E-Rauchen « Nie wieder Tabak

Tabaksteuer für E-Zigaretten

Marlene Mortler, Bundesdrogenbeauftragte und CSU-Abgeordnete im Bundestag, forderte im Gespräch mit den Stuttgarter Nachrichten bereits im Februar 2015 absolut folgerichtig eine Steuer für Liquids, die dem Beispiel der Tabaksteuer folgt: „Ich halte eine Steuer auf E-Zigaretten mit nikotinhaltigen Flüssigkeiten steuersystematisch für zwingend geboten.“

Leider sieht sie im gleichen Gespräch keinen Handlungsbedarf für Plain Packaging (also Einheitsverpackungen für Zigaretten) oder ein Verbot von Zigarettenautomaten. Und auch bei der generellen Tabakkontrolle durch rigide Steuern bleibt sie „vorsichtig“: „Tabaksteuererhöhungen haben immer dazu beigetragen, den Konsum einzudämmen. Ich bin dafür offen, mit moderaten weiteren Steuererhöhungen diesen Pfad weiter zu gehen.“

Klarer wird sie beim Jugendschutz – wenn es um tabakfreie Shishas, E-Zigaretten und E-Shishas geht, warnt sie vor der Benutzung: „Chemikalien der E-Zigarette sind ebenfalls krebserregend, viele der Inhaltsstoffe unbekannt. Überaus problematisch ist der Jugendschutz, da diese Produkte derzeit frei erhältlich sind. Es ist zudem nicht hinnehmbar, dass die E-Zigarette nicht unter das Nichtraucherschutzgesetz fällt.“

Quelle: www.stuttgarter-nachrichten.de

Jul
08

Schleichwerbung in meinem Blog

Immer wieder erhalte ich Schreiben von dubiosen Vertriebsagenturen, PR-, SozialMedia- und Werbeberatern aber auch von Firmen, die hier glauben kostenlose Werbung für Ihre „Tabakentwöhnung“ und allen möglichen anderen Blödsinn machen lassen zu können. Wobei hier nicht das kostenlos im Vordergrund steht, die Werbung ist das wichtige.

Wofür steht dieser Blog? Für Hinweise zur Entwöhnung durch käufliche Produkte wie E-Zigaretten, Nikotinpflaster, Kaugummis? Nö. Eher nicht. Denn: der Konsument wird dadurch von einem Produkt zum anderen gereicht. Mein Ziel ist es möglichst vielen Menschen die Augen zu öffnen, dass es völlig unsinnig ist Produkte zu kaufen die keiner braucht und auch keiner will. Beim Tabak wird seit über 50 Jahren geforscht und noch immer finden Wissenschaftler neue Gefahrenpotentiale für seine Konsumenten. Bei Verdampfern von sogenannten Liquids steht der Vertrieb und auch die Forschung ganz am Anfang – klar ist aber, wer Anfängt oder darauf umsteigt wirft sein Geld eben einer neuen, skrupellosen Maschinerie in den Hals – jahrelang, manchmal den Rest des Lebens. Nicht umsonst sind die vier Großen Tabakkonzerne in das Geschäft mit der elektrischen Zigarette eingestiegen.

Beispielhaft für einen solchen Unsinn an Kommunikation habe ich hier den Mailverkehr (allerdings ohne die Hinweise auf die Internetseite des Shopbetreibers) von gerade eben vorzubringen:

Von: Davi Zwiener
Gesendet: Dienstag, 29. April 2014 17:12
An: jps@nie-wieder-tabak.de
Betreff: Shopvorstellung
Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Name ist Davi Zwiener von PowerCigs. Ich bin während meiner Recherche auf Ihren sehr informativen Blog http://nie-wieder-tabak.de gestoßen, auf dem Sie diverse Produkte vorstellen. 
Möchten Sie auch eines unserer PowerCigs Produkte vorstellen? Beispielsweise unser neues Power-X Startetest: power-x-starterset
Gerne sende ich Ihnen ein kostenloses Set zu.
Ich freue mich von Ihnen zu hören.
Beste Grüße,
Davi Zwiener, Powercigs – L & L International Trading Ltd.

