Nie wieder Tabak

Weltnichtrauchertag am 31. Mai

In diesem Jahr steht die Aktion der Deutschen Krebshilfe und dem Aktionsbündnis Nichtrauchen e. V. (ABNR) zum Weltnichtrauchertag unter dem Motto: „Rauchen kostet. Nichtrauchen kostet nichts!“. Denn neben den immensen persönlichen Kosten für jede Schachtel Zigaretten (bei einer Schachtel täglich 1.800 € / Jahr) kostet das Rauchen auch die Gesellschaft Geld in Form von Krankheit (>25 Mrd € / Jahr), Arbeitsausfällen und Rente (zusammen mehr knapp 54  Mrd € / Jahr) aber auch die ökologischen Kosten im Anbau, der Herstellung und nicht zuletzt auch bei der Entsorgung sind gigantisch. Vor allem aber kostet Rauchen in Deutschland auch immer noch über 120.000 Menschen pro Jahr das Leben, d. h. jeder siebte Todesfall ist auf Tabak und seine Folgen zurückzuführen.

Ein gutes Zeichen aus der Politik wäre es in diesem Jahr, endlich Volker Kauder und die anderen „gekauften“ Politiker zu überwinden und den Nichtraucherschutz sowie die Prävention gegen Tabakprodukte und E-Zigaretten voranzutreiben, indem man es schafft, die Gesetzesnovelle zur Tabakwerbung zur Lesung im Bundestag vorzulegen.

Mai
29

Offener Brief an Volker Kauder

Sehr geehrter Herr Kauder,

so sehr ich Ihrer Arbeit auch ansonsten Respekt zolle, Ihre unsägliche Blockadehaltung gegen die von Minister Schmidt und der Drogenbeauftragten Mortler angestrebte Regulierung der Tabakwerbung ist kaum zu ertragen.

Es geht bei Tabak nicht, kann bei Tabak nie um „freien Wettbewerb“ gehen und auch nicht um „Kommunikation zwischen Produzenten und Konsumenten“ sondern um die Fortführung einer unglaublichen Geschichte der Sucht, des Leides und des großen Geldes. In Deutschland stirbt jeder siebte an den Folgen des Tabakkonsums. All diese Menschen wurden mit falschen Idealen der Werbeindustrie in eine lange Suchtgeschichte gedrängt, keiner hat freiwillig angefangen. Und wenn Sie mit Rauchern sprechen und sie fragen, ob sie aufhören wollen oder es schon einmal versucht haben, werden Sie immer die gleiche Antwort bekommen: „Ja, aber …“

Überdenken Sie bitte Ihre Haltung und unterstützen Sie umgehend die Regulierung der Tabakwerbung, damit das gute Gesetzesvorhaben noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden kann. Sie können damit viele Menschenleben retten.

Ich darf noch einen Vergleich aus der Emanzipationsbewegung bemühen: stellen Sie sich vor, Ihr Kind oder Ihre Frau hätte durch Tabak verursachten Krebs. Würden Sie immer noch von „freiem Wettbewerb sprechen“? Mein Onkel ist im vergangenen August an den Folgen von vierzig Jahren Rauchens jämmerlich an seinem Speiseröhrenkrebs zugrunde gegangen. Er ist innerhalb von drei Monaten innerlich verblutet.

Dieses Schicksal wünsche ich niemandem und setzte mich deshalb intensiv dafür ein, dass Tabakwerbung aus unserem Alltag verschwindet. Damit meine drei Kinder niemals mit dem Rauchen beginnen.

Ich freue mich, baldmöglichst über Ihre Haltungsänderung in der Presse zu lesen! Über Ihre Reaktion werde ich gerne auch auf meiner Internetseite www.nie-wieder-tabak.de berichten.

Joachim P. Süß

Categories: Politik
Apr
12

Nichtraucherzonen im Parkbad Schwabach

Im vergangenen Sommer ist mir als Badegast die Ignoranz mancher Freibadbesucher aufgefallen. Eltern mit Kippe in der Hand, die Ihre Kinder auf der Schaukel anschubsen, Großeltern die neben Säuglingen auf der Decke liegen und dabei qualmen, Zigarettenkippen allüberall auf der Liegewiese zwischen Kleinkinderspielbereich und Planschbecken. Daraufhin habe ich mich (zum Ende der Freibadsaison im September) an den Badbetreiber, die Stadtwerke Schwabach, gewandt. Eben erhielt ich, nachdem man mir bereits frühzeitig eine Bearbeitung und die Prüfung verschiedener Lösungsansätze zugesagt hatte, einen sehr schönen Anruf. Zu Beginn der neuen Badesaison wird das Rauchen in der Zone für Kinder sowohl rund um das Planschbecken als auch auf der Liegewiese und rund um die Spielgeräte untersagt. Zusätzlich werden rund um diesen Bereich leicht zu reinigende Aschenbecher aufgestellt um die Liegewiesenqualität weiter zu erhöhen.

