17.html

Feb
25

Be smart – don’t start: Tabakprävention funktioniert

Der internationale Wettbewerb zum Nichtrauchen in Schulklassen „Be Smart – Don’t Start“ ist wirksam und sorgt dafür, dass Schüler langfristig seltener zur Zigarette greifen. Jugendliche, die sich mit ihren Klassen an dem Wettbewerb beteiligten, wissen zudem mehr über die Folgen des Rauchens. Das zeigt eine Studie mit 84 Schulen in Sachsen-Anhalt. Publiziert wurde sie im Journal of Epidemiology and Community Health (2010;64: 202-208).

„Be Smart – Don’t Start“ ist das in Deutschland am weitesten verbreitete Programm zur Prävention des Rauchens für Schüler. Im Schuljahr 2010/2011 stellen sich 10.550 Schulklassen aus allen deutschen Bundesländern der Herausforderung und wollen vom 15. November bis zum 29. April 2011 rauchfrei bleiben.

Der Wettbewerb wird gefördert durch die Deutsche Krebshilfe, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die AOK, die Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Lungenstiftung sowie durch weitere öffentliche und private Institutionen.

Zu Beginn der Studie gelegentlich rauchende Schüler, die am Wettbewerb teilgenommen haben, rauchen unmittelbar und ein halbes Jahr nach Wettbewerbsende seltener als Jugendliche ohne Teilnahme.

„Be Smart“-Schülerinnen und -Schüler werden im Vergleich zu Mitschülern ohne Wettbewerbs-Teilnahme über den gesamten Studienzeitraum viel seltener zu regelmäßigen Tabakkonsumenten. Diese Auswirkungen auf das Rauchverhalten konnten durch eine wiederholte Wettbewerbsteilnahme im darauf folgenden Schuljahr stabilisiert werden, so die Ergebnisse der Studie.

„Jede dritte Krebserkrankung in Deutschland ist auf das Rauchen zurückzuführen. Wir wollen dazu beitragen, dass junge Menschen gar nicht erst mit dem Rauchen beginnen“, sagte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, die die Studie finanziert hat.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=43835&src=suche&p=rauchen

Jan
05

Bunte Zigarettenschachteln verführen zum Tabakkonsum

Zur Bekämpfung des Tabakkonsums haben deutsche Krebsforscher ein Verbot bunter Zigarettenverpackungen gefordert. Einheitliche graubraune Packungen sowie abschreckende Bilder auf den Zigarettenschachteln könnten helfen, dass vor allem weniger Jugendliche mit dem Rauchen anfangen, erklärte Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) heute in Heidelberg.

Das sei eine einfache Strategie gegen die „permanente, unterschwellige Werbung“. Nachdem der Tabakindustrie einige wichtige Werbekanäle wie Fernsehen, Radio und Printmedien wegen des Werbeverbots nicht mehr zur Verfügung stünden, seien die Verpackungen zu einem immer wichtigeren Werbeträger geworden, betonte die Expertin.  

Derzeit sind Tabakverpackungen in Deutschland lediglich mit schriftlichen Warnhinweisen wie „Rauchen kann tödlich sein“ oder „Rauchen lässt Ihre Haut altern“ versehen. Die Wirksamkeit dieser Warnhinweise werde jedoch durch die Werbung und das Design der Zigarettenschachteln erheblich abgeschwächt, erklärte der Rechtsexperte Tobias Effertz von der Universität Hamburg anlässlich einer Konferenz für Tabakkontrolle in Heidelberg.

Er verwies auf Studien, wonach Kinder und Jugendliche eher mit dem Rauchen beginnen und daran festhalten, je mehr sie mit Tabakwerbung in Kontakt kommen. Deshalb sei es dringend nötig, die Tabakwerbung weiter einzuschränken. Im November hatte bereits die britische Regierung ein Verbot bunter Zigarettenschachteln angekündigt.  

Pötschke-Langer forderte zugleich ein EU-weites Verbot der Zusatzstoffe in Zigaretten, wie es beispielsweise bereits in Kanada durchgesetzt worden sei. Frucht- oder Schokoladenaromen machten Zigaretten insbesondere für junge Menschen attraktiver. Andere Substanzen erleichterten das Rauchen, indem sie das unangenehme Kratzen im Hals beim Inhalieren linderten.

Dadurch würden schon Kinder zum Rauchen verführt. Zudem würden Raucher dazu verleitet, den Rauch tiefer zu inhalieren. Es gerieten mehr giftige und krebserregende Substanzen in den Körper, und auch das Suchtpotenzial steige.

Insbesondere Menthol mache den Forschern große Sorgen. Der Rauch werde durch diesen Zusatzstoff besonders tief inhaliert. Zudem stehe Menthol in Verdacht, in Kombination mit Nikotin ebenfalls süchtig zu machen, warnte die Expertin.

Pötschke-Langer zeigte sich optimistisch, dass das Verbot der Zusatzstoffe und die einheitliche Verpackung in den nächsten fünf Jahren EU-weit durchgesetzt werden können. Sie rief die Verbraucher zugleich dazu auf, am öffentlichen Konsultationsverfahren zur künftigen EU-Tabakproduktrichtlinie teilzunehmen, das noch bis zum 17. Dezember läuft.

Das DKFZ warnte zugleich davor, das derzeit in der EU geltende Verbot des schwedischen Tabakprodukts Snus aufzugeben. Snus besteht aus Tabak, dem Aromen, Salze und andere Stoffe zugesetzt werden. Die kleinen Päckchen werden zwischen Lippe und Zahnfleisch geklemmt und gelutscht. Snus sei ein gefährliches Produkt, das genauso abhängig machen könne wie Zigaretten, warnte die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stabsstelle Krebsprävention, Katrin Schaller.

Zudem erhöhe es das Risiko, an Mundhöhlen-, Speiseröhren- oder dem besonders tückischen Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=43842&src=suche&p=rauchen

Jan
05