 

Natürlich möchte ich meine Antwort hier nicht vorenthalten:

 

Grüß Gott Herr Zwiener,
offensichtlich haben Sie nicht verstanden worum es in meinem Blog geht. Sicherlich möchten Sie das nochmal recherchieren; hier in aller Kürze:
Es geht mir nicht darum ein gefährliches Produkt mit einem anderen auszutauschen, dessen Gefahren zwar noch nicht vollständig erforscht sind, dessen Abhängigkeitspotiential aber hoch und dessen Charakter als Einstiegs-„droge“ gerade für Jugendliche enorm ist.
Ich möchte Sie deswegen auffordern, Ihre Energie in andere Branchen zu investieren und für gesunde Konsumenten mit freiem Willen zu arbeiten! Lassen Sie das Geschäft mit der Abhängigkeit, verdienen Sie kein Geld mit dem Leid anderer und werfen Sie das mir angebotene kostenlose Set für mich direkt in den Mülleimer.
Vielen Dank
Joachim P. Süß

 

 

Apr
29

Neue Erkenntnisse zur E-Zigarette

In Südkorea (und der halben Welt) passiert, was wir ungeschönt als gigantischen „Menschenversuch“ bezeichnen. Die E-Zigarette wird auf ihre Gefährlichkeit und auf langfristige Auswirkungen auf den Menschen getestet; am Menschen. Nun wurden neue Studien am lebenden Objekt angefertigt und sie besagen nichts gutes.

US-Amerikanische Mediziner berichten in Ihrer Studie (VÖ Journal of Adolescent Health 2013; doi:10.1016/j.jadohealth.2013.11.003) über das Nutzungsverhalten von südkoreanischen Jugendlichen. Diese würden immer häufiger zur beabsichtigten Tabakentwöhnung zur E-Zigarette greifen. Dafür sind nicht zuletzt die Duft- und Zusatzstoffe in den Liquids, also den Flüssigkeiten die in den zigarettenförmigen Inhalationsgeräten zerstäubt oder verdampft werden, verantwortlich. Im Jahr 2008 hatte weniger als 1% der jungen Südkoreaner das E-Rauchen ausprobiert, 2011 waren es bereits 9%.

Das bestürzende Ergebnis war, dass viele, die eigentlich umsteigen oder umsteigen und dabei aufhören wollten, sowohl E-Liquids als auch konventionelle Tabakzigaretten genutzt haben – und häufig sogar mehr Zigaretten als vor dem Griff zur E-Zigarette rauchten. Dieses Ergebnis wird auch von zwei weiteren Studien gestützt: „In einer Studie in PLoS ONE (2013; 8: e66317) waren nach 52 Wochen weniger als 9 Prozent der Raucher abstinent. In einer Vergleichsstudie im Lancet (2013; doi: 10.1016/S0140-6736(13)61842-5) schafften gerade einmal 7 Prozent den Schritt, und die E-Zigaretten erzielten hier keine bessere Wirkung als Nikotin-Ersatzpflaster.“ (1 Ärzteblatt)

Die britische Zeitung „The Standard“ berichtet außerdem online darüber, dass das englische Krebsforschungszentrum (Chancer Research UK) davor warnt, dass Jugendliche immer mehr in den Fokus der Werbung für E-Zigaretten geraten². Durch Sponsoring und den gezielten Einsatz von Stars als Werbebotschaftern vor allem in den Social Media-Plattformen wie Facebook und Twitter. Die Forscher untersuchten mehr als 1.000 Werbebotschaften in den Internetplattformen, flankierend zu Jugend-Events wie Open-Air-Konzerten und auf belebten öffentlichen Plätzen. Alison Cox, der die Tabak-Sparte beim Cancer Research UK vertritt sagte: “There’s evidence in the report – particularly on social media – of e-cigs being promoted as cool and the latest thing and applying all the kings of marketing ploys that would be used to attract a youth market, including involving pop stars, computer games and one e-cig company evening sponsoring a football youth team’s strip.” Er warnt also davor, dass E-Zigaretten für Jugendliche ungefährlich wirken müssen, sie werden schließlich mit direkt für sie zugeschnittener Werbung geschickt platziert.