Ich freue mich sehr, das man manchmal nicht mal offene Türen einrennen muss – sicherlich ist den Angestellten des Bades das Kippensammeln auch schon auf die Nerven gegangen … 😉

Categories: Nichtraucherschutz
Jan
23

Plakat als Meinungsverstärker

Wer kennt das nicht – ungeachtet aller Mitmenschen ist einer oder eine gezwungen, sich eine Zigarette anzustecken. Manche rücken ein Stück ab, andere schütteln den Kopf oder husten aber die meisten achten nicht weiter drauf. Nicht ohne Grund steht auf Zigarettenschachteln der Hinweis „… können Sie und Ihre Mitmenschen schädigen“. Wie kann es einem aber gelingen (zumindest in klar als Nichtraucherbereich gekennzeichneten Räumen), diesem in eine ungewollte, zerstörerische Abhängigkeit Getriebenen klar zu machen, dass er gerade Luftverschmutzung betreibt, sich krank macht und andere mindestens belästigt?

Heutzutage, da immer wieder von Gewalttätigkeiten gegen Zivilcourage zu lesen ist, leider schwierig. Ein Plakat jedoch hat keine körperlichen Folgen zu befürchten – warum überlassen wir das also nicht mal einem Plakat? Das zumindest scheint sich der schwedische Konzern APOTEK bei seiner Werbung gedacht zu haben und hat sein interaktives Plakat mit einem Sensor für Tabakqualm ausgestattet – und das hier kam dabei raus:

Jan
12

SWR berichtet

In einem kurzen Clip berichtet der Süd-West Rundfunkt über die aktuellen Bemühungen vieler Politiker und Verbraucherschützer über ein Verbot jugendgefährdender Tabakwerbung sowie über den Einfluss der Tabaklobby, die es versteht einzelne Meinungsmacher in der CDU-Fraktion zu vereinnahmen, um die allgegenwärtige Tabakwerbung, die sich in meinen Augen mehr oder weniger ausschließlich an junge Nichtraucher zwischen 10 und 30 Jahren richtet, weiterhin zu ermöglichen.

Categories: Tabakwerbung
Nov
02

Liste aller Zusatzstoffe in jeder Zigarette

Bild von Robert Fietzek / pixabay

Bild von Robert Fietzek / pixabay

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat eine 1.174 Seiten starke Liste veröffentlicht, die sämtliche Zusatzstoffe in den jeweiligen Zigaretten auflistet. Ziel bei der Erstellung dieser Liste war es, herauszufinden, welche der über 600 erlaubten Zusatzstoffe krebserregend oder suchtfördernd wirken. Denn die aktuelle Gesetzeslage basiert auf Verordnungen aus dem Jahr 1977. Dabei können aktuelle Forschungsergebnisse über die Gefährlichkeit der einzelnen Stoffe aber vor allem auch des Stoffgemischs, das der Rauch durch die Verbrennung des Chemie-Cocktails namens Zigarette ist, nicht berücksichtigt worden sein. Aber auch damals bereits bekannte Fakten über den Rauch mussten unberücksichtigt bleiben – die Verordnung geht nur von der Gefährlichkeit des einzelnen Stoffes im Reinzustand, nicht aber nach der Verbrennung mit 600 bis 900 °C aus.

Durch die Verbrennung verändern sich Stoffe wie Zucker, Honig, Vanillin, Menthol, Soda, Harnstoff und Ammoniak. Sie wirken im Zusammenspiel mit dem pflanzeneignen Nervengift Nikotin und es ist unstrittig, dass das Ziel einer Zigarette immer sein wird, das Bedürfnis nach der nächsten Zigarette zu wecken. Die Nikotinabhängigkeit ist eine der stärksten und am schnellsten einsetzenden Abhängigkeiten überhaupt. Besonders wenn sie durch das Rauchen von Tabak ausgelöst wird. Dabei ist aber weniger der auf der Schachtel abgedruckte Wert des Nikotingehalts sondern der völlig unberücksichtigte und unveröffentlichte Wert des für den Körper verfügbaren Nikotins relevant. Denn Nikotin, dass gebunden ist und vom Körper nicht aufgenommen werden kann, ist weit weniger schädlich als solches, das durch Zusatzstoffe „aufgeschlossen“ wird und dann suchtverstärkend wirkt.