Professor Gerard Hasting, ein Co-Autor dieser Studie sagte: “But the market is looking to make money, not improve public health, and this is creating many dangers.“ Die Hersteller versuchen also keinesfalls die Gesundheit der Gesellschaft (z. B. durch Tabakentwöhnung) zu verbessern, es geht ihnen einzig und allein um Geld. Und wenn Geld verdient werden kann fallen schnell alle Grenzen …

Quellen: 1 http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/56716/E-Zigaretten-koennten-zur-Sucht-verleiten, 2 http://www.standard.co.uk/news/health/ecigarette-companies-targeting-children-on-facebook-and-twitter-says-report-8966226.html

Nov
28

Lobby-Arbeit als wissenschaftliche Arbeit getarnt

Auch bei E-Zigaretten geht es um Geld, um jede Menge Geld. Kein Wunder also, dass auch hier die Lobby-Organisationen zu Höchstformen auflaufen und nichts unversucht lassen, ihr Produkt so attraktiv wie möglich wirken zu lassen. Die Lobbyorganisation „The Consumer Advocates for Smoke-free Alternatives Association (CASAA)“  hat einen sogenannten Technischen Report (TR) bei Igor Burstyn vom „Department of Environmental and Occupational Health“ der „School of Public Health / Drexel University in Philadelphia“ beauftragt und finanziert – und der soll zeigen, wie nicht anders zu erwarten, dass E-Zigaretten bewiesenermaßen unbedenklich seien. In der Arbeit geht es nicht um neue Erkenntnisse zur Schädlichkeit der Liquids, sondern, wie das Deutsche Krebsforschungs-Zentrum (DKFZ) zeigt, um die Interpretation vorliegender Literatur zugunsten des Konsums von E-Zigaretten.

Hier können Sie den ausführlichen Text zur Stellungnahme des DKFZ lesen: Stellungnahme des dkfz zum TR eZigarette
Hier geht es zum DKFZ: http://www.dkfz.de/de/index.html

Aug
27

Nichtraucherschutz kommt an

Jugendliche rauchen später und weniger Jugendliche als früher konnten von der Werbung überzeugt werden, dass Rauchen „etwas bringt“. Zum Weltdrogentag am 26. Juni 2013 veröffentlichte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) neue Zahlen zum Rauchen und zum ersten Mal auch Zahlen zur E-Zigarette und deren Nutzung.

Während 2001 noch über 27 % der 12 bis 17jährigen rauchten sind es heute noch gut 12 %. Zwischen 18 und 25 Jahren rauchen auch weniger Menschen als noch Anfang des Milleniums, ein gutes Drittel der Jugendlichen fiel trotzdem auf die Werbeversprechen der Tabakindustrie und schlechte Vorbilder herein.

Sehr erfreulich ist, dass die Nieraucher-Quote, also die Zahl derer, die niemals eine Zigarette konsumieren, bei den jungen Erwachsenen von 23 % auf über 32 % gestiegen ist und nun fast so hoch liegt, wie die der Raucher: 35,2 % (2001: 44,5 %).

„Die aktuellen Zahlen zum Rauchverhalten junger Menschen gehören zu den niedrigsten, die wir seit Beginn unserer Studien erhoben haben. Nichtrauchen ist über die letzten Jahre für Jugendliche zu einer gesellschaftlichen Norm geworden. Besonders erfreulich ist dabei auch, dass sich der Trend zum Nichtrauchen bei den jungen Erwachsenen kontinuierlich fortsetzt“, sagt Professor Dr.  Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). „Die Zahlen bestätigen, dass Tabakprävention auch zukünftig weiter in Schulen implementiert werden muss, um alle sozialen Schichten zu erreichen.“

Erstmalig legt die BZgA auch Zahlen zur Verbreitung der E-Zigarette unter jungen Menschen vor: Während der Bekanntheitsgrad der E-Zigarette mit 78,4 Prozent bei den 12- bis 17-Jährigen und 91,9 Prozent bei den 18- bis 25-Jährigen zwar hoch ist, ist der Konsum jedoch weit weniger verbreitet. Von den 12- bis 17-Jährigen haben 9,1 Prozent, von den 18- bis 25-Jährigen 18,4 Prozent in ihrem Leben schon einmal eine E-Zigarette konsumiert. Mehr männliche als weibliche Jugendliche und junge Erwachsene haben von der E-Zigarette gehört und sie auch bereits einmal probiert.

Quelle: http://www.bzga.de/presse/pressemitteilungen/?nummer=835

Jun
26

Sind Liquids für E-Zigaretten Medizin?

Vor dem Landgericht Frankfurt wird in einem Pilotverfahren verhandelt, ob es sich bei Nikotin haltigen Flüssigkeiten zur Verdampfung in E-Zigaretten, sogenannten Liquids, um Arzneimittel handelt. Sollte das Gericht dieser Einschätzung folgen dürften die Substanzen erst nach einer entsprechenden Prüfung und nur noch in Apotheken verkauft werden.

Das Verfahren richtet sich gegen einen Geschäftsmann der diese bislang weitgehend unerforschten Flüssigkeiten importierte und weiterverkaufte. Der von der Staatsanwalt beschuldigte räumte ein mit den Liquids gehandelt zu haben – gleichzeitig weist er darauf hin dass davon ausgegangen sei, nichts illegales zu tun. Die Rechtslage ist in Deutschland unklar, es gibt zwar verschiedene Gerichtsurteile, eine abschließende Beurteilung über die Verdampfer und deren Nachfüllungen steht aber aus.

Categories: E-Rauchen
Jun
17

Malboro vs. Marbo

Keines der Produkte erfüllt einen wirtschaftlichen Zweck, beide sind Produkte die durch das enthaltene Nikotin süchtig machen und beide sind „rot“. Nun geht der Markenriese Philip Morris juristisch gegen ein Essener Unternehmen vor, das Liquids, also Flüssigkeiten für E-Zigaretten, herstellt. Die Niko Liquids GmbH sieht sich nun einer „Abmahnung wegen Marken- und Wettbewerbsverletzung“ gegenüber und fühlt sich vom multinationalen Tabakriesen schlecht behandelt – Der Geschäftsführer vermutet hinter dem Schreiben der Anwaltsfirma schlicht, dass die Tabakkonzerne auf den wachsenden Konkurrenzdruck reagieren und es der aufkeimenden E-Zigarette schwer machen wollen um zu verhindern, weitere Marktanteile zu verlieren.

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/essen/tabakriese-philip-morris-zieht-gegen-essener-hersteller-von-liquids-fuer-e-zigaretten-zu-felde-id7757448.html

Categories: E-Rauchen
Mai
06

Wie gut ist der Umstieg auf E-Zigaretten?

Laut Frauenhofer-Institut ist das noch längst nicht geklärt. Zwar geben die verbrennungsfreien Zigaretten kein Formaldehyd und insgesamt deutlich weniger verschiedene Substanzen in die Raumluft ab, wie toxisch diese Stoffe aber – gerade für Passivraucher – sind, ist weiterhin ungeklärt. Fest steht, dass durch das Propylenglykol, dass in den Verdampfern den „Rauch“ simuliert, also für den sichtbaren Bestandteil des „Dampfens“ verantwortlich ist, bei sensiblen Menschen Husten und Augenrötungen verursacht werden.

Ein Vorschlag der EU-Kommission sieht auch vor, Fluids für die E-Zigaretten als Arzneimittel zuzulassen, wenn ihr Gehalt an Nikotin eine bestimmte Grenze überschreitet. Diese Hürde wäre ein sinnvoller Schritt um Jugendliche vom Erstkonsum abzuhalten, denn „Aus der Sicht des Nichtraucherschutzes sind die möglichen Auswirkungen auf die Umgebung bisher nicht abschließend erforscht. Darüber hinaus wird die E-Zigarette als Lifestyle-Produkt verkauft, mit ihren verschiedenen Geschmacksrichtungen. Es könnte sein, dass sie als Einstiegsdroge wirkt – und Menschen in die Nikotinsucht führt“, so Tobias Schripp vom Fraunhofer Institut.

Quelle: http://www.derwesten.de/thema/e_zigarette/e-zigarette-produziert-weniger-schadstoffe-wirkung-noch-wenig-erforscht-id7875328.html

Mai
06

Risiko: die umstrittene E-Zigarette

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) kommt in seiner Einschätzung der E-Zigarette und der enthaltenen und freigesetzten Inhaltsstoffe der sogenannten Liquids zu keinem überraschenden Ergebnis: „Die Dämpfe dieser Substanzen können die Gesundheit von E-Rauchern beeinträchtigen. Gefahren für Dritte sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht auszuschließen.“