Damit neue Raucher überhaupt an das Produkt gewöhnt und gebunden werden, setzen viele Herstelle besonders auf Menthol, dass kühlend und schmerzlindernd wirkt. Dadurch kann der Rauch ohne Husten und Krächzen tief inhaliert werden und das Nikotin über die Lunge in den Körper gelangen. Je mehr Rauch und je tiefer dieser inhaliert wird desto mehr Nikotin kann im Körper seine suchtauslösende Wirkung ausüben. Daneben locken Zusatzstoffe wie Kakao, Honig und unzählige Aromen Jugendliche durch die Assoziation mit Süßigkeiten und täuschen so eine Ungefährlichkeit vor. Die Verbraucherschutzministerin von 1995 Renate Künast, auf deren Initiative diese Liste oder Datenbank erstellt wurde, sagte der BamS: „Das ist wie bei Alcopops: Jugendliche würde harter Stoff niemals schmecken – sie finden das Zeug nur genießbar, weil es pappsüß ist.“

Wenn Sie Interesse haben zu erfahren welche Zusatzstoffe dem Tabak einer bestimmten Zigarettenmarke beigemengt werden, können Sie hier recherchieren: Service.BMEL

Weitere Informationen z. B. unter STERN und Wikipedia

 

Nov
02

Tabakwerbeparadies Schweiz

Warum brauchen wir in Deutschland mehr Tabakwerbekontrolle? Sprich, warum brauchen wir endlich ein Verbot von Tabak(außen)werbung? Die Antwort ist einfach: weil Tabakkonzerne alles tun, die Grauzonen zu testen, zu beschreiten und zu überschreiten um an neue Konsumenten zu gelangen.

Sehr eindringlich beschreibt dies auf watson.ch die Redakteurin Raphaela Roth in neun Punkten. Kaum vorstellbar, welche perfiden Methoden sie beschreibt, und welche Summen sie nennt, dafür, dass neue Raucher oder Dampfer für den Konzern Philip Morris als „Community Activators“ tätig werden. Für zwanzig neue Abhängige von Marlboros neuem Tabakerhitzer und Zigarettenersatz IQOS werden bis zu 5.000 Franken zzgl. 1.500 Franken Spesen pro Monat gezahlt, schreibt Roth.

Wie ist das möglich? Natürlich nur, weil diese Summe ein Bruchteil dessen ist, was PM sich langfristig von den neuen Konsumenten – oder besser: Süchtigen – erhofft. Nein, Hoffnung ist bei diesem Geschäft ja eigentlich keine enthalten. Hier geht es knallhart um Geld; eine Hoffnung auf Abkehr von der Gier auch über Leichen hinweg ist nicht in Sicht. Egal, ob der Tod in einer Schachtel mit einem rot-weißen Winkel oder mit einem Dampf-Inhalator, verpackt in an Appel-Design erinnernden Kolibri-Druck-Karton, daherkommt. Tod bleibt Tod.

Categories: Tabakwerbung
Okt
13

Endlich tut mal jemand was …

… aber er macht sich erwartungsgemäß nicht sofort Freunde. Der französische YouTube-Star und Komiker Remi Gaillard hat in einem seiner Sketche das Rauchen für sich entdeckt. Bzw. hat er Raucher endeckt und beendet deren Tabakkonsum als Feuerwehrmann verkleidet jäh.

 

Sep
16

Neues Plakat – Verbotsantrag gegen Camel-Werbung

Wie in  http://nie-wieder-tabak.de/2016/07/unsaegliche-verf…r-junge-menschen/ berichtet habe ich bereits vor einigen Wochen Beschwerde beim Deutschen Werberat eingelegt. Der Werberat hat auf meine Beschwerde mit folgenden Worten geantwortet:

„Der Deutsche Werberat die selbstdisziplinäre Einrichtung der deutschen Werbewirtschaft sieht seine Aufgabe hauptsächlich darin, gegenüber dem Verbraucher unzuträglichen, d.h. gegen die herrschenden gesellschaftlichen Grundüberzeugungen verstoßenden werblichen Maßnahmen Einhalt zu gebieten. Hierbei wird der Deutsche Werberat nicht rechtsverfolgend tätig. Rechtsverstöße können von diesem Gremium daher nicht verfolgt werden.“

Dieser eindeutige Hinweis und das neue Plakat, das in den vergangenen Tagen auf den mittelfränkischen Werbestellen aufgetaucht ist, hat mich heute dazu veranlasst bei der Ordnungsbehörde der Stadt Köln diesen Verstoß anzuzeigen und ein unverzügliches Verbot für die Kampagne zu fordern.

Jugendgefährdende Werbung von Camel

 

 

Sep
13

Jesse Owens

Der amerikanische Spitzensportler, der bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin alle hinter sich ließ und als 23-jähriger in einer Woche (die danach auch „Owens‘ Woche“ genannt wird) diverse Olympische und Weltrekorde aufstellte, starb 1980 nach mehr als 35 Jahren als Kettenraucher mit nur 66 Jahren an Lungenkrebs.

Owens sportliche Karriere war nach seiner Rückkehr bald beendet; Sportler waren damals noch keine gut bezahlten Werbeikonen, und so fristete er herbe Jahre als Jahrmarkt-Attraktion, verlor viel Geld, das er als Jazz-Dirigent verdient hatte, an der Börse und gründete schließlich eine PR-Agentur.

 

Q: Deutschlandfunk

Jul
29