Zu dieser Stellungnahme kommt das BfR nicht zuletzt weil das bereits große und immer noch wachsende Angebot dazu führt, dass völlig unklar ist WAS der E-Raucher denn eigentlich inhaliert und durch ausatmen an seine Mitmenschen weitergibt. Noch undurchschaubarer wird dies duch nachfüllbare Kartuschen – beinahe alles kann damit verdampft und inhaliert werden. Das Bundesamt empfiehlt deshalb zum Schutz von Unbeteiligten die E-Zigarette in Nichtraucherbereichen wie eine „normale“ Zigarette, also eine Tabakzigarette, zu behandeln. Der Präsident Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel sagt: „So können E-Zigaretten Passivraucher nicht gesundheitlich beeinträchtigen.“

Grund zu Sorge geben den Mitarbeitern des BfR dabei die Inhaltsstoffe der Liquids. Neben dem Verneblungsmittel Propylenglycol und Nikotin geben unterschiedliche Chemikalienzusätze, pharmakologische Inhaltsstoffe und Duftstoffe sowie Aromen aber auch Verunreinigungen Anlass zur Sorge. Es gibt in der einschlägigen Fachliteratur Hinweise darauf, dass bestimmte Fabrikate auch krebserzeugende Aldehyde freisetzen könnten. Deshalb empfiehlt das BfR eine Risikoeinschätzung wie bei Tabakprodukten und auch einen ebenso sensiblen Umgang – besonders bei Kindern, Schwangeren und krankheitsbeding vorgeschädigten Personen; sowohl bei aktiven Rauchern als auch bei passiv dem ausgeatmeten Nebel ausgesetzten Menschen.

Quellen: http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2012/17/e_zigaretten_koennen_auch_zu_gesundheitlichen_gefahren_fuer_passivraucher_fuehren-129587.html, http://www.bfr.bund.de/cm/343/liquids-von-e-zigaretten-koennen-die-gesundheit-beeintraechtigen.pdf

Jun
01

NRW: Land darf nicht vor E-Zigaretten warnen

Trotz fachlicher Einstufung von Lungenfachärzten  der Inhaltsstoffe der sogenannten e-Zigaretten als zumindest bedenklich darf das Land Nordrhein-Westfalen bzw. dessen Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) nicht mehr vor elektronischen Zigaretten warnen. Das OVG (Oberverwaltungsgericht) in Münster untersagte die Einordnung des Landesministeriums als Medizinprodukt oder Arzneimittel – wie wir berichteten ordnete die Ministerin die Kartuschen von nikotinhaltigen Liquids als Medizinprodukt oder Arzneimittel ein, weil die Dosis an Nikotin in den zu verdampfenden Flüssigkeiten sehr hoch sind, und warnet vor dem Konsum weil sie nicht zugelassen seien.

Die Richter befanden in einem nicht anzufechtenden Beschluss, dass nikotinhaltige Liquids nicht die gesetzlichen Grundlagen zur Einstufung als Arzneimittel hätten: sie dienen keinem therapeutischen oder präventivem Zweck und die Entwöhnung von einer Nikotinsucht stehe beim Konsum nicht im Vordergrund. Die Pressemeldung des Ministeriums, die im November 2011 u. a. an alle Apotheken im Bereich der Apothekerkammer Nordrhein ging, würde laut Urteil wie ein „Verbot“ wirken.

Nun bleibt es wieder jedem einzelnen Raucher überlassen, die Risiken des Wechsels auf die E-Dampfer einzuschätzen. Die Gründe für einen Umstieg scheinen verlockend und verharmlosen unseres achtens die zum größten Teil noch nicht erforschten Risiken. Deshalb sollten vor der Verkaufsfreigabe zum Verbraucherschutz zumindest von nikotinhaltigen Liquids eingeschränkt oder aufgehoben werden. Nikotin ist ein hochwirksames Nervengift dessen tödliche Dosis (LD50, also die Quote, bei der 50% der Lebewesen sterben, die dieser Dosis ausgesetzt werden) für den Menschen mit einem Milligramm pro kg Körpergewicht angegeben wird.

Daneben befürchten Forscher vor allem beim Hauptbestandteil und Lösungsmittel Propylenglycol ein nicht zu unterschätzendes Risiko für Menschen – nicht in seiner Verwendung bei normalen Temperaturen aber sowohl als Zusatzstoff zu Zigaretten als auch als Liquid; bei beiden wird die Temperatur hoch erhitzt und dann inhaliert.

Quelle: http://www.justiz.nrw.de/Mitteilungen/pe_ovg_23_04/index.php; http://www.e-zigarette-test.de/index.php/e-zigarette-gefahren-risiken.html

Apr